Der Canal Grande mit Blick in südöstlicher Richtung auf die Rialtobrücke
Ident. Nr.: Streit.3
ObjID: obj:867298
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- Ausführung: 1758/62
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Der Canal Grande mit Blick in südöstlicher Richtung auf die RialtobrückeÜbersetzung: The Canal Grande with a View Southeast toward the Rialto Bridge
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Leinwand
- Abmessungen
- Bildmaß: 118,6 x 188,1 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/867298
Objektbeschreibung
Canalettos letzter wichtiger Auftraggeber war der seit vielen Jahren in Venedig ansässige Berliner Kaufmann Sigismund Streit. Als Streit um 1758 den damals angesehensten Vedutenmaler zur Ausführung zweier Ansichten von Venedig (Kat. Nrn. Streit.3, Streit.5) und zweier Festdarstellungen (Kat. Nrn. Streit.4, Streit.6) verpflichtete, stand sein Entschluss bereits fest, seinen Besitz, darunter 48 Gemälde, seiner einstigen Schule, dem Gymnasium zum Grauen Kloster, zu stiften. Es entsprach seinem Stiftergedanken, dass er bei Canaletto keine beliebigen Ansichten von Sehenswürdigkeiten der Stadt bestellte, sondern die Veduten des Canal Grande und des Campo di Rialto wünschte, die einmal sein Wohnhaus einmal den Ort seines beruflichen Wirkens festhielten. Zusammen mit den nächtliche Festdarstellungen der Vigilia di San Pietro und der Vigilia di Santa Marta sind sie die schönsten Werke aus Streits Sammlung zeitgenössischer venezianischer Malerei.
Die Ansicht des Canal Grande mit Blick in südöstlicher Richtung auf die Rialtobrücke erfasst den Blick von Streits Wohnhaus, dem Palazzo Foscari, am linken Kanalufer. Der Beschreibung Streits zufolge war sein Handelskontor im Erdgeschoss links neben dem Portal untergebracht. Der Palazzo Foscari zeichnete sich durch seine günstige Lage aus, denn am benachbarten Campo S. Sofia befand sich die Anlegestelle der Fähre, die zum gegenüberliegenden Fischmarkt übersetzte, von wo aus Streit mühelos zu seinem Arbeitsplatz am Campo di Rialto gelangte. Auf Wunsch des Auftraggebers wurden der Standort und die Perspektive zudem so gewählt, dass der in Wirklichkeit nur bescheidene gotische Bau des 15. Jahrhunderts größer und eindrucksvoller im Vordergrund erscheint.
Vom Palazzo Foscari aus gleitet der Blick an der Reihe der weiteren Palazzi vorbei und folgt dem Kanal in einer weichen Biegung bis zur Rialtobrücke. Zur Linken des Palazzo Foscari folgen der Palazzo Michiel dalle Colonne, zeitweise Unterkunft des Kurfürsten Friedrich August II. von Sachsen, der Palazzo Michiel dal Brusà und der Palazzo Mangili-Valmarana, in dem Canalettos wichtigster Sammler und Agent Joseph Smith seit 1720 residierte. Der übernächste Palast im veneto-byzantinischen Stil des 13. Jahrhunderts war unter dem Namen Leon Bianco im 18. Jahrhundert das eleganteste Hotel der Stadt. Kurz vor der Rialtobrücke ist noch gerade der Fondaco dei Tedeschi zu erkennen, der als Wohn- und Lagerhaus der deutschen Kaufleute für den Geschäftsmann Streit ebenso von Bedeutung war.
Letzte Aktualisierung: 07.05.2026
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Einrichtung:
Gemäldegalerie
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