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Muttergottes und Szenen aus dem Marienleben

Ident. Nr.: 627

ObjID: obj:867940

Details (Expert)

Datierung
Datierung: um 1275
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: Paris
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 16,8 x 15,1 x 2,1 cm (geöffnet)

Objektbeschreibung

Die Blüte der Elfenbeinschnitzkunst in Paris dauerte bis ins frühe 15. Jahrhundert fort. Bei dem Madonnen-Tabernakel handelt es sich um einen besonders preziös gestalteten Andachtsgegenstand. Eine Architekturform, die zur Präsentation großer Heiligen-, vor allem Muttergottesfiguren diente und auch auf Altartischen vorzufinden war, ist hier ins Miniaturhafte umgesetzt. Die Flügel, mit denen sich der Tabernakel ringsum verschließen lässt, zeigen Szenen aus dem Marienleben und der Kindheitsgeschichte Jesu. Die frontal dargebotene Madonnengestalt, verhüllt durch das flächig ausgebreitete Manteltuch, wiederholt einen Bildtypus, der in der Kathedralskulptur wie auch an großformatigen Einzelfiguren seit etwa 1300 anzutreffen ist. Im Marienantlitz mit den fein geschlitzten Lidspalten knüpft der Schnitzer an den höfischen Stil der Zeit Ludwigs des Heiligen an.

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Liturgischer Teller (Patene)

Liturgischer Teller (Patene)

Die Patene gehört zu einer durch zahlreiche ähnliche Objekte relativ gut bekannten Gruppe liturgischer Gefäße, die vermutlich überwiegend in Konstantinopel gefertigt wurden. Auf dem Rand sind die Einsetzungsworte der byzantinischen Liturgie in sorgfältiger Schrift eingraviert: ΛAB(ETE) ΦAΓETE TOYTO AI(C)TIN TO COMA MO(Y) TO Y(ΠE)P YM(ON) (K)ΛOMAINON IC AΦECCIN AMAPTION AMHN (Nehmt und esst, das ist mein Leib, der für euch hingegeben wurde zur Vergebung der Sünden. Amen). Im Zentrum der dreifigurigen Komposition steht der bärtige Christus auf einem Bema in leichter Ponderation, bekleidet mit Tunika und Pallium. In der Linken hält er ein Evangelienbuch, die Rechte ist segnend vor der Brust erhoben. Das langgestreckte Haupt wird von einem Nimbus mit diagonal eingeschriebenem Kreuz umgeben. Zu beiden Seiten der Beischriftkürzel IC XC für »Iesous Christos«. Auf dem Ehrenplatz zu seiner Rechten steht der hl. Stephanos mit Beischrift O (mit eingeschriebenem A) CTEΦANOC (der hl. Stephanos), jugendlich und bartlos, mit Nimbus und bekleidet mit den Gewändern eines Diakons. Mit der Rechten schwenkt er an einer Kette ein Räuchergefäß, in der Linken hält er vermutlich eine Pyxis. Zur Linken Christi steht Kaiser Konstantin d. Gr., der in Byzanz als Heiliger verehrt wurde und daher vor seiner senkrecht angebrachten Namensbeischrift KONCTANTINOC das Kürzel O mit eingeschriebenem A für »der hl. Konstantinos« führt. Er ist mit dem für die mittelbyzantinische Zeit typischen Kaiserornat bekleidet – dem Sakkos und dem kunstvoll drapierten und reich mit angedeutetem Edelsteinbesatz verzierten Loros. In der Rechten hält er das mit einem Kreuz bekrönte Szepter, in der Linken die Sphaira, ebenfalls mit einem Kreuz. Im Unterschied zu den meist großformatigen, oft mit Stifterinschriften versehenen Silberdiskoi der frühbyzantinischen Zeit waren die eher bescheidenen mittelbyzantinischen Patenen aus Kupferblech wohl Massenproduktion für den Bedarf der zahllosen Kirchen.