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Heiliger Sebastian

Ident. Nr.: 10/84

ObjID: obj:868225

Details (Expert)

Beteiligte
Meister der Biberacher Sippe (um 1510),
Bildhauer*in
Datierung
Datierung: um 1515
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 70 x 28 x 17 cm
Gewicht: 5,1 kg

Objektbeschreibung

Sebastian, ein Offizier der Garde Kaiser Diokletians, wurde der Überlieferung nach im Jahre
288 wegen seines christlichen Glaubens gemartert und schließlich erschlagen.
Dargestellt ist der mit Pfeilen durchbohrte Heilige (die Pfeile heute abgebrochen). In der nackten Gestalt, nur mit einem Lendenschurz bekleidet und an einen Baum gefesselt, wird über äußere Merkmale die Nachfolge Christi durch den freiwillig auf sich genommenen Märtyrertod besonders sinnfällig.
Die Figur wurde unter dem Einfluss der beginnenden Augsburger Renaissance von einem der bedeutendsten Bildschnitzer des frühen 16. Jahrhunderts geschaffen. Dessen Notname leitet sich von einem aus der Stadtpfarrkirche von Biberach an der Riss stammenden Relief mit der Darstellung der Familie Jesu her, das sich heute im Dominikanermuseum in Rottweil befindet. Aus demselben Retabelschrein, dem der Berliner Sebastian angehörte, stammt ein Rochus im Metropolitan Museum of Art in New York; beide Heilige wurden als Beschützer vor der Pest angerufen.

Letzte Aktualisierung: 30.04.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Blattornamenten

Würfelkapitell mit Blattornamenten

Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)