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König Karl II. von Spanien (1661-1700) als zwölfjähriges Kind

Ident. Nr.: 407

ObjID: obj:867342

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Juan Carreño de Miranda (1614 - 1685),
Maler*in
Datierung
Ausführung: 1673
Systematik/Art
Weitere Titel
König Karl II. von Spanien (1661-1700) als zwölfjähriges Kind
Übersetzung: King Charles II. of Spain (1661-1700) as a Twelve-Year-Old
Material / Technik
Leinwand
Abmessungen
Bildmaß: 205 x 142 cm
Erwerbung
1836 Schenkung von Wilhelm von Werther, Paris

Objektbeschreibung

Karl II. (1661–1700), Sohn Philipps IV. und Maria Annas von Österreich, war der letzte habsburgische König in Spanien. Bereits im Alter von vier Jahren bestieg er den Thron, wobei seine Mutter bis 1675 als Regentin fungierte. Von diesem Zeitpunkt an legte der Monarch die Regierungsgeschäfte im Königreich in die Hände verschiedener Günstlinge, zu denen auch sein Halbbruder Don Juan José de Austria zählte (Kat.Nr. 1297). 1679 heiratete Karl II. Marie Louise von Orléans, 1690 Maria Anna von Pfalz-Neuburg. Beide Ehen blieben kinderlos, und Karls Tod beschwor den Spanischen Erbfolgekrieg herauf, in dem sich die Häuser Habsburg (mit Thronanwärter Erzherzog Karl) und Bourbon (mit dem späteren Philipp V. von Spanien) gegenüberstanden.
Der aus Asturien stammende Juan Carreño de Miranda war seit 1659 am Hof tätig. Zehn Jahre später wurde er zum königlichen Maler (»Pintor del Rey«) ernannt, 1671 zum Kammermaler (»Pintor de Cámara«) – der höchste Posten, den ein Künstler in dieser Zeit erreichen konnte. Eine seiner wichtigsten Aufgaben war die Anfertigung des offiziellen Monarchenportraits.
Carreño setzte die Portraittradition fort, die von Anthonis Mor an den Höfen Karls V. (1500–1558) und Philipps II. (1527–1598) begründet und unter letzterem von Alonso Sánchez Coello übernommen worden war. Ihr unterdessen schon als typisch spanisch geltender Typus wurde unter Philipp III. von Juan Pantoja weitergeführt. Diego Velázquez brachte mit seinen Hofbildnissen der königlichen Familienmitglieder dieses Genre auf den Höhepunkt seiner Entwicklung.
Carreños zahlreiche Portraits des Königs und der Königinmutter wirken alle sehr ähnlich. Sie unterscheiden sich aber qualitativ deutlich voneinander. Sein frühestes Portrait des Monarchen von 1671 befindet sich heute im Museo de Bellas Artes de Asturias in Oviedo. Als nächstes entstand das hier besprochene Werk aus der Gemäldegalerie, dem allgemein die höchste Qualität zugesprochen wird.
Sämtliche Gemälde der Serie weisen eine nahezu identische Ikonographie auf und unterscheiden sich in erster Linie durch das jeweilige Alter des Herrschers. Abgesehen vom Portrait in der Sammlung Harrach zeigen sie den König stets schwarz gekleidet, mit dem Orden vom Goldenen Vlies an der Knopfleiste und einem Taschentuch in der rechten sowie einem Hut in der linken Hand. Gerahmt von roten Vorhängen, befindet sich der Herrscher im sogenannten »Salón de los Espejos« (Spiegelsaal). Dieser war seit den Zeiten Philipps IV. der symbolträchtigste und festlichste Raum im Alcázar zu Madrid, der königlichen Residenz von der Herrschaft Kaiser Karls V. bis zu seiner Zerstörung durch einen Brand im Jahr 1734. Die überaus emblematische Ausschmückung des Spiegelsaals wurde von Velázquez in seiner Eigenschaft als »Aposentador mayor« (Schlossmarschall) entworfen und gilt als die erste Barockdekoration im italienischen Stil in Spanien. Abgesehen von historischen Beschreibungen ist ihr Aussehen vor allem durch Ölgemälde, wie das hier besprochene Werk Carreños, überliefert.
Zwei besonders interessante Dekorationselemente auf Carreños Portrait sind die Möbelstücke und die Gemälde. Die Marmortischplatten tragenden Löwen wurden von Velázquez während seiner Italienreise 1650 bei Matteo Bonucelli in Auftrag gegeben; elf dieser ehemals zwölf Löwen werden heute im Museo del Prado und vom Patrimonio Nacional aufbewahrt. Domingo de Rioja fertigte die mit den Adlern der spanischen Habsburger verzierten Spiegel, die regelmäßig in Bildnissen von Karl II. sowie seiner Mutter zu sehen sind. Von noch größerem Interesse sind allerdings die in ihnen gespiegelten Gemälde: Deutlich sind Peter Paul Rubens’ "Philipp IV. von Spanien zu Pferd" (seit 1734 verschollen) und Tizians heute im Museo Nacional del Prado aufbewahrter „Tityos" zu erkennen. Die allgemein anerkannte Interpretation der beiden Kunstwerke besagt, dass das erste Bild auf die Kontinuität der spanischen Monarchie anspielt, während das zweite auf die Strafe für jene verweist, die sich gegen sie erheben.| María López-Fanjul y Díez del Corral

SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. rechts über dem Tisch: AETAT(IS). SVAE. XII / ANN(ORUM). Auf dem Sockel des Tischfußes: JOANNES A CARRENNO / PICTOR REG(IUS). ET, CVBIVB(CULARIVS) / FAC(IEBAT), ANNO, 1673 rechts am Altar: Gio:be / Ca […]
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Charles II (1661–1700), the son of Philip IV and Mariana of Austria, was the last Spanish king of the Habsburg dynasty. He inherited the throne at the age of four, and his mother acted as regent until 1675. From this point onwards, the monarch entrusted the task of governing the kingdom to various favourites, among them his half-brother Don Juan José of Austria (Cat.No. 1297). He married María Luisa of Orleans in 1679 and Mariana of Neuburg in 1690. Neither of his two wives bore him children and his death triggered the war of the Spanish succession between the Habsburg claimant (Archduke Charles) and the House of Bourbon (the future Philip V of Spain).
The Asturian artist Juan Carreño de Miranda began to work for the court in 1659 and was appointed painter to the king ten years later. In 1671 he became court painter, the highest post to which any artist of the period could aspire. One of his most important tasks was to establish the official portrait of the monarch. Portraits, especially of members of royalty, played an essential role as gifts in a Europe whose monarchies were linked by family ties. Carreño carried on the tradition of portraiture that had been brought to the courts of Charles V (1500–1558) and Philip II (1527–1598) by the painter Anthonis Mor and espoused under the latter by Alonso Sánchez Coello. This iconography, established as typically Spanish, continued to be used by Juan Pantoja de la Cruz during Philip III’s reign. Diego Velázquez brought this genre to the pinnacle of its development in the court portraits of members of the royal family.
Carreño portrayed the king and his mother many times in very similar works that vary greatly in quality, some evidencing considerable involvement by members of his studio. The earliest painting of the monarch is that held by the Museo de Bellas Artes of Asturias (dated 1671), followed by the work in the Gemäldegalerie, which is considered the finest example.
All the works in the series are almost identical in iconography; the chief differences are in the age of the monarch. Except for the portrait in the Harrach collection, all the rest show the king dressed in black with the Order of the Golden Fleece attached to his buttons, holding a handkerchief in his right hand and a hat in his left, and framed by the red curtains of the Hall of Mirrors, the most symbolic and solemn room in the Real Alcázar of Madrid since the reign of Philip IV. The Real Alcázar was the residence of the Spanish kings from the time of Emperor Charles V until its destruction by fire in 1734. Its highly emblematic ornamentation was designed by Velázquez as palace chamberlain and can be defined as the first Italian-style Baroque decoration in Spain. Its exact appearance is known from oil paintings such as the present work by Carreño as well as from documentary sources.
Two decorative elements of particular interest in the present portrait are the furniture and the paintings. The lions that support the marble tables were commissioned from Matteo Bonucelli by Velázquez in 1650 during his trip to Italy, and eleven of the twelve originals are still held by the Museo del Prado and Patrimonio Nacional. The mirrors, decorated with the eagles of the Spanish Habsburgs, were crafted by Domingo de Rioja and are a constant feature in the portraits of Charles II and his mother. However, the paintings reflected in them are even more interesting. Rubens’s "Equestrian Portrait of Philip IV" (lost in 1734) and Titian’s "Tityus" in the Museo del Prado are clearly recognisable. As scholars have pointed out, the first alludes to the continuity of the Spanish monarchy and the second warns of the punishment that will be inflicted on those who commit an outrage against it.
The X-ray image of the painting attests to its high quality. It also shows that the painter made very slight changes in the position of the sword and shortened the length of the wall.| María López-Fanjul y Díez del Corral

