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Die Heilung des Anianus durch den Hl. Markus

Ident. Nr.: 15

ObjID: obj:867577

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Cima da Conegliano (um 1455 - 1517/18),
Maler*in
Datierung
Ausführung: 1497 - 1499
Weitere Titel
Sammlungstitel: Die Heilung des Anianus durch den Hl. Markus
Übersetzung: The Healing of Anianus by St. Mark
Geografische Bezüge
Venedig,
Stadt
Material / Technik
Pappelholz
Abmessungen
Bildmaß: 173,5 x 137,3 cm

Objektbeschreibung

Das Bild gehört zu einer Folge von Szenen aus der Legende des heiligen Markus, des Stadtpatrons von Venedig. Sie schmückte ehemals die Verkündigungskapelle (linke Chorkapelle) der Seidenweber von Lucca (»Arte dei setaiuoli«) in S. Maria die Crociferi in Venedig. Zur Serie gehörten noch eine Predigt des heiligen Markus von Lattanzio da Rimini (1499, verschollen; die Komposition in einer ehemals in Chatsworth [Duke of Devonshire] befindlichen, 1987 in London versteigerten originalen Kompositionszeichnung überliefert), die ebenfalls 1499 datierte Gefangennahme des heiligen Markus von Giovanni Mansueti (Vaduz, Fürstlich Liechtensteinsche Sammlungen) und ein weiteres, in den Quellen nicht näher zu bestimmendes Bild. Das Ensemble war 1664 noch intakt, aber schon 1674 nicht mehr vollständig. Nur die Bilder Cimas und Mansuetis waren damals noch in situ. 1684 waren auch diese entfernt. 1786 bis 1812 befanden sie sich in der Scuola del Rosario bei SS. Giovanni e Paolo. Die in der Legenda aurea des Jacobus de Voragine berichtete Begebenheit spielt auf dem Marktplatz von Alexandria, wo der Apostel die Hand des vor seiner Werkstatt sitzenden Schusters Anianus heilt, der sich bei der Arbeit mit der Ahle verletzt hatte. Im Hintergrund sieht man einen Tempel in Formen der venezianischen Frührenaissance mit einem Vierungstambour, der von einer Brüstung umgeben ist, hinter der sich Figuren aufhalten. Anianus ließ sich taufen und wurde Bischof von Alexandria. Über die Ausbildung des aus Conegliano im Veneto gebürtigen Cima ist nichts bekannt. Er war vor allem in Venedig tätig, wo er erstmals 1492 urkundlich nachweisbar ist. Doch zeigt eine 1489 datierte Altartafel bereits die Kenntnis von Giovanni Bellinis Madonna von 1488 in der Frarikirche. Neben Bellinis Werken der mittleren Periode beeinflußte ihn vor allem Alvise Vivarini, dessen Schüler er wahrscheinlich war. Charakteristisch für seinen Stil sind die lichte Klarheit des Bildraums und der Atmosphäre, die Übersichtlichkeit der Raumbühne, die gemäßigt schlanke klassische Proportionierung und feste, bisweilen fast trockene Modellierung der Figuren, der flache, fast metallisch scharfe Gewandfaltenstil, die leuchtende, aber kühle Farbigkeit, die in sich ruhende, würdevolle Statuarik der durchweg weit unterlebensgroßen Figuren und der poetische Sinn für die Landschaft als Bildelement. Cima behielt seinen Stil fast unverändert bis zu seinem Tode bei, ungeachtet der Neuerungen Giorgiones und Tizians. Als er ein oder zwei Jahre nach Bellini starb, malte Tizian gerade seine Assunta für die Frarikirche.| 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2010

SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. links unten Reste der Sig.: TA / BAP •
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This panel is not in very good condition; additions have been made to the top, left-hand and bottom edges. The panel introduced a sequence of four scenes from the life of St. Mark. The sequence was set up in the manner of a frieze on a side wall of the chapel of the Luccan silk-weavers in Santa Maria dei Crociferi. Adjacent to this panel was a Sermon of St. Mark by Lattanzio da Rimini, which is known only from a preliminary drawing and which would have finished off the square with architecture arranged in a kind of mirror-image; another work from this series, Mansueti’s The Arrest of St. Mark, also dated 1499, is in Vaduz. In this work by Cima, Mark, accompanied by a man with a Christ-like face, is healing the hand of the cobbler Anianus, who has injured himself with his awl while mending Mark’s shoes in the marketplace in Alexandria. Four of the central figures are derived from a Berlin drawing attributed to Giovanni Bellini The costumes and the gable relief seem to create an exotic atmosphere, but the costly marble facing and the Renaissancestyle capitals, pilaster fillings and friezes in particular reflect the ideals of contemporary Venetian architecture.| Prestel Museum Guides - Gemäldegalerie Berlin, 2017

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Gemäldegalerie

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Die Auferstehung Christi

Die Auferstehung Christi

»Nun, da ich die Methoden dieser Kunst zu verstehen beginne, grämt es mich, dass sie mir nicht den Auftrag erteilen, das gesamte Rund der Stadtmauern von Florenz mit Geschichten zu bemalen.« Diese Aussage soll Domenico Ghirlandaio gegenüber seinem Bruder Davide geäußert haben, nachdem er den Chor der Dominikanerkirche S. Maria Novella ausgeschmückt hatte. Die Fresken sind heute nochzu sehen und gehören zu den künstlerischen Höhepunkten eines Florenzbesuchs. Doch Ghirlandaio war nicht nur ein bemerkenswerter Freskant, er ist auch für die Gemälde des Hochaltars verantwortlich, die Anfang des 19. Jahrhunderts veräußert wurden. Die Mitteltafel der Vorderseite, Maria mit dem Kinde und Heiligen, befindet sich heute in der Alten Pinakothek in München; die heute in der Gemäldegalerie in Berlin aufbewahrte Auferstehung nahm die Rückseite des Altarbilds ein, die nur für die Priester sichtbar war. Um die Mitteltafel und an den Seiten waren drei Heiligenpaare angeordnet. Zwei dieser Heiligen befanden sich einst in der Gemäldegalerie und wurden vermutlich im Mai 1945 in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs zerstört (Abb. links).Die Auferstehung zeigt Jesus Christus am Ostermorgen, wie er dem Grab entsteigt und die vier römischen Soldaten, die es bewachen, in Schrecken versetzt. Ghirlandaio wich hier stark vom Inhalt der Heiligen Schrift ab: Das Grab Christi befand sich in einer Höhle und nicht unter freiem Himmel und keinesfalls wies es die Inschrift INRI auf (Jesus von Nazareth, König der Juden), die oben an seinem Kreuz angebracht gewesen sein soll. Auch der Pelikan, der seine Jungen mit demeigenen Blut nährt, entwickelte sich erst viel später zu einem Symbol Christi. Der Maler wollte hier die Theatralik der Szene betonen: Jesus scheint beinahe von einer unsichtbaren Maschinerie in die Luft gehoben, während die Soldaten ihre Überraschung und Angst zu überspielen suchen. Während des 19. Jahrhunderts erfuhr Ghirlandaio für seinen Sentimentalismus große Bewunderung, wurde von einigen Ästheten genau aus diesem Grund jedoch auch stark kritisiert. Der Landschaft in diesem Gemälde gebührt die gleiche Beachtung wie der bemerkenswerten Szene im Vordergrund. Auf der linken Seite nähern sich die drei Marien, die gleich das leere Grab Christi entdecken werden (ihre Namen variieren je nach Evangelium). Dahinter erkennt man im blauen Dunstschleier eine Stadt imflämischen Stil, mit einer besonderen Nähe zur Malweise des Hugo van der Goes. Am 28. Mai 1483 traf Van der Goes’ Bild für den Hochalter von S.’Egidio in Florenz ein (jetzt in den Uffizien), Domenico Ghirlandaio änderte daraufhin seine Vorstellung von Tafelmalerei.Ghirlandaio vollendete weder das Altarbild für S. Maria Novella, noch war es ihm vergönnt, die Stadtmauern von Florenz zu bemalen, wie er gehofft hatte: 1494 starb er im Alter