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John Wilkinson

Ident. Nr.: 1638

ObjID: obj:866204

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Thomas Gainsborough (1727 - 1788),
Maler*in
Datierung
Ausführung: um 1775
Systematik/Art
Weitere Titel
Sammlungstitel: John Wilkinson
Übersetzung: John Wilkinson
Geografische Bezüge
Herstellungsort: London,
Stadt
Material / Technik
Leinwand
Abmessungen
Bildmaß: 234 x 145 cm
Erwerbung
1904 Schenkung von Alfred Beit, London

Objektbeschreibung

Der am 4. Mai 1727 in Sudbury in der ostenglischen Grafschaft Suffolk getaufte Gainsborough erhielt im Jahr 1742 seine künstlerische Ausbildung in London beim Meister der »livres à vignettes« Hubert Gravelot und beim Maler Francis Hayman. Schon 1744 besaß er in der britischen Hauptstadt ein Atelier, bevor er an seinen Heimatort zurückkehrte. Die 1746 erfolgte Eheschließung mit der vermögenden Margaret Burr ermöglichte ein sorgenfreies Leben. Die Übersiedlung der Familie in das Modebad Bath verschaffte dem Maler einen großen Zulauf an Auftraggebern der vornehmen englischen Gesellschaft. Im Jahre 1774 verlegte Gainsborough sein Atelier nach London, Schomberg House in Pall Mall. Hier malte er vermutlich auch das Ganzfigurbildnis des Stahlfabrikanten John Wilkinson (1728-1808). Von etwa 1770 an lieferte dessen Unternehmen Gussteile für die erste Eisenbrücke Englands. Seit dem 2. Juli des Jahres 1779 überspannte diese Brücke schließlich den mittelenglischen Severnfluss zwischen Madeley und Broseley auf einer Distanz von 32 Metern unweit eines Ortes, der seinen Namen diesem Wunderwerk der industriellen Revolution verdankte: Ironbridge!
In für Gainsborough charakteristischer Weise ist der Porträtierte in den Landschaftsraum integriert. Leger wie ein Landedelmann ist Wilkinson in der locker gemalten Natur geborgen. Die schrittweise Modellierung der Figur ist in einigen Arbeitsphasen erkennbar geblieben. Es fehlt die strenge Umrisszeichnung. Dadurch wird das gesamte Bild von einem unerhört lebendigen Eindruck bestimmt. Dieses malerische Moment von Gainsboroughs Gemälden blieb auch den Zeitgenossen nicht verborgen.
In einem Brief vom März 1758 an einen Auftraggeber in Colchester schrieb der Maler: »Sie erfreuen mich sehr, indem sie bemerken, dass an Ihrem Bilde kein anderer Fehler gefunden wurde als die Rauheit der Oberfläche. Denn diese dient dazu, um die Wirkung auf die richtige Entfernung hin zu verstärken, und macht das aus, worin ein Kenner ein Original von einer Kopie unterscheidet, kurz, es ist die Pinselführung, die schwerer zu erhalten ist als Glätte.« Wo die traditionellen Porträtmaler und deren Nachfolger ein gewaltiges Repertoire von Draperien, Architekturteilen und Mobiliar verwendeten, bediente sich Gainsborough lebendiger Pflanzenschilderungen. Damit näherte sich der Maler harmonischen Naturvorstellungen, wie sie zur selben Zeit in der kontinentalen künstlerischen Kultur der Aufklärung entwickelt wurden. Seine Farben sind vorrangig im durch Weißhöhungen
erzielten helleren Spektrum angesiedelt. Durch Pauli überliefert ist Gainsboroughs geradezu musikalische Kompositionsauffassung: »Ein Teil eines Bildes sollte wie der erste Teil einer Melodie sein – so dass Du errätst, was folgt, und das macht den zweiten Teil der Melodie aus, und so bin ich fertig.«
Das Bildnis stammt aus der Familie Viscounty, den Nachfahren von Gainsboroughs Gemahlin Margaret Burr. Es wurde im Jahre 1904 dem Galeriedirektor Wilhelm Bode zum Anlass der Eröffnung des Kaiser-Friedrich-Museums (seit 1956 Bode-Museum) überwiesen. Mit ihm gelangte eines der ersten Gemälde der englischen Schule ins Inventar der Berliner Galerie. Rainer Michaelis | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2019
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In 1742, Gainsborough – who was baptised on 4 May 1727 in Sudbury in the County of Suffolk in East England – received his artistic training in London with Hubert Gravelot, the master of the “livres à vignettes”, and with the painter Francis Hayman. By 1744, he had set up a studio in the British capital, but soon returned to his birthplace. His marriage in 1746 to the wealthy Margaret Burr afforded him a life that was free of care. A decision to move the family to the fashionable bathing resort at Bath provided Gainsborough with an abundant source of clients from elegant British society. In 1774, he relocated his studio to Schomberg House in Pall Mall in London. It was there, presumably, that he painted the full-figure portrait of the steel manufacturer John Wilkinson. Beginning around 1770, Wilkinson’s enterprise supplied cast parts for the first iron bridge in England. On 2 July 1779, the bridge finally spanned Severn River between Madeley and Broseley in Central England, a distance of 32 meters, not far from a locale that owes its name to this marvel of the Industrial Revolution: Ironbridge!
In a way that is characteristic of Gainsborough, the sitter is integrated into the landscape space. Like a country gentleman, Wilkinson is sheltered informally by the loosely painted natural surroundings. The stepwise modelling of the figure in a series of working stages remains detectable. Absent however is any rigorous sketching of the contours. As a result, the entire picture makes an uncommonly lively impression. Nor were Gainsborough’s contemporaries unaware of this painterly aspect of his achievement.
In a letter dated March of 1758 and addressed to a client in Colchester, the painter wrote: “You please me much by saying that no other fault is to be found in your picture than the roughness of the surface; for that part being of use in giving force to the effect at a proper distance, and what a judge of painting knows an original from a copy by; in short being the touch of the pencil which is harder to preserve than smoothness. ”While traditional portrait painters and their successors deploy a stupendous repertoire of draperies, architectural elements, and furnishings, Gainsborough satisfies himself with the lively depiction of natural vegetation. In this regard, he is close to the harmonious notions of nature being developed at the same time in the continental artistic culture of the Enlightenment. His colours are for the most part located in the brighter spectrum, an effect achieved through white highlights. Transmitted by Pauli is Gainsborough’s almost musical conception of composition: “One part of a picture ought to be like the first part of a tune; that you can guess what follows, and that makes the second part of the tune and so I’ve done.”
This portrait comes from the Viscounty family, the descendants of Gainsborough’s wife Margaret Burr. In 1904, it was transferred to Wilhelm Bode, then director of the museum, on the occasion of the opening of the Kaiser Friedrich Museum (the Bode-Museum beginning in 1956). It was one of the first paintings from the English school to enter the inventory of the Berlin Gallery. Rainer Michaelis | 200 Masterpieces of European Painting - Gemäldegalerie Berlin, 2019

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Gemäldegalerie

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