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Portrait der Infantin María von Habsburg (1606-1646)

Ident. Nr.: 413C

ObjID: obj:866736

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Unbekannt,
Maler*in
Werkstatt: Diego Rodríguez de Silva y Velázquez (1599 - 1660),
Maler*in
Datierung
Ausführung: um 1630
Weitere Titel
Sammlungstitel: Portrait der Infantin María von Habsburg (1606-1646)
Übersetzung: Portrait of Infanta María of Habsburg (1606-1646)
Material / Technik
Leinwand
Abmessungen
Bildmaß: 208 x 109 cm
Erwerbung
1874 Ankauf mit der Sammlung des Bankiers Barthold Suermondt

Objektbeschreibung

Auf der Rückreise von Rom nach Spanien verweilte Diego Velázquez »in Neapel, wo er ein anmutiges Bildnis der Königin von Ungarn malte, um es Seiner Majestät mitzubringen« (Pacheco 1649). Gemeint war die Infantin Maria von Habsburg (1606–1646), die Schwester König Philipps IV. von Spanien und Gemahlin des Königs von Ungarn, des künftigen Kaisers Ferdinand III. Die Portraitsitzungen fanden im Zeitraum zwischen dem 8. August und dem 18. Dezember 1630 statt, als sich die Königin auf ihrem Weg nach Wien in Neapel aufhielt.
Auch wenn das von Pacheco beschriebene Gemälde nicht mit letzter Sicherheit einem bekannten Werk von Velázquez zugeordnet werden kann, wird das Portrait gemeinhin mit einem Bildnis identifiziert, das sich heute im Museo del Prado befindet. José Gudiol und José López-Rey zufolge diente dieses als Ölskizze für größere Gemälde, die für europäische Höfe vorgesehen waren. Zu dieser Gruppe soll auch das heute in Berlin aufbewahrte Bild gezählt haben, auf dem die Königin in der traditionellen Manier spanischer Hofportraits zu sehen ist: Sie posiert ungekünstelt vor einer roten Draperie und stützt sich auf einen »sillón frailero«, einen mit Leder bezogenen Lehnstuhl. Der ausgiebig untersuchte Darstellungstypus geht auf das 16. Jahrhundert und insbesondere auf die Arbeiten von Alonso Sánchez Coello zurück. Er wurde von Juan Pantoja de la Cruz aufgegriffen und von Velázquez (Kat.Nr. 413E) sowie weiteren Malern fortgesetzt. Erst mit Juan Carreño de Miranda kam diese Tradition Ende des 17. Jahrhunderts zum Erliegen.
López-Rey zufolge bewahrte Velázquez die heute im Museo del Prado befindliche Ölskizze möglicherweise bis zu seinem Tod in seinem Atelier auf; danach kam sie mit großer Wahrscheinlichkeit zunächst in die Sammlung des Grafen von Arco und ging dann später in die königliche Sammlung über. Das Berliner Portrait wurde bis 1851 im Madrider Buen-Retiro-Palast ausgestellt, bevor es an den deutschen Diplomaten Andreas von Schepeler (1780–1849) fiel. Von diesem ging es in den Besitz des Industriellen Barthold Suermondt (1818–1887) über, dessen Sammlung 1874 vom Kaiser-Friedrich-Museum (den heutigen Staatlichen Museen zu Berlin) aufgekauft wurde. Im selben Jahr fertigte Léopold Flameng von dem Bildnis einen Druck an.
Obwohl die Theorie von Gudiol und López-Rey heute weithin anerkannt wird, lohnt es sich, an eine 1903 von Carl Justi entwickelte Hypothese zu erinnern. Kategorisch widersprach der deutsche Kunsthistoriker der Mutmaßung, bei dem Prado-Portrait handele es sich um eine Ölskizze. Darüber hinaus äußerte er die Vermutung, das heute in Berlin befindliche Gemälde könne jenes Bild sein, das Velázquez seinerzeit in Neapel begonnen hatte. Dieser habe dort allerdings nur das Gesicht skizziert, das fraglos von höherer Qualität ist als der Rumpf; die übrige Ausgestaltung habe er nach seiner Rückkehr den Assistenten in seinem Madrider Atelier überlassen.
Es kann kaum angezweifelt werden, dass das Berliner Gemälde von einem eng mit Velázquez in Verbindung stehenden Künstler ausgeführt worden sein muss. Obwohl der Duktus weit von der Qualität und Gewandtheit des Meisters entfernt ist, spürt man beispielsweise in der Halskrause und der Hand das Bemühen, ihn zu imitieren. Wie schon Justi angemerkt hat, sind die Bilder aus Madrid und Berlin bis auf Gewand und Halskette identisch. Das Kleid ist zwar auf beiden Darstellungen gleich, in der Berliner Fassung sind aber die Verzierungen detaillierter ausgestaltet, so dass der prächtige Stoff und seine Stickereien besser zur Geltung kommen. Die mit einem aus Kelch und Hostie bestehenden Anhänger verzierte Kette ist auf dem Madrider Bild nicht vorhanden. Diese beiden Merkmale – der prächtige Stoff des Kleides und die Kette – finden sich allerdings auch auf einem weiteren Portrait der Infantin in der Prager Nationalgalerie wieder. Des Weiteren existieren noch andere, sehr ähnliche Varianten, die aber Abweichungen in der Verzierung des Kleides, den Accessoires und der Körperhaltung aufweisen.| María López-Fanjul y Díez del Corral
