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Johannes der Täufer

Ident. Nr.: M 231 a

ObjID: obj:867551

Eigentum des Kaiser Friedrich Museumsvereins

Details (Expert)

Beteiligte
Ferdinand Tietz (1708),
Bildhauer*in
Datierung
Datierung: um 1740
Material / Technik
Lindenholz
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 29 x 17 x 9 cm

Objektbeschreibung

Der aus Böhmen stammende und in Prag bei Matthias Braun ausgebildete Bildhauer schnitzte diese beiden Johannesfiguren, die durch ihre ausgewogene Ponderation, der bewegten, vom Wind erfaßten Gewandmodellierung und ihren ausdrucksvollen Physiognomien beeindrucken. Es sind Modelle, sogenannte ›Bozzetti‹, die Tietz als Vorlage für die beiden nahezu lebensgroßen Sandsteinfiguren dienten, die noch heute in einer Nische über den Portalen am Hof Kleinburkstadt bzw. am Hof Wirtenberg in Würzburg (Heinestraße 7 und 9) stehen. Die beiden Heiligen sind durch ihre Attribute und ihre Handlungen zu identifizieren: Johannes der Täufer mit dem Lamm Gottes zu seinen Füßen hat die Linke erhoben in der er einst eine Schale hielt, mit der er Jesus taufte. Johannes der Evangelist mit dem Adler hält ein aufgeschlagenes Buch in seiner Linken, in dem er das Evangelium niederschreibt.

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Blattornamenten

Würfelkapitell mit Blattornamenten

Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)