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Heiliger Augustin

Ident. Nr.: 3104

ObjID: obj:866519

Details (Expert)

Beteiligte
Ignaz Günther (1740-1775),
Bildhauer*in
Datierung
1765
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 33,5 x 14 x 11,5 cm
Gewicht: 2 kg

Objektbeschreibung

Ignaz Günther, der als Schüler und Mitarbeiter sein Handwerk in der Werkstatt von Johann Baptist Straub erlernte, ist der Schöpfer dieser beiden, in betont schwungvollem Kontrapost ausgeführten Tonmodelle. Sie sind die Entwürfe für die beiden äußeren Hochaltarfiguren der ehemaligen Prämonstratenser Klosterkirche Neustift bei Freising. Die beiden Schutzpatrone des Ordens kontrastieren in Bewegung und Ausdruck. Dem in sich gekehrten Ordensgründer Norbert ist der ekstatisch aufblickende Kirchenvater Augustinus gegenübergestellt. Er hat seinen Fuß auf die Bücher der Häretiker gestellt, um die sich die Schlange als Sinnbild des Unglaubens windet. Der heilige Norbert mit dem Kelch in der Hand hat seinen Fuß auf das aufgeschlagene Buch des von ihm bekämpften Ketzers Tanchilinus gesetzt. Beide Bozzetti spiegeln eindrucksvoll die technische Meisterschaft dieses herausragenden süddeutschen Rokokobildhauers wider.

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Blattornamenten

Würfelkapitell mit Blattornamenten

Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)