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On his way back to Spain from Rome, Diego Velázquez “stopped in Naples, where he painted a lovely portrait of the Queen of Hungary, to bring to His Majesty” (Pacheco 1649). Francisco Pacheco was referring to the Infanta María of Habsburg (1606–1646), sister of King Philip IV of Spain and wife of the King of Hungary, the future Emperor Ferdinand III of the Holy Roman Empire. The sessions took place between 8 August and 18 December 1630, during the four months the queen spent in Naples on her way to Vienna.
The painting Pacheco mentions has not been securely identified, though it has traditionally been held to be the one that now hangs in the Museo del Prado, which Gudiol and López-Rey also consider to be an oil sketch for larger paintings intended for the European courts, among them the Berlin canvas. In the Berlin work, the queen is represented in the traditional manner of Spanish court portraits: posing without much artifice against a black background that is decorated only with curtains and leaning against a "sillón frailero" (armchair with leather seat and back). This type of composition, which has been intensively studied, dates back to the sixteenth century, especially to the portrait models that were established by Alonso Sánchez Coello, espoused by Juan Pantoja de la Cruz and continued by Velázquez (Cat. No. 413E) and other painters, ending with Juan Carreño de Miranda in the late seventeenth century.
According to López-Rey, the oil sketch in the Museo del Prado may have been kept by Velázquez in his studio until his death, after which it must certainly have passed into the collection of the Duke of Arco and later into the Royal Collection. The Berlin portrait was on view in the Buen Retiro Palace until 1851, when it was given to Andreas von Schepeler (1780–1849), a German diplomat in Madrid. It was subsequently incorporated into the collection of the industrialist Berthold Suermont (1818–1887), whose collection was purchased in 1874 by the Kaiser Friedrich Museum (now Staatliche Museen zu Berlin). In the same year the Berlin canvas was reproduced in a print by Léopold Flameng.
Although Gudiol and López-Rey’s theory is the most widely accepted today, it is also interesting to recall the hypothesis ventured by Justi in 1903. The German historian categorically rejected the possibility that the Prado portrait was an oil sketch and suggested that the painting now in Berlin is the one Velázquez began in Naples, sketching only the face – which, incidentally, is of higher quality than the body – and leaving the rest for his studio assistants to complete on returning to Madrid.
It is difficult to doubt that the Berlin painting was executed by an artist close to Velázquez. Although the brushwork is far removed from the quality and fluidity of the master’s, there is a noticeable attempt to imitate it, such as in the ruff and the left hand. As Justi pointed out, the Madrid and Berlin compositions are almost identical, except in the dress and necklace. Although the dress is the same in both, the decoration is much more detailed in the Berlin version, and the richness of the fabric and its embroidery can be appreciated. The necklace, decorated with a pendant with a chalice and Host, is not depicted in the Madrid portrait.
These two distinguishing features, the sumptuous fabric of the dress and the necklace, are nonetheless found in another version of the work preserved in Prague National Gallery. There are other very similar variants displaying differences in the adornment of the dress, the accessories (the introduction of a fan), and the pose, such as the canvas housed in the Hispanic Society of America, that in the Selgas-Fagalde collection, and the one attributed to Frans Luyckx in the Kunsthistorisches Museum in Vienna in which the queen is accompanied by her firstborn son.| María López-Fanjul y Díez del Corral