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Gemäldegalerie

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Im Katalog der Berliner Akademieausstellung von 1787 (als Nr. 2) wird das Gemälde folgendermaßen beschrieben: „Der Fürstenbund. Friedrich der Zweite, der mit einer Fackel die Waffen des Krieges angezündet hat, umwindet mit dem friedlichen Oehlzweige, den ihm die Staatsklugheit vorhält, das Bund Wurfpfeile, welches ihm von der Göttin Deutschlands dargereicht wird, hinter dieser steht die Göttin der Eintracht, die man an ihren beiden zusammengeschlungenen Fruchthörnern erkennet.“Der deutsche Fürstenbund wurde auf Anregung Friedrichs des Großen im Jahre 1785 gegründet. Anlass war ein Gesuch des bayerischen Erbfolgers, Herzog Karl von Pfalz-Zweibrücken, um Schutz vor dem Drängen Kaiser Josephs II., Bayern im Tausch gegen die österreichischen Niederlande an das Haus Habsburg abzutreten.Ein Kontrakt zwischen Preußen und den Kurfürstentümern Hannover und Sachsen gründete den Bund, dem sich auch kleinere Länder schnell anschlossen. Die Koalition zerfiel beim Tod des Preußenkönigs im August 1786. Das Gemälde basiert auf Anregungen des mit Rode befreundeten Lyrikers und Logik-Professors an der Berliner Kadettenanstalt, Karl Wilhelm Ramler. Es gehört zu der sogenannten Fridericiana, einer losen Folge von nachträglich zur Serie erklärten Gemälden Rodes, die zwischen 1786 und 1795 entstanden und sich bildkünstlerisch mit der Biografie Friedrichs des Großen (1712–1786) befassen. Die Fridericiana folgt ideologisch der Brandenburgiana, einer zwischen 1757 und 1763 entstandenen Serie von Gemälden Rodes mit Ereignisdarstellungen aus der brandenburgisch-preußischen Geschichte. SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. am Altar: B. Rode 1786

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Das Gemälde basiert thematisch auf einer „Anleitung zum Gebrauch allegorischer Personen für bildende Künstler“ des mit Rode befreundeten Lyrikers und Logik-Professors an der Berliner Kadettenanstalt, Karl Wilhelm Ramler: „Die Göttin der Weisheit zeigt dem gewaffneten Helden in ihrem spiegelhellem Schilde was hinter seinem Rücken vorgeht: er sieht darin eine schlangenhaarige Göttin schlafen. Sogleich zieht er seinen Degen, noch ehe sie wach wird“. Die Dynamik des Vorgangs wird am rechten Bildrand durch den rücklings ausweichenden geflügelten Genius mit dargebotener Rüstung, Waffe und Lorbeerkranz hervorgehoben. Dazu bietet die dramatische Wolkenlandschaft des Hintergrundes den geeigneten bildkünstlerischen Resonanzraum für die sinnbildliche Darstellung der bedeutenden historischen Entscheidung Friedrichs des Großen, unangekündigt in Sachsen einzumarschieren und damit den später so bezeichneten Siebenjährigen Krieg (1756–1763) zu beginnen. Das Gemälde gehört zu der sogenannten Fridericiana, einer losen Folge von nachträglich zur Serie erklärten Gemälden Rodes, die zwischen 1786 und 1795 entstanden und sich bildkünstlerisch mit der Biografie Friedrichs des Großen (1712–1786) befassen. Die Fridericiana folgt ideologisch der Brandenburgiana, einer zwischen 1757 und 1763 entstandenen Serie von Gemälden Rodes mit Ereignisdarstellungen aus der brandenburgisch-preußischen Geschichte. SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. an der Schwertscheide: B. Rode 1789

