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Die Einnahme von Paris durch Heinrich IV.

Ident. Nr.: 798E

ObjID: obj:868258

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Peter Paul Rubens (1577 - 1640),
Maler*in
Datierung
Ausführung: 1628 - 1630
Weitere Titel
Sammlungstitel: Die Einnahme von Paris durch Heinrich IV.
Übersetzung: The Capture of Paris by Henry IV
Geografische Bezüge
Flandern,
Region
Material / Technik
Eichenholz
Abmessungen
Bildmaß: 24,7 x 46,5 cm
Erwerbung
1874 Ankauf mit der Sammlung des Bankiers B. Suermondt, Aachen

Objektbeschreibung

Die Berliner Skizze gehört zu einer Serie von Entwürfen für großformatigen Darstellungen der militärischen Erfolge Königs Heinrich IV. von Frankreich im Palais du Luxembourg in Paris. Auftraggeberin war dessen Witwe Maria von Medici (1573-1624), welche Rubens schon 1622 mit einer verherrlichenden Darstellung ihres eigenen Lebens beauftragte. Unteranderem aufgrund von politischen Zerwürfnissen am französischen Hof kam es nie zu der geplanten Ausführung des Heinrichzyklus. Der Medicizyklus befindet sich heute im Louvre. Die Berliner Skizze zeigt jenen Moment im Leben Heinrich IV., in dem der König den Schlüssel der Stadt von der, vor ihm knienden Paris entgegen nimmt. Viele Jahre hatte der bis 1593 protestantische König Heinrich IV. von Frankreich mit der katholischen Liga zu kämpfen. Erst nach der erfolgreichen Schlacht bei Ivry und seiner Konvertierung zur katholischen Kirche konnte er 1594 in Paris einziehen.

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Gemäldegalerie

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Lustige Gesellschaft auf einer Terrasse

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Der aus Südtirol stammende, in den 1720er und 1730er Jahren an der Wiener Akademie ausgebildete und dort arbeitende Johann Georg Platzer orientierte sich an den Antwerpener Kleinmeistern des 17. Jahrhunderts sowie an der Pariser Malerei des 18. Jahrhunderts. Er schuf vorrangig Feinmalereien auf Kupfer, bei denen es sich häufig um beliebte Objekte für anspruchsvolle Kunstkammern handelte. Dazu muss auch das wohl in die Wiener Zeit zu datierende Berliner Gemälde gezählt werden. Es ist ein typisches Beispiel für Platzers in leuchtenden Farben mit feinem Pinsel auf dünner Grundierung ausgeführte Gesellschaftsstücke mit ihren dicht gefüllten Bildräumen.Eine heitere Gesellschaft bevölkert einen durch die Staffageearchitektur rechts und den Brunnen links begrenzten Garten. Links im Vordergrund reicht ein sitzender junger Kavalier  das eben gefüllte Weinglas der neben ihm stehenden Dame, die einen auffälligen, aus einem Blumenkranz, einer Feder und einem transparenten Schleier bestehenden Kopfputz trägt. Ein Knabe bietet dem Paar Früchte in einer reich verzierten Schale dar. Insbesondere die aufgeschnittene Melone verdeutlicht die darin enthaltene Einladung zum sinnlich erotischen Genuss. Hinter der Stuhllehne erhebt ein weiterer Mann scheinbar mahnend den Zeigefinger. Beobachtet wird dieses Geschehen von zwei im zentralen Bogen der Gartenarchitektur stehenden Männern.Frisuren und Kostüme sind nicht zeitgenössisch, sondern scheinen sich an solche der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts anzulehnen. Mit seinem Berliner Bild verweist Platzer auf Genrebilder mit musizierenden, tanzenden und trinkenden Paaren im Freien vor allem der flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts (zum Beispiel Rubens' "Liebesgarten" im Prado, Madrid). Mit diesem in seinem Werk regelmäßig auftretenden inhaltlichen und formalen Rückbezug auf eine frühere Blütezeit der Malerei apelliert der Künstler an den Geschmack einer Sammlerschicht, die mit der Bildsprache dieser Vorbilder vertraut war.In Format und Bildaufbau offenbart das Berliner Bild enge Verwandtschaft zu den ebenfalls in die Wiener Zeit zu rechnenden Pendants "Allegorie des Gehörs" und "Allegorie des Geschmacks" (Graz, Alte Galerie am Landesmusem Joanneum). Zudem ähneln Kleid und Kopfputz der Frauenfigur jenen einer ebenfalls in Graz bewahrten "Tamburinschlägerin mit Flöte spielendem Kavalier". Krapf (2014) ordnet die angeführten Werke innerhalb Platzers Werk in die Gruppe der frühen Konversationsstücke ein.