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

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Einrichtung:

Gemäldegalerie

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Roelof de Vos van Steenwijk

Roelof de Vos van Steenwijk

In ungewöhnlich großen goldenen Lettern fasst die Inschrift den Kopf des Dargestellten  (um 1504 - um 1564) ein. Dass der goldene Ring am linken Ringfinger das Wappen der holländischen Familie de Vos van Steenwijk zeigt, wurde schon im 19. Jahrhundert erkannt, allerdings herrschte lange keine Klarheit über die genaue Identität des Porträtierten. Die Identifizierung mit einem gewissen Roelof geht auf den Historiker und Genealogen Albrecht Nicolaas Baron de Vos van Steenwijk (1976) zurück. Diesem zufolge wurde Roelof 1505 als unehelicher Sohn von Reynalt de Vos van Steenwijk und Agnes van Ittersum geboren, im Februar 1537 wurde in Brüssel die Abstammung des damals etwa 31-Jährigen formal in einem Brief von Kaiser Karl V. anerkannt. Bald darauf heiratete er die Kölnerin Catharina Bellinckhausen, 1543 wird eine gemeinsame Tochter erwähnt. Vor 1548 ließ Roelof sich in Antwerpen nieder, wo er vor 1564 gestorben ist. Die aufrecht nach rechts gewandte Haltung des de Roelof Vos van Steenwijk, der aus dem Bild nach rechts und nicht auf den Betrachter blickt, spricht sehr dafür, dass dieses Porträt ursprünglich auf ein Gegenstück hin konzipiert war. Denkbar ist in Anbetracht der Tatsache, dass Roelof zwischen 1537 und 1543 geheiratet hat, dass es als Verlöbnisbild oder aber anlässlich der Eheschließung – mit einem möglichen Pendant der Gattin – in Auftrag gegeben wurde.| Christine SeidelSIGNATUR / INSCHRIFT: ANNO 1541 ETATIS SUAE 37

Friedrich V. von der Pfalz (1596-1632) mit seiner Gemahlin und seinen Kindern (9 Teile)

Friedrich V. von der Pfalz (1596-1632) mit seiner Gemahlin und seinen Kindern (9 Teile)