Bettelmusikanten

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In Ochtervelts Oeuvre zählen die sogenannten „Hausflurbilder“, in denen der Blick auf Musikanten oder Lebensmittelhändler an der Türschwelle vor dunklen, reich ausgestatteten Hausfluren fällt, zu einer wichtigen, vom Maler entwickelten Themengruppe. Im Gegensatz zu vielen seiner Künstlerkollegen legte Ochtervelt die Szenerien als Interieurs vom voorhuis (Hausflur) an. Symbolisch steht die Tür des eleganten Bürgerhauses hierbei als Übergang zwischen öffentlicher Außenwelt und privatem Innenraum für die Trennung zwischen niedrigen Ständen und feiner Gesellschaft des Bürgertums. Im Eingangsbereich der vornehmen Wohnstätte, die wegen ihrer nächtlichen Verortung beinahe im Dunkel liegt, steht eine junge Frau auf der linken Seite. Durch die Tür sind herannahende Straßenmusikanten zu erkennen, die Anstalten machen in die private Sphäre des marmorgefliesten Flurs einzutreten. Die Frau hält mit beiden Händen ein Kleinkind, das sich um die Aufmerksamkeit eines Hundes bemüht, an den Gängelbändern seines gelben Kleides. Ein zweites Kind im roten Satinkleid und teurem Spitzenkragen blickt gebannt auf die beiden Gestalten im Türrahmen und schickt sich bereits an, die musizierenden Fremden mit einer Münze zu entlohnen. Die holländische Gesellschaft des 17. Jahrhunderts wird hier als idealisierte Form einer festen Ständeordnung wiedergegeben. Ochtervelts wohlhabende Gönner kamen somit in den Genuss eines beruhigenden Bildes sich gegenüberstehender sozialer Klassen. Mit einer neunteiligen Serie solcher Bilder trug Ochtervelt auf innovative Weise zur holländischen Genremalerei bei. Es ist anzunehmen, dass die „Bettlermusikanten“ das erste Bild dieser Varianten ist. In den späteren Darstellungen versetzte der Künstler die Straßenmusikanten allmählich über die Schwelle in den Innenraum, wo die Verkäufer auch der Hausherrin selber ihre Ware anbieten. Ochtervelts besonderes Augenmerk lag jedoch nicht auf den technischen Gegebenheiten, wie etwa bei Pieter de Hooch auf dem Lichteffekt der abgegrenzten Raumsituation, sondern auf dem Verhalten der beteiligten Personen. Trotzdem sind Stoffe, Oberflächen der Kostüme sowie die Architektur in besonderem Detail wiedergegeben.

