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Allegorie auf Dürers Tugenden (Albrecht Dürer im Zweikampf vor Kaiser Maximilian)

Ident. Nr.: 804

ObjID: obj:867248

Details (Expert)

Beteiligte
Hans Daucher (um 1485),
Bildhauer*in
Datierung
Datierung: 1522
Material / Technik
Solnhofener Stein
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 23,8 x 16,8 x 3,2 cm
Gewicht: 2468,85 g

Objektbeschreibung

Hans Daucher, der sich mit seinem Monogramm auf einer an der rechten unteren Ecke liegenden Tafel verewigt hat, schuf diese vielschichtige Allegorie auf den zur Entstehungszeit des Reliefs noch lebenden Malerfürsten Albrecht Dürer. Es zeigt unter einem mächtigen Baum und vor einem aus Landschaft und Zeltlager bestehenden Hintergrund den gerüsteten Künstlerheros im Kampf mit einem am Boden liegenden Gegner. Der Sieg des freien Künstlers über Neid und Missgunst wird unter den Augen des am linken Bildrand stehenden, humanistisch gesonnenen Kaiser Maximilian I. ausgetragen. Aus einer Truhe wird bereits das dem Künstler gestiftete Ehrenkleid entnommen. Die drei Männer im Hintergrund stellen Helden aus der Vorzeit dar: Das Altertum durch Herkules mit der Keule, die Bibel mit David und die Neuzeit mit dem behelmten Gotenkönig Theoderich. Ihnen sind rechts drei weibliche Tugenden gegenübergestellt: Iustitia mit der Mauerkrone, Fortitudo mit dem Helm und Prudentia, die Klugheit und Weisheit. Das Programm entwarf vermutlich Johann Stabius, der Berater Maximilans I., der auf dem Relief hinter dem Kaiser steht.

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Blattornamenten

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)