von 45 Jahren an der Pest. Es hat etwas Bewegendes, stellt man sich vor, dass der Tod den Maler während der Arbeit an dieser Auferstehung ereilte, deren Botschaft die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod enthielt. Giorgio Vasari zufolge wurde dieser Teil des Bildes von Ghirlandaios Brüdern Davide undBenedetto fertiggestellt. Kritiker stimmen jedoch darin überein, dass die Landschaft von einem anderen Künstler stammen muss, in dem man Ghirlandaios Schüler Francesco Granacci sah, der heute als Pseudo Granacci bezeichnet wird. Trotz dessen Mitwirkens kann die Auferstehung als eines der letzten Meisterwerke von Domenico Ghirlandaio gelten. Neville Rowley | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2019________________________________________“Now that I have begun to understand the methods of this art, it grieves me that they will not commission me to paint the whole circuit of the walls of the city of Florence with stories.” This is what the painter Domenico Ghirlandaio is reputed to have said to his brother Davide, after having finished decorating the choir of the Dominican Church of Santa Maria Novella. The frescoes are still in place and are one of the highlights of any visitor who discovers Florence. But Ghirlandaio was not only a remarkable fresco painter: he was also responsible for the gigantic altarpiece adorning the chapel, dispersed at the beginning of the 19th century. The Virgin and Child in Glory among Saints which occupied the central compartment on the front side is now to be seen in Alte Pinakothek in Munich; as for the present Resurrection now in the Gemäldegalerie in Berlin, it was on the other side of the altarpiece, only visible to priests. Around the central panels and on the lateral sides of the altarpiece, three pairs of saints were displayed; two of these saints, once part of the collection of the Gemäldegalerie, were probably destroyed in May 1945 in the last days of the Second World War (fig. left).The Resurrection shows Jesus-Christ on Easter morning, coming out of his tomb, to the complete astonishment of the four Roman soldiers charged to guard his sepulture. Ghirlandaio freed himself largely from the Holy Scriptures: Christ’s tomb was set in a cave and not in the open air; and it was certainly not inscribed with the acronym “I.N.R.I.” (Jesus Christ King of Nazareth), placed instead on top of his cross, nor with the Pelican who fed his children with his blood, a symbol of Christ adopted much later (it is true that the inscription appears to have been painted over a former one). What mattered for the painter was to accentuate the theatrical character of the scene: Jesus seems to be pulled into the air by some backstage machinery, while the soldiers over-play their surprise and their fear. During the 19th century, Ghirlandaio was greatly admired for his sentimentalism; and also despised by a few aesthetes for this very reason.The landscape of this painting is to be admired on the same level as the ostentatious foreground. On the left side, we see the three Mary who, soon, will discover the empty tomb of Christ (their identities vary according to the gospels). Further on, one distinguishes a city in a blue mist, painted like in a Flemish style, and close in particular to Hugo van der Goes. On 28 May 1483, the high altarpiece of the church of Sant’Egidio, painted by Van der Goes, had arrived in Florence (it is now in the Uffizi); from that moment on, Domenico Ghirlandaio changed his conception of panel painting.Ghirlandaio did not have time to finish the Santa Maria Novella altarpiece, nor to fresco the whole circuit of the walls of Florence, as he had hoped: he died from the plague in 1494, only aged 45. There is something moving about imagining the painter agonizing while trying to complete this Resurrection, whose religious message is to give hope in a life after death. According to Vasari, this part of the altarpiece was completed by the painter’s brothers, Davide and Benedetto; but critics nowagree that the landscape is due to another artist, long confused with the pupil of Ghirlandaio Francesco Granacci and now known as the “Pseudo Granacci”. Despite the latter’s intervention, one can fully consider the Resurrection as one of the last masterpieces by Domenico Ghirlandaio. Neville Rowley | 200 Masterpieces of European Painting - Gemäldegalerie Berlin, 2019