Medaillonkette mit den Darstellungen von Pfalzgraf Philipp (1627 - 1655), Pfalzgräfin Henriette (Fürstin von Siebenbürgen, 1626 - 1651), Pfalzgraf Moritz (1620 - 1652), Pfalfgräfin Elisabeth (Äbtissin von Herford, 1618 - 1680), Pfalzgraf Karl Ludwig (Kurfürst von der Pfalz, 1617 - 1686), das Herrscherpaar Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz (König von Böhmen, 1596 - 1632), Kurfürsten Elisabeth von der Pfalz (Königin von Böhmen, 1596 - 1662), Pfalzgraf Rupert (1619 - 1682) und Pfalzgräfin Luise Hollandine (Äbtissin von Maubuisson, 1622 - 1709).Sieben der Darstellung sind mit mit den Initialen des Künstlers versehen. Die des Herrscherpaares jedoch nicht, diese weisen auf stilistische Anregungen durch Gemälde von Hoskins d. Ä. oder van Dycks hin. Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz vermählte sich 1613 mit Elisabeth Stuart, der Tochter Jakobs I. von England. Damit waren Hoffnungen auf eine Stärkung der evangelischen Pfalz im Reich verbunden. Im Jahre 1616 heiratete die Schwester des Pfälzers, Elisabeth Charlotte, den brandenburgischen Kurprinzen Georg Wilhelm. 1619 wählte die böhmischen Stände Friedrich V. von der Pfalz zu ihrem König, womit sie die rechtmäßige Herrschaft Kaiser Ferdinand II. mißachteten. Die Unbotmäßigen votierten damit für den Glaubensgenossen Friedrich V. als Haupt der protestantischen Union. Dieser Entscheidung widersetzte sich das Haus Habsburg. Der lebenslustige und risikobereite "Winterkönig" (Freidrich V.) schöpfte die neue königliche Würde reichlich aus. Jedoch weder England noch die Niederlande oder Brandenburg konnten dem Glaubensbruder wegen eigener innenpolitischen Schwierigkeiten beistehen. Auf diplomatischen Druck Englands und Frankreichs hin verhielt sich die protestantische Union neutral, was zu einer Isolierung Friedrich V. führte (3. Juli 1620: Ulmer Vertrag). Am 8. November 1620 stand der "Winterkönig" den Heeren des Kaisers, Kursachsens und Spaniens in der Schlacht am Weißen Berg bei Prag gegenüber. Schon nach einer Stunde beherrschten die Armeen der katholischen Liga unter Tillys Kommando die Walstatt. Friedrich V. und Familie flohen zuerst zum Schwager nach Brandenburg. Im Neumärkischen Küstrin an der Oder wurde noch im selben Jahr (1620) Pfalzgraf Moritz geboren. In Gefangenschaft von Seeräubern ist er später in Algier verschollen. Pfalzgraf Ruprecht studierte 1634 gemeinsam mit dem brandenburgischen Kurprinzen (seit 1675 der Große Kurfürst genannt) in Leiden. Die einstige böhmische Königin und Tante des Hohenzollern, Elisabeth von der Pfalz, lebte seit Beginn ihres Wittums (1632) in Rhenen bei Arnheim.Die Medaillonkette wurde am 19. März 1689 unter der Inv.Nr.53 auf die Kunstkammer im Berliner Schloß gegeben. Schon das Inventar von 1694 meldete den Verlust des Miniaturporträts von Pfalzgraf Gustav, welcher einjährig starb. Inzwischen fehlen zwei weitere Bildnisse. Aleander Cooper (um 1605 London - 1660 Stockholm) - einer der bedeutendsten Miniaturmaler - war seit 1631 im Haag tätig, wo er wohl auch die Berliner Medaillonkette schuf (R.M.).SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. Auf den beiden Deckeln unter einer Königskrone: SHE? (verbunden)Porträts von links:1. rechts unten im Grund: A[C]; Rückseite: Philippus P.P. / Aet: 5: / 26 Octobrio 1632; 2. links im Grund: AC; Rückseite: Herriette P.P. / Aet. 6: / 7 Juli 1632.;3. links im Grund: AC; Rückseite: Mauritius P.P. / Aet: 11: / 6 Januari 1632.;4. Rückseite: Elisabetha, P.P. / Aet: 13: / 26 Nouem: 1632; 5. rechts unten im Grund: AC; Rückseite: Carolus. P.P.E. / Aet. 14: / 22 Decem 1632.;6. Rückseite: Federicus R•B• / AET: 36 / 16 Augus 1632.7. Rückseite: Elisabetha R• B• / Aet 36: / 19 Augus 1632;8. Rechts unten im Grund: AC; Rückseite: Rupertus P•P• / Aet: 12: / 17 Decem 1632.;9. rechts im Grund: A[C]; Rückseite: Louisa P•P•. / Aet: 10: / 8 April: 1632.;10. Porträt verschollen; Rückseite: Eduardus P•P• / Aet: 8: / 6 Octobrio 1632•; 11. Porträt verschollen; Rückseite: Sophia P•P• / Aet: 2: / 14 Octobris 1633•12. Porträt verschollen; Rückseite: Gustavus P•P• / Aet: 1: / 4 Januari 1633