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Die Steinigung des heiligen Stephanus

Ident. Nr.: 65.3

ObjID: obj:867271

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Garofalo (1481 - 1559),
Maler*in
Datierung
Ausführung: 1540
Weitere Titel
Sammlungstitel: Die Steinigung des heiligen Stephanus
Übersetzung: The Stoning of Saint Stephen
Geografische Bezüge
Italien,
Land
Abmessungen
Bildmaß: 271 x 195 cm
Erwerbung
1965 Ankauf aus der Sammlung Spencer-Churchill, Northwick Park, England (Auktion Christie, London, Freitag, den 28. Mai 1965, Los 23)

Objektbeschreibung

"Stephanus, Diakon der christlichen Kirche und ihr erster Märtyrer, wurde 31 oder 32 n.Chr. vor den Toren Jerusalems zu Tode gesteinigt, nachdem er den christlichen Glauben gepredigt und Wunder getan hatte. Noch im Sterben betete er für seine Peiniger und rief: "Herr, behalte Ihnen diese Sünde nicht". Die falschen Zeugen legten zum Werfen ihre Kleider ab, die von dem jungen Saulus, dem späteren Paulus, bewacht wurden (vgl. die Figurengruppe rechts oben im Hintergrund des Bildes) (Apostelgeschichte 7, 57-59).
In der dichtgedrängten, dynamisch-labilen Komposition, den gesuchten und studierten Posen der Figuren, den Drehungen ihrer Körper und deren stark plastischer Durchbildung zeigt sich das manieristische Element in Garofalos Spätstil. Das Format, die Maße und der halbrunde Abschluß deuten auf ein Altarbild. Garofalo hat ein Altarbild mit der Darstellung der "Steinigung des Stephanus" für die Kapelle des Heiligen in S. Francesco in Lugo bei Ferrara gemalt, deren Altar 1541 errichtet wurde. Das Altarbild soll 1540 datiert gewesen sein. Sollte es mit dem Berliner Bild identisch sein, müßte bei dem Datum MDXXX die Ziffer X bei einer späteren Reinigung und Restaurierung verloren gegangen sein" / Schleier 1975

SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. unten links am Sockel des Säulenstumpfes: MDXXX / BENVENVTO•/ GAROFILO•/F•

Das Berliner Gemälde scheint identisch mit dem von Baruffaldi (ante 1755: 1841, I) in der Kirche von Lugo di Romagna mit Lob erwähnten Werk zu sein ("La cospicua terra di Lugo, territorio ferrarese fa gran conto d`una lapidazione di S. Stefano protomartire, mostrata per cosa assai riguardevole"). Girolamo Bonoli (1732, S. 278) erwähnte schon den 1540 verstorbenen Santi Lugaresi gebauten Altar der ´Cappella del Protomartire S. Stefano`. Eigentum des Klosters, lies er 1541 den alten Altar durch einen neuen ersetzen, dort sieht man: "la pittura di Benvenuto Tisi da Garofano luogo del Ferrarese, detto volgarmente il Garofano, e l`Ancona d`Ercole Filippi da Lugo". Cittadella (1872) veröffentliche den Auftrag an Garofalo, der im Jahre 1540 (also nicht 1530) fällig wurde.
Burton B. Frederiksen (Brief an das Museum, 30. Januar 2008) entdeckte, dass das Werk kam nicht unmittelbar aus Italien nach England kam, sondern am 19. April 1825 bei Lapeyrière in Paris (Los 25) für die außerordentliche Summe von 24.900 Franken versteigert wurde. Im Katalog stand, das Bild sei für eine lange Zeit in der Sammlung des Senators und Dogen Genuas, Michelangelo Cambiaso gewesen, also nicht - wie normalerweise bisher angenommen - in derjenigen der Balbi Familie (siehe: The Getty Provenance Index Databases, Garofalo, Benvenuto Tisi da, Catalog F-523).
Danach wurde das Bild durch Mawson nach London importiert und 1840 von Nieuwenhuys, London gekauft. Dann blieb das Werk für mehr als ein Jahrhundert (von 1859 - Northwick Sale - bis 1965) in der Sammlung Spencer-Churchill, Northwick Park, England. Die Steinigung Stephans wurde letzlich bei der Versteigerung in London bei Christie`s am 28. Mai 1965 (Los 23) erworben.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

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Einrichtung:

