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Joseph und Potiphars Frau

Ident. Nr.: 828H

ObjID: obj:868316

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Rembrandt Harmensz van Rijn (1606 - 1669),
Maler*in
Datierung
Ausführung: 1655
Weitere Titel
Sammlungstitel: Joseph und Potiphars Frau
Übersetzung: Joseph and Potiphar's Wife
Geografische Bezüge
Amsterdam,
Stadt
Material / Technik
Leinwand
Abmessungen
Bildmaß: 113,5 x 90 cm

Objektbeschreibung

Neben einem Baldachinbett sitzt die Frau des Potiphar in einem Lehnstuhl und verleumdet Joseph bei ihrem Mann, zu dem sie sagt: »Der hebräische Knecht, den du uns hereingebracht hast, kam zu mir herein, und wollte seinen Mutwillen mit mir treiben. / Da ich aber ein Geschrei machte und rief, da ließ er sein Kleid bei mir, und floh hinaus« (Genesis 1. 39, 17-18). Bereits in der Haltung der Frau, die zum Beweis ihrer Anklage einen Fuß auf Josephs Mantel gestellt hat, offenbart sich die Verleumdung: Den Blick des Gatten, der behutsam an sie herangetreten ist, meidend, legt sie die Linke beteuernd an die Brust, indes die Rechte Joseph bezichtigt, dem sie verächtlich den Rücken kehrt. Während Potiphar den Sinn ihrer Worte noch nicht voll zu begreifen scheint, blickt Joseph, der beziehungsvoll durch das Bett von der Frau getrennt steht, mit ergebener Gebärde gen Himmel. Allein durch Körperwendungen und knappe Gesten verdeutlicht sich die Handlung der isoliert voneinander agierenden Figuren, ein Merkmal für den entwickelten Erzählstil Rembrandts nach der Jahrhