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Madonna mit Kind und Heiligen (Sacra Conversazione)

Ident. Nr.: 286

ObjID: obj:866398

Details (Expert)

Beteiligte
Sansovino (1501-1570),
Bildhauer*in
Datierung
Datierung: um 1530/40
Geografische Bezüge
Material / Technik
gebrannter Ton, gefaßt
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 81 x 107 x 12 cm (Relief)
Höhe x Breite x Tiefe: 99 x 124 x 20 cm (Rahmen)

Objektbeschreibung

Die entscheidende Wende von der Hochrenaissance zum so genannten Manierismus wurde in der venezianischen Skulptur durch den Florentiner Jacopo Sansovino vollzogen, der im Jahre 1527 nach der Plünderung Roms, dem Sacco di Roma, nach Venedig gekommen war. In seiner Formensprache orientierte er sich an Werken der Antike sowie Raffaels und Michelangelos. Mit der Berliner Sacra Conversazione, die eine vor einem Thron stehende Muttergottes mit dem Christusknaben zeigt, flankiert links von der heiligen Katharina von Alexandrien (?) und dem heiligen Jakobus, rechts von dem heiligen Franziskus von Assisi und der heiligen Klara, griff Sansovino eine Bildform auf, die traditionell vorrangig für Altargemälde gewählt wurde. Mittels beinahe vollplastischer Köpfe und einem perspektivisch geschichteten Architekturhintergrund vermag Sansovino der Szene Tiefe zu geben. Er holt dieses religiöse Thema, das in der Malerei oft in künstlichen Räumen vor irrealem Goldhintergrund oder Brokatstoffen präsentiert wird, in eine greifbare Realität. Ungewöhnlich ist auch das verwendete Material, gebrannter Ton, der durch seine weiße Fassung den Charakter eines Marmorbildwerks hervorrufen konnte. Teile der antikisierenden Architektur, ebenso wie die Sandalen der Figuren, das Kreuz der heiligen Klara und das Buch des heiligen Franziskus zeigen Reste einer wohl ursprünglichen Vergoldung.

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Palmetten- und Blattornament

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. An den vier Schildflächen erscheinen leicht alternierende vegetabile Ornamente im flachen Relief. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)

Würfelkapitell mit Blattornamenten

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)