Gemäldegalerie

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Simson und Delila

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Verse aus dem alttestamentarischen Buch der Richter, die von List und Verrat bestimmt sind, wurden hier von dem preußischen Hofmaler Antoine Pesne bildkünstlerisch umgesetzt. Danach (AT) war der Israelit Simson von Gott dazu auserwählt, sein Volk von der Fremdherrschaft der Philister zu befreien. Aufgrund seiner außergewöhnlichen Kraft kämpfte Simson erfolgreich gegen die Besatzer. Seine Stärke verdankte er seinen ungeschorenen Haaren, denn Gott hatte verfügt, dass kein Schermesser je sein Haupt berühren solle. Die bei den altorientalischen Völkern verankerte Vorstellung, dass üppiger Bart- und Haarwuchs Gewähr für männliche Kraft bietet, fand hier ihren Niederschlag.Simson verliebt sich in die schöne Delila und verrät ihr das Geheimnis seiner übermenschlichen Kraft. Delila verrät Simson an die Fürsten der Philister und gewährt ihnen Zugang zum schlafenden Geliebten. Die Philister schnitten Simson im Schlaf seine Locken ab und nahmen ihm so seine Stärke.Die Gruppe der Hauptfiguren bildet ein gedachtes Dreieck, das auf einem Postament angeordnet ist. Hierdurcch wird eine stabile Komposition geschaffen, welche der Unruhe der Assistenzfiguren entgegenwirkt. Unverkennbar sind die koloristischen Anregungen der flämischen und italienischen Malerei des 17. Jahrhunderts.  Der Franzose Pesne, welcher zu diesem Zeitpunkt bereits in Berlin lebte und für den Preußischen Hof arbeitete, bemühte sich 1719/20 um die Aufnahme in die Pariser Académie royale de peinture et de sculpture. Vorab schickte er seinem Freund, dem Maler und Akademiemitglied Nicolas Vleughels, zur Einschätzung eine Skizze dieser Komposition nach Paris. Möglicherweise studierte auch Jean Antoine Watteau Pesnes Federzeichnung. In der Folge entschloss sich Pesne, eine veränderte Gemäldefassung zu schaffen, mit der er sich dann im Juli 1720 erfolgreich um die Mitgliedschaft in der Pariser Akademie bewarb. Es darf angenommen werden, dass Pesne die Berliner Erstfassung nie nach Paris schickte. Sie dürfte sich später im Eigentum seines bedeutenden Schülers Christian Bernhardt Rode befunden haben.

Maria mit dem Kind

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Roelof de Vos van Steenwijk

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In ungewöhnlich großen goldenen Lettern fasst die Inschrift den Kopf des Dargestellten  (um 1504 - um 1564) ein. Dass der goldene Ring am linken Ringfinger das Wappen der holländischen Familie de Vos van Steenwijk zeigt, wurde schon im 19. Jahrhundert erkannt, allerdings herrschte lange keine Klarheit über die genaue Identität des Porträtierten. Die Identifizierung mit einem gewissen Roelof geht auf den Historiker und Genealogen Albrecht Nicolaas Baron de Vos van Steenwijk (1976) zurück. Diesem zufolge wurde Roelof 1505 als unehelicher Sohn von Reynalt de Vos van Steenwijk und Agnes van Ittersum geboren, im Februar 1537 wurde in Brüssel die Abstammung des damals etwa 31-Jährigen formal in einem Brief von Kaiser Karl V. anerkannt. Bald darauf heiratete er die Kölnerin Catharina Bellinckhausen, 1543 wird eine gemeinsame Tochter erwähnt. Vor 1548 ließ Roelof sich in Antwerpen nieder, wo er vor 1564 gestorben ist. Die aufrecht nach rechts gewandte Haltung des de Roelof Vos van Steenwijk, der aus dem Bild nach rechts und nicht auf den Betrachter blickt, spricht sehr dafür, dass dieses Porträt ursprünglich auf ein Gegenstück hin konzipiert war. Denkbar ist in Anbetracht der Tatsache, dass Roelof zwischen 1537 und 1543 geheiratet hat, dass es als Verlöbnisbild oder aber anlässlich der Eheschließung – mit einem möglichen Pendant der Gattin – in Auftrag gegeben wurde.| Christine SeidelSIGNATUR / INSCHRIFT: ANNO 1541 ETATIS SUAE 37

Friedrich V. von der Pfalz (1596-1632) mit seiner Gemahlin und seinen Kindern (9 Teile)

