Logo

Eine Dame als Scaramuz

Ident. Nr.: M.154

ObjID: obj:867919

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Joachim Henne (ca. 1630 - 1707),
Maler*in
Datierung
Ausführung: um 1720
Systematik/Art
Weitere Titel
Sammlungstitel: Eine Dame als Scaramuz
Übersetzung: A Lady as Scaramuz
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: Berlin,
Stadt
Abmessungen
Bildmaß: 8,6 x 5,6 cm
Erwerbung
1894 Überweisung aus dem Kupferstichkabinett Berlin

Objektbeschreibung

Scaramuz ist eine komische Figur, die seit etwa 1680 auf dem italienischen Volkstheater (Commedia dell‘ Arte) erscheint. Es handelt sich dabei stets um einen in spanischer Tracht gekleideten, großsprecherischen Abenteurer aus Neapel. Rätselhaft bleibt daher, warum sich eine Frau in dieser Männerrolle schildern ließ. Außerdem trägt sie eine Laterne, die nicht zum Figurenbild des Scaramuz gehört. Der ironische Blick der Dargestellten könnte auch zusammen mit der Laterne als das Motiv des Menschsuchers gedeutet werden. Damit wäre eine hintergründige Beziehung zu dem kynischen Philosophen Diogenes von Sinope (412 v. Chr. – um 323 v. Chr.) hergestellt. Dieser Verächter der Kultur, ein von Bedürfnislosigkeit geprägter Weiser, lebte in Athen, wo er mit der Laterne auf dem belebten Markt vergeblich nach Menschen gesucht haben soll. Ein merkwürdige, von philosophischer Tiefe geprägte Komposition, welche den Verdacht nährt, dass es sich hier um kein Porträt, sondern um einen Typus handelt. Wer war der Initiator, wer der Adressat dieser kleinformatigen Botschaft?

Letzte Aktualisierung: 28.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Gemäldegalerie

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Bildnis eines jungen Mannes

Bildnis eines jungen Mannes

Versonnen blickt der dunkelhaarige junge Mann nach rechts in die Ferne. Von seinem schwarzen Gewand hebt sich ein kostbarer, weißer Spitzenkragen ab, auf den sein langes Haar fällt. Maratti präsentiert den Dargestellten hier schlicht und unprätentiös, zugleich jedoch sehr würdevoll und elegant. Durch eine Inschrift auf der Rückseite sind uns heute Entstehungsjahr und -ort des Gemäldes bekannt, sowie das Alter des Dargestellten. Als er sich 1663 in Rom porträtieren ließ, war er 24 Jahre und drei Monate alt. Maratti gehörte zu den begehrtesten Malern in Rom und arbeitete für die höchsten gesellschaftlichen Kreise, u.a. auch für Papst Clemens IX., dessen von Maratti geschaffenes Bildnis heute zu den bedeutendsten Porträts des 17. Jahrhunderts zählt.| Britta BodeSIGNATUR / INSCHRIFT: Auf der Doublierleinwand Transkription (des 19. Jh.) einer alten Inschrift: AETATIS VAE XXIV / ET III MENS / IN ROMA 1663 / C.M.F.___________________________________________________________________________With a pensive gaze, a dark-haired young man looks to the right into the distance. His long hair falls on the sumptuous, white lace collar that stands out against his black garment. Maratti presents the portrayed modestly and unpretentiously, yet also elegantly and dignified. An inscription on the back tells us the year and place of creation, as well as the age of the portrayed. In 1663, when he was painted in Rome, he was 24 years and three-months-old. Maratti was one of the most sought after artists in Rome and worked for the social elite, including Pope Clemens IX, whose portrait is considered one of the most important paintings of the 17th century.| Britta Bode