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Portrait der Infantin María von Habsburg (1606-1646)

Ident. Nr.: 413C

ObjID: obj:866736

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Unbekannt,
Maler*in
Werkstatt: Diego Rodríguez de Silva y Velázquez (1599 - 1660),
Maler*in
Datierung
Ausführung: um 1630
Weitere Titel
Sammlungstitel: Portrait der Infantin María von Habsburg (1606-1646)
Übersetzung: Portrait of Infanta María of Habsburg (1606-1646)
Material / Technik
Leinwand
Abmessungen
Bildmaß: 208 x 109 cm
Erwerbung
1874 Ankauf mit der Sammlung des Bankiers Barthold Suermondt

Objektbeschreibung

Auf der Rückreise von Rom nach Spanien verweilte Diego Velázquez »in Neapel, wo er ein anmutiges Bildnis der Königin von Ungarn malte, um es Seiner Majestät mitzubringen« (Pacheco 1649). Gemeint war die Infantin Maria von Habsburg (1606–1646), die Schwester König Philipps IV. von Spanien und Gemahlin des Königs von Ungarn, des künftigen Kaisers Ferdinand III. Die Portraitsitzungen fanden im Zeitraum zwischen dem 8. August und dem 18. Dezember 1630 statt, als sich die Königin auf ihrem Weg nach Wien in Neapel aufhielt.
Auch wenn das von Pacheco beschriebene Gemälde nicht mit letzter Sicherheit einem bekannten Werk von Velázquez zugeordnet werden kann, wird das Portrait gemeinhin mit einem Bildnis identifiziert, das sich heute im Museo del Prado befindet. José Gudiol und José López-Rey zufolge diente dieses als Ölskizze für größere Gemälde, die für europäische Höfe vorgesehen waren. Zu dieser Gruppe soll auch das heute in Berlin aufbewahrte Bild gezählt haben, auf dem die Königin in der traditionellen Manier spanischer Hofportraits zu sehen ist: Sie posiert ungekünstelt vor einer roten Draperie und stützt sich auf einen »sillón frailero«, einen mit Leder bezogenen Lehnstuhl. Der ausgiebig untersuchte Darstellungstypus geht auf das 16. Jahrhundert und insbesondere auf die Arbeiten von Alonso Sánchez Coello zurück. Er wurde von Juan Pantoja de la Cruz aufgegriffen und von Velázquez (Kat.Nr. 413E) sowie weiteren Malern fortgesetzt. Erst mit Juan Carreño de Miranda kam diese Tradition Ende des 17. Jahrhunderts zum Erliegen.
López-Rey zufolge bewahrte Velázquez die heute im Museo del Prado befindliche Ölskizze möglicherweise bis zu seinem Tod in seinem Atelier auf; danach kam sie mit großer Wahrscheinlichkeit zunächst in die Sammlung des Grafen von Arco und ging dann später in die königliche Sammlung über. Das Berliner Portrait wurde bis 1851 im Madrider Buen-Retiro-Palast ausgestellt, bevor es an den deutschen Diplomaten Andreas von Schepeler (1780–1849) fiel. Von diesem ging es in den Besitz des Industriellen Barthold Suermondt (1818–1887) über, dessen Sammlung 1874 vom Kaiser-Friedrich-Museum (den heutigen Staatlichen Museen zu Berlin) aufgekauft wurde. Im selben Jahr fertigte Léopold Flameng von dem Bildnis einen Druck an.
Obwohl die Theorie von Gudiol und López-Rey heute weithin anerkannt wird, lohnt es sich, an eine 1903 von Carl Justi entwickelte Hypothese zu erinnern. Kategorisch widersprach der deutsche Kunsthistoriker der Mutmaßung, bei dem Prado-Portrait handele es sich um eine Ölskizze. Darüber hinaus äußerte er die Vermutung, das heute in Berlin befindliche Gemälde könne jenes Bild sein, das Velázquez seinerzeit in Neapel begonnen hatte. Dieser habe dort allerdings nur das Gesicht skizziert, das fraglos von höherer Qualität ist als der Rumpf; die übrige Ausgestaltung habe er nach seiner Rückkehr den Assistenten in seinem Madrider Atelier überlassen.
Es kann kaum angezweifelt werden, dass das Berliner Gemälde von einem eng mit Velázquez in Verbindung stehenden Künstler ausgeführt worden sein muss. Obwohl der Duktus weit von der Qualität und Gewandtheit des Meisters entfernt ist, spürt man beispielsweise in der Halskrause und der Hand das Bemühen, ihn zu imitieren. Wie schon Justi angemerkt hat, sind die Bilder aus Madrid und Berlin bis auf Gewand und Halskette identisch. Das Kleid ist zwar auf beiden Darstellungen gleich, in der Berliner Fassung sind aber die Verzierungen detaillierter ausgestaltet, so dass der prächtige Stoff und seine Stickereien besser zur Geltung kommen. Die mit einem aus Kelch und Hostie bestehenden Anhänger verzierte Kette ist auf dem Madrider Bild nicht vorhanden. Diese beiden Merkmale – der prächtige Stoff des Kleides und die Kette – finden sich allerdings auch auf einem weiteren Portrait der Infantin in der Prager Nationalgalerie wieder. Des Weiteren existieren noch andere, sehr ähnliche Varianten, die aber Abweichungen in der Verzierung des Kleides, den Accessoires und der Körperhaltung aufweisen.| María López-Fanjul y Díez del Corral
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On his way back to Spain from Rome, Diego Velázquez “stopped in Naples, where he painted a lovely portrait of the Queen of Hungary, to bring to His Majesty” (Pacheco 1649). Francisco Pacheco was referring to the Infanta María of Habsburg (1606–1646), sister of King Philip IV of Spain and wife of the King of Hungary, the future Emperor Ferdinand III of the Holy Roman Empire. The sessions took place between 8 August and 18 December 1630, during the four months the queen spent in Naples on her way to Vienna.
The painting Pacheco mentions has not been securely identified, though it has traditionally been held to be the one that now hangs in the Museo del Prado, which Gudiol and López-Rey also consider to be an oil sketch for larger paintings intended for the European courts, among them the Berlin canvas. In the Berlin work, the queen is represented in the traditional manner of Spanish court portraits: posing without much artifice against a black background that is decorated only with curtains and leaning against a "sillón frailero" (armchair with leather seat and back). This type of composition, which has been intensively studied, dates back to the sixteenth century, especially to the portrait models that were established by Alonso Sánchez Coello, espoused by Juan Pantoja de la Cruz and continued by Velázquez (Cat. No. 413E) and other painters, ending with Juan Carreño de Miranda in the late seventeenth century.
According to López-Rey, the oil sketch in the Museo del Prado may have been kept by Velázquez in his studio until his death, after which it must certainly have passed into the collection of the Duke of Arco and later into the Royal Collection. The Berlin portrait was on view in the Buen Retiro Palace until 1851, when it was given to Andreas von Schepeler (1780–1849), a German diplomat in Madrid. It was subsequently incorporated into the collection of the industrialist Berthold Suermont (1818–1887), whose collection was purchased in 1874 by the Kaiser Friedrich Museum (now Staatliche Museen zu Berlin). In the same year the Berlin canvas was reproduced in a print by Léopold Flameng.
Although Gudiol and López-Rey’s theory is the most widely accepted today, it is also interesting to recall the hypothesis ventured by Justi in 1903. The German historian categorically rejected the possibility that the Prado portrait was an oil sketch and suggested that the painting now in Berlin is the one Velázquez began in Naples, sketching only the face – which, incidentally, is of higher quality than the body – and leaving the rest for his studio assistants to complete on returning to Madrid.
It is difficult to doubt that the Berlin painting was executed by an artist close to Velázquez. Although the brushwork is far removed from the quality and fluidity of the master’s, there is a noticeable attempt to imitate it, such as in the ruff and the left hand. As Justi pointed out, the Madrid and Berlin compositions are almost identical, except in the dress and necklace. Although the dress is the same in both, the decoration is much more detailed in the Berlin version, and the richness of the fabric and its embroidery can be appreciated. The necklace, decorated with a pendant with a chalice and Host, is not depicted in the Madrid portrait.
These two distinguishing features, the sumptuous fabric of the dress and the necklace, are nonetheless found in another version of the work preserved in Prague National Gallery. There are other very similar variants displaying differences in the adornment of the dress, the accessories (the introduction of a fan), and the pose, such as the canvas housed in the Hispanic Society of America, that in the Selgas-Fagalde collection, and the one attributed to Frans Luyckx in the Kunsthistorisches Museum in Vienna in which the queen is accompanied by her firstborn son.| María López-Fanjul y Díez del Corral

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

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Einrichtung:

Gemäldegalerie

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Eislandschaft mit Schlitten und eingefrorenen Booten

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Isaac van Ostade kreierte in der Berliner Winterlandschaft ein poetisches Stimmungsbild, das eine vermeintliche Alltagsszene zeigt. Eingefasst von dem kahlen Geäst eines Baumes rechts und einigen Bootsmasten zur Linken, gibt das Bild den Blick auf die eisbedeckte Fläche eines zugefrorenen Binnengewässers frei. Die dargestellten, mit Lasten schwer beladenen Schlitten werden von Hand über das Eis geschoben oder von Pferden gezogen. Was im Sommer durch Schiffe, die nun festgefroren im Eis liegen, einfach zu transportieren ist, muss im Winter mühselig befördert werden. Im Hintergrund der Szene sind silhouettenhaft Spaziergänger und Schlittschuhläufer zu erkennen. Im Gegensatz zu den sehr summarisch angelegten Figuren, deren Formen nur sehr grob angelegt sind, treten die aufgeworfenen Schneereste, die Ufergräser und Zweige des Baumes, in feinmalerischer Prägnanz hervor. Auf diese Weise schafft Ostade eine atmosphärisch überzeugende Darstellung der im 17. Jahrhundert noch wenig menschenfreundlichen Jahreszeit des Winters. Einige wenige Lokalfarben in der vorderen Zone – das gedeckte Karminrot eines Rockes, etwas Zitronengelb unter dem stumpfen Blau einer Mütze oder das pastose Weiß eines Schimmels – lösen sich in perspektivisch differenzierter Abfolge in den weich verfließenden Brauntönen von Mittel- und Hintergrund auf. Das Landschaftliche beherrscht das Blickfeld. Dabei gehörte Isaacs Vorliebe der Figuren- bzw. Genremalerei. In Anlehnung an seinen älteren Bruder Adriaen, dessen Schüler er war, bevorzugte er Themen aus dem bäuerlichen Alltagsleben. Nehmen die Figurenszenen in seinen früheren Bildern einen großen Stellenwert ein, so gewinnt die Landschaft in den späteren Werken zunehmend an Bedeutung. Winterlandschaften und der Halt vor einem Wirtshaus gehören dabei zu den Hauptsujets des bereits mit 28 Jahren verstorbenen Malers. Am Ende von Ostades künstlerische Entwicklung entstanden Werke, die ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Figur und Landschaft zeigen. Die Grenzen zum Landschaftsfach hat der spezialisierte Genremaler jedoch nur selten überschritten. Aber gerade seine Tätigkeit auf diesem Gebiet hat herausragende Leistungen hervorgebracht. Denn die von graulilafarbenen Wolkenzügen und frostigem Himmelsblau überspannte Eisansicht erschöpft sich nicht allein in realistischer Wiedergabe der heimischen Natur, sondern erweist sich in den behutsam nuancierten Licht- und Tonwerten als ein poetisch gesteigertes Stimmungsbild. Der berührende Ausdrucksgehalt des Bildes, der an Rembrandts Winterlandschaft von 1647 (Kassel, Staatliche Kunstsammlungen) denken lässt, macht deutlich, welchen Verlust die holländische Malerei durch den frühen Tod Isaac van Ostades erlitten hat. Katja Kleinert und Jan Kelch | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2019SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. links unten: Isack .ostade___________________________________________________________________In this winter landscape, Isaac van Ostade created a poetic mood showing what appears to be an everyday scene. Framed by the bare branches of a tree on the right and several boats’ masts on the left, the painting opens a view of the ice-covered surface of a body of water that has frozen over. Heavily laden sledges are being pushed across the ice by hand or pulled by horses. What can easily be transported in summer by ships that now lie in the ice, frozen fast, has to be moved laboriously in winter. In the background, the silhouettes of people walking and skating can be made out. In contrast to the figures, which are delineated very sketchily with forms only depicted roughly, the piled-up remains of snow, the grasses on the banks and the branches of the tree are painted with fine clarity. In this way, Ostade creates an atmospherically convincing representation of winter, a season that was still hostile to humans in the 17th century. A very few patches of local colour in the foreground zone – the muted crimson of a coat, some lemon yellow beneath the matt blue of a cap and the pastose white of a horse – dissolve in a differentiated perspectival sequence into the softly blurring shades of brown of the middle ground and the distance. The landscape element dominates the view.Despite this, Isaac van Ostade’s preference was for painting figures and genre scenes. Following his older brother Adriaen, who was his teacher, he had a liking for subjects from everyday rustic life. Whereas scenes with figures possessed great importance in his early paintings, in later works the landscape became increasingly significant. Winter landscapes and a stop in front of an inn are among the main themes of the artist, who died at the age of only 28. At the end of his artistic development, Ostade painted works that display a balanced relationship between figures and landscape. As a specialised genre painter, he seldom crossed the border to landscape painting, but it was his work in this field that produced outstanding achievements: the view of ice beneath trails of clouds in grey-purple colours and a frosty sky-blue is not limited to the realistic reproduction of nature in his homeland, but in its carefully nuanced gradations of light and colour tones manifests itself asa poetically enhanced portrayal of atmosphere. The touching expressiveness of the work, which is reminiscent of Rembrandt’s winter landscape of 1647 (Kassel,Staatliche Kunstsammlungen), emphasises how great a loss to Dutch painting the early death of Isaac van Ostade was. Katja Kleinert und Jan Kelch | 200 Masterpieces of European Painting - Gemäldegalerie Berlin, 2019

Maria mit dem Kind

Maria mit dem Kind

Seit dieses anmutige Bild 1823 erstmals in Berlin inventarisiert wurde, hat man es um das Jahr 1500 datiert und zunächst mit der venezianischen, dann mailändischen Schule in Verbindung gebracht. Stilistische Vergleiche legten eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Stil von Ambrogio Bergognone nahe, während eine andere Einschätzung eher auf die Schule von Verona hindeutete, und auf Paolo Morando, genannt Cavazzola. Die Zuschreibung an Johannes Hispanus stammt von Federico Zeri und unabhängig davon von Franco Moro. Giovanni Romano fasst hervorragend die Stilelemente zusammen und verortet die Maria mit dem Kind zwischen Ferrara (mit Ortolano und Niccolò Pisano) und Cremona (mit Boccaccio Boccaccino). Sowohl die Landschaft als auch die glänzenden Stoffe, etwa der Umhang der Jungfrau Maria, zeigen eine Nähe zu Malern aus dem Gebiet von Venedig, nicht nur zu Giorgione, sondern insbesondere auch zu Dosso Dossi, Romanino und Tizian, was die geografische Zuordnung unterstützt. Die klar erkennbaren Ähnlichkeiten zwischen dieser Arbeit und einer von Johannes Hispanus signierten Grablegung in der Sammlung Saibene in Mailand bestätigen die Zuschreibung der Tafel zu diesem Maler. Allerdings fand das Berliner Werk in der Literatur zu Johannes Hispanus zunächst nur wenig Beachtung. Dies änderte sich erst mit der ersten Monografie über den Maler von Stefania Castellana (2017), die für diese Tafel eine Datierung zwischen 1502 und 1504 anregt; als Grund nennt sie die stilistische Nähe zur Jungfrau Maria auf dem Altarbild von Boccaccino in der Kirche San Zulian in Venedig (um 1502), während Gestalt und Antlitz denen der Meister von Ferrara und insbesondere von Niccolò Pisano ähneln. Zugleich erinnert die typisch puppenartige, wie eingefroren wirkende Darstellung des Jesuskindes an ein entsprechendes Detail auf dem später entstandenen Altarbild von Montecassiano in den Marken (1506–08). Sechzig Jahre nach seinem Erwerb zusammen mit der Sammlung Solly wurde das Bild, nachdem es 1830 nur einige Jahre in der Berliner Galerie zu sehen gewesen war, 1884 an das Provinzialmuseum in Hannover und dann 1912 an das Landesmuseum der Provinz Westfalen in Münster gegeben. 1942 kehrte es nach Berlin zurück.__________________________________________________________________Ein erlesenes Werk des ´Johannes Hispanus`, einem Maler aus Spanien (Valencia) mit stilistischem Bezug zur Toskana (Piero di Cosimo), der Lombardei (Luini), zu Venedig (Boccaccino, Giovanni Agostino da Lodi) und Ferrara (Nicola Pisano, Garofalo, Ortolano) aus dem ersten Drittel des 16. Jahrhunderts. Die starken italienischen Einflüsse haben Teile der Krtiker gespalten, so glauben manche Kunsthistoriker eher an die Autorschaft eines italienischen Malers.

Die Venezianerin (Heilige Maria Magdalena)

Die Venezianerin (Heilige Maria Magdalena)

Die früheren Fassungen in London (The National Gallery), Florenz (Gallerie degli Uffizi) und Los Angeles (J. Paul Getty Museum) geben links unten statt der Signatur das Salbgefäß vor dem offenen Grab. Im Berliner Gemälde fehlt dieses Attribut der Magdalena, und es wird die Identität der Dargestellten bewusst offengelassen. Es bleibt das verwirrende Spiel mit dem halb abgewandten, aber aus dem Bild schauenden Gesicht der ansonsten verhüllten, jedoch durch das Licht und Gold des Gewands aufs Äußerste hervorgehobenen Frau. Die Mauer verstärkt noch ihre Dominanz, verstellt dem Blick des Betrachters die Flucht. Im Londoner Gemälde schimmert der Stoff silbern – vielleicht als Abglanz des Auferstandenen. Die scheinbar dickere Oberfläche im Berliner Bild lässt beinah an eine Metallfolie denken. | Prestel-Museumsführer - Gemäldegalerie Berlin, 2017SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. unten links an der Mauer: Joanes Jeroni̅us / Savoldus. de / brisia / faciebat._________________________________________Earlier versions of this work in London (The National Gallery), Florence (Gallerie degli Uffizi) and Los Angeles (J. Paul Getty Museum) depict a vessel of ointment before the open tomb in the bottom left-hand corner, rather than a signature. This attribute of Mary Magdalene is missing in the Berlin painting; thus the subject’s identity is deliberately ambiguous. What we see, then, is a bewildering game played with the veiled face of the woman, whose image is powerfully highlighted by the light and gold of her garments. The wall further increases her dominance of the picture, as it does not allow the viewer’s eye to escape. In the London picture the fabric has a silver sheen—perhaps as a reflection of the risen Christ. The dense surface of the Berlin painting almost suggests metal foil. | Prestel Museum Guides - Gemäldegalerie Berlin, 2017

Thronende Maria mit dem Kind

Thronende Maria mit dem Kind

Schützend hält die Jungfrau Maria ihren Sohn Jesus, während sie gleichzeitig eine Rose von ihm fernhält. Trotz ihres Ausdrucks tiefster Schwermut hat sie die fundamentale Aufgabe angenommen, ihren Sohn auf seinem Weg zu begleiten. Der Jesusknabe wiederum hält lächelnd zwei Weinbeeren in der linken Hand. Sie verweisenebenso wie die Rose auf seinen künftigen Leidensweg: Der Rosenzweig deutet symbolisch auf die Dornenkrone hin, wohingegen die Trauben auf jene Episode beim Letzten Abendmahl anspielen, in der Jesus seinen Jüngern Wein reicht und dabei sagt: »Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird.« (Lukas 22,20)Robust und majestätisch wie ein Thron wirkt Maria wie ein integraler Bestandteil der Architektur. Das rote Samtkleid spiegelt die Rottöne der Steine wider und ihr Umhang zeigt dieselbe umfassende Geste wie die hinter ihr liegende Nische. Gleich einem stützenden Schemel faltet er sich zugleich unter den Füßen des Kindes undbegrenzt die Intimität der mütterlichen Szene ebenso wie das Brüstungssims aus weißem Marmor den Vordergrund von der Landschaft im Hintergrund trennt. Nur ihr Blick erinnert uns daran, dass sie trotz dieser Transformation immer noch auch eine Mutter ist.Die leuchtende Farbpalette und der Zug zur exakten Wiedergabe der Details ließen anfänglich Flandern als Ursprungsort dieser Tafel vermuten. Auf einen italienischen Urheber schienen hingegen die Monumentalität der Figuren, das Einbinden architektonischer Ruinen und die elaborierte perspektivische Landschaftsdarstellunghinzudeuten. Die Lösung dieses Rätsels findet sich vermutlich in der Entwicklung der spanischen Malerei des 15. Jahrhunderts. In diesem Zeitraum existierten auf der iberischen Halbinsel neben- und gegeneinander flämische und italienische Einflüsse, die sukzessive dem spanischen Geschmack angepasst und zu einer eigenenDarstellungsweise zusammengeführt wurden.Einer der Protagonisten dieses Prozesses war Pedro Berruguete, der um das Jahr 1445 nahe Palencia in Paredes de Nava geboren wurde und vermutlich 1503 in Madrid verstarb. Ausgebildet wurde er wahrscheinlich bei einem Meister der spanisch-flämischen Tradition mit guten Kenntnissen der aktuellen Entwicklungenin Flandern. Konkrete Anhaltspunkte für einen eigenen Aufenthalt Berruguetes in Flandern gibt es nicht, dafür deutet vieles darauf hin, dass er im Zeitraum zwischen etwa 1473/74 und 1483 am Hof Federico da Montefeltros in Urbino wirkte. Die um das Jahr 1475 datierte Tafel könnte somit von ihm in Italien gefertigt worden sein.Hierfür spricht auch das offenkundige Interesse an einer exakten Wiedergabe der verschiedenen Marmorsorten und der architektonischen Details, denn Vergleichbares findet sich in Berruguetes späteren, nach seiner Rückkehr in Kastilien geschaffenen Arbeiten nicht wieder. Das Bild hängt seit 2019 im spanischen Kabinett des Bode-Museums. Maria López-Fanjul | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2019____________________________________The Virgin Mary protectively holds her son Jesus, at the same time holding a rose away from him. Despite her expression of deep sadness, she has accepted her fundamental task of accompanying her son on his path. The Child, for his part, smiles and holds two grapes in his left hand. Like the rose, they point to his future suffering: the rose branch refers symbolically to his crown of thorns, the grapes to the episode at the Last Supper in which Jesus serves wine to his apostles, saying: “This cup is the new covenant in my blood, which is shed for you.” (Luke 22:20)Robust and majestic as a throne, Mary seems to be an integral part of the architecture. Her red velvet dress mirrors the red tones of the stones, and her cloak displays the same enclosing gesture as the niche behind her. Like a supporting stool, the cloak is also folded beneath the feet of the child, limiting the intimacy of the scene of mother and child, just as the white marble parapet separates the foreground from the landscape in the background. Only the look in Mary’s eyes reminds us that, despite this transformation, she is still a mother.The palette of glowing colours and the tendency to exact reproduction of detail initially led to the assumption that this panel was painted in Flanders. The monumentality of the figures, the incorporation of architectural ruins and the elaborate representation of the landscape in perspective, on the other hand, seemed to suggest an Italian artist. The solution to this riddle is probably to be found in the development of Spanish painting in the 15th century. In this period in the Iberian peninsula, there existed competing and co-existing Flemish and Italian influences, which were successively adapted to Spanish taste and combined to form a characteristically Spanish manner of depiction.One of the protagonists in this process was Pedro Berruguete, who was born in about 1445 in Paredes de Nava near Palencia and probably died in 1503 in Madrid. He was presumably trained by a master of the Spanish Flemish tradition who had a good knowledge of the latest developments in Flanders. There is no specific indication that Berruguete himself spent time in Flanders, but much to suggest that he was active at the court of Federico da Montefeltro in Urbino between 1473/74 and 1483. The panel dating from approximately 1475 could therefore have been painted by him in Italy. This is suggested by his obvious interest in the exact rendering of different kinds of marble and the architectural details, as comparable traits are not present in Berruguete’s later work, produced after his return to Castile. Since 2019, the picture hangs in the Spanish room of the Bode-Museum. Maria López-Fanjul | 200 Masterpieces of European Painting - Gemäldegalerie Berlin, 2019