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Medaillonkette mit den Darstellungen von Pfalzgraf Philipp (1627 - 1655), Pfalzgräfin Henriette (Fürstin von Siebenbürgen, 1626 - 1651), Pfalzgraf Moritz (1620 - 1652), Pfalfgräfin Elisabeth (Äbtissin von Herford, 1618 - 1680), Pfalzgraf Karl Ludwig (Kurfürst von der Pfalz, 1617 - 1686), das Herrscherpaar Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz (König von Böhmen, 1596 - 1632), Kurfürsten Elisabeth von der Pfalz (Königin von Böhmen, 1596 - 1662), Pfalzgraf Rupert (1619 - 1682) und Pfalzgräfin Luise Hollandine (Äbtissin von Maubuisson, 1622 - 1709).Sieben der Darstellung sind mit mit den Initialen des Künstlers versehen. Die des Herrscherpaares jedoch nicht, diese weisen auf stilistische Anregungen durch Gemälde von Hoskins d. Ä. oder van Dycks hin. Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz vermählte sich 1613 mit Elisabeth Stuart, der Tochter Jakobs I. von England. Damit waren Hoffnungen auf eine Stärkung der evangelischen Pfalz im Reich verbunden. Im Jahre 1616 heiratete die Schwester des Pfälzers, Elisabeth Charlotte, den brandenburgischen Kurprinzen Georg Wilhelm. 1619 wählte die böhmischen Stände Friedrich V. von der Pfalz zu ihrem König, womit sie die rechtmäßige Herrschaft Kaiser Ferdinand II. mißachteten. Die Unbotmäßigen votierten damit für den Glaubensgenossen Friedrich V. als Haupt der protestantischen Union. Dieser Entscheidung widersetzte sich das Haus Habsburg. Der lebenslustige und risikobereite "Winterkönig" (Freidrich V.) schöpfte die neue königliche Würde reichlich aus. Jedoch weder England noch die Niederlande oder Brandenburg konnten dem Glaubensbruder wegen eigener innenpolitischen Schwierigkeiten beistehen. Auf diplomatischen Druck Englands und Frankreichs hin verhielt sich die protestantische Union neutral, was zu einer Isolierung Friedrich V. führte (3. Juli 1620: Ulmer Vertrag). Am 8. November 1620 stand der "Winterkönig" den Heeren des Kaisers, Kursachsens und Spaniens in der Schlacht am Weißen Berg bei Prag gegenüber. Schon nach einer Stunde beherrschten die Armeen der katholischen Liga unter Tillys Kommando die Walstatt. Friedrich V. und Familie flohen zuerst zum Schwager nach Brandenburg. Im Neumärkischen Küstrin an der Oder wurde noch im selben Jahr (1620) Pfalzgraf Moritz geboren. In Gefangenschaft von Seeräubern ist er später in Algier verschollen. Pfalzgraf Ruprecht studierte 1634 gemeinsam mit dem brandenburgischen Kurprinzen (seit 1675 der Große Kurfürst genannt) in Leiden. Die einstige böhmische Königin und Tante des Hohenzollern, Elisabeth von der Pfalz, lebte seit Beginn ihres Wittums (1632) in Rhenen bei Arnheim.Die Medaillonkette wurde am 19. März 1689 unter der Inv.Nr.53 auf die Kunstkammer im Berliner Schloß gegeben. Schon das Inventar von 1694 meldete den Verlust des Miniaturporträts von Pfalzgraf Gustav, welcher einjährig starb. Inzwischen fehlen zwei weitere Bildnisse. Aleander Cooper (um 1605 London - 1660 Stockholm) - einer der bedeutendsten Miniaturmaler - war seit 1631 im Haag tätig, wo er wohl auch die Berliner Medaillonkette schuf (R.M.).SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. Auf den beiden Deckeln unter einer Königskrone: SHE? (verbunden)Porträts von links:1. rechts unten im Grund: A[C]; Rückseite: Philippus P.P. / Aet: 5: / 26 Octobrio 1632; 2. links im Grund: AC; Rückseite: Herriette P.P. / Aet. 6: / 7 Juli 1632.;3. links im Grund: AC; Rückseite: Mauritius P.P. / Aet: 11: / 6 Januari 1632.;4. Rückseite: Elisabetha, P.P. / Aet: 13: / 26 Nouem: 1632; 5. rechts unten im Grund: AC; Rückseite: Carolus. P.P.E. / Aet. 14: / 22 Decem 1632.;6. Rückseite: Federicus R•B• / AET: 36 / 16 Augus 1632.7. Rückseite: Elisabetha R• B• / Aet 36: / 19 Augus 1632;8. Rechts unten im Grund: AC; Rückseite: Rupertus P•P• / Aet: 12: / 17 Decem 1632.;9. rechts im Grund: A[C]; Rückseite: Louisa P•P•. / Aet: 10: / 8 April: 1632.;10. Porträt verschollen; Rückseite: Eduardus P•P• / Aet: 8: / 6 Octobrio 1632•; 11. Porträt verschollen; Rückseite: Sophia P•P• / Aet: 2: / 14 Octobris 1633•12. Porträt verschollen; Rückseite: Gustavus P•P• / Aet: 1: / 4 Januari 1633