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Obschon das Damenporträt, dessen Gegenstück mit dem Bildnis eines Herrn der Louvre in Paris bewahrt, bislang nicht identifiziert werden konnte, kommen Zweifel über die Standeszugehörigkeit der Dargestellten nicht auf. Das gewählte Festtagskostüm, der kostbare Orientteppich auf dem Tisch, das Inkrustationswerk der Bodenfliesen, auch die profilierte Rahmung der Tür, die allen Anforderungen klassizistischer Innenarchitektur genügt, sind unmißverständliche Indizien von Wohlstand und gehobener Gesellschaftssphäre. Entscheidend wird der ständische Anspruch jedoch von der Dargestellten selbst vertreten. Aus vornehm-aufrechter Sitzpose blickt sie dem Betrachter entgegen: mit einem Zug kaum merklicher Verwunderung über die Störung, aber dennoch zu zwanglosem Kontakt bereit. Dem behutsam nuancierten Ausdruck entspricht die detailbedachte Malweise in verhalten leuchtender Farbigkeit. Das noble Schwarz des Atlaskleides bildet den Grund, von dem sich die warmen Inkarnattöne des Gesichts und der Hände wohlklingend abheben, der aber auch das modische Beiwerk wirkungsvoll hervortreten läßt, etwa den weit gespannten Gitterkragen, der mit den kostbaren Spitzenmanschetten harmoniert, oder den kostbaren Miederbesatz aus Goldbrokat, dessen schildartiger Zuschnitt sich im beweglicheren Gold der Ärmelschleifen reizvoll löst. Ringe, allenthalben Perlen, Goldketten und eine Reiherfeder ergänzen die festliche Aufmachung. Mit dem Blick auf das Alter der Dargestellten kann diese nur in ihrem Hochzeitskleid wiedergegeben sein. Das Bildnis dürfte das Ereignis der Heirat memorieren und begründet sich gerade in dieser Aufgabenstellung sinnvoll als Gegenstück zum Pariser Herrenbildnis. Die anspruchsvolle Bildanlage, die über die eigene Wirklichkeit des Modells hinausführt, ist kennzeichnend für die Porträtmalerei in Amsterdam. Mit einer auf repräsentative Wirkung zielenden Auffassung war Thomas de Keyser als Sohn und Schüler Hendrick de Keysers, der als Architekt und Meister höfischer Bildnisplastik hohes Ansehen genoß, von Hause aus vertraut. In diesen Konventionen wäre er vermutlich befangen geblieben, hätte nicht Frans Hals im benachbarten Haarlem bahnbrechende Neuerungen bereitgestellt. Dessen Momentaufnahmen spontaner Lebensäußerung halfen de Keyser, die überkommenen Porträtformeln zu lockern. Aus Haarlemer Anregungen erwuchs auch die Vorliebe für das Schaffen im Kabinettformat. Daß er diese Darstellungsform zu großer Wirkung steigerte, weist auf die Auseinandersetzung mit dem höfischen Bildnisstil Antwerpens. In den Figurenkompositionen Anton van Dycks fand er jene »grandezza« des Auftretens, in der das Spannungsverhältnis zwischen Person und Stand im Sinne einer Synthese gelöst ist. Gerade dieses lebensvolle Ineinsfallen persönlichen und ständischen Geltungsanspruchs hat Thomas de Keyser in seinem Damenbildnis zum vorherrschenden Ausdrucksmerkmal erhoben.| 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2010______________________________________________________Although there is no definite information about the identity of the subject, her clothing and surroundings clearly suggest her high social standing. De Keyser, one of the most prominent portrait painters in Amsterdam, combines great care in executing painterly detail with psychological perception of the woman. The influence of Frans Hals is evident here, as is that of Antwerp court portraiture. The companion piece, Portrait of a Man, is now in the Louvre. | Prestel Museum Guides - Gemäldegalerie Berlin, 2017SIGNATUR / INSCHRIFT: Oben an der Tür: TDK (verbunden) 1632

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"Entstanden im Anschluß an die Madonna Solly (Kat.Nr. 141) in Perugia unter dem Einfluß Peruginos und Pintoricchios [...]. Den Typus dieses Dreifigurenbildes, eines Halbfigurigenbildes der Madonna mit flankierenden Heiligen, deren Köpfe über ihrer Schulterkontur sichtbar werden, hat Raffael von Perugino übernommen, (vgl. sein Bild im Louvre, Paris von 1493). Der Typus bildet in Raffaels malerischen Oeuvre eine Ausnahme. Das Bild fällt in jene Phase (1500-03), in der Raffael sich von der Kunst Pinturicchios berührt zeigte, vor allem von dessen Hauptwerk in Perugia, dem Altarbild von S. Maria dei Fossi (1495-98): die Neigung des Madonnenkopfes, seine Drehung ins Profil, eine gewisse zuspitzende Artikulierung der Gesichtszüge und die eher flächige Anlage der Komposition sind pintoricchesk. - Eine Federzeichnung aus der Werkstatt Peruginos (Wien, Albertina, Sc. R. 97), die früher auch Pintoricchio und Raffael selber zugeschrieben wurde, zeigt die gleiche Komposition etwas variiert. Eine Vorzeichnung Raffaels für den Kopf des Hieronymus befindet sich in Lille (Musée Wicar). - Eine Wiederholung (ehemals (?) New York, Slg. Warburg [seit 1959, Cambridge, Mass., Fogg Art Museum, 1959.36: Originalmalerei fast komplett verloren gegangen] ) wurde von Longhi als originale Zweitfassung angesehen." Weitere alte Kopien in Knole, Kent, Slg. Lord Sackville und Florenz, Palazzo Pitti, 18.10.1989, Nr. 536. (Schleier 1975 mit Ergänzungen von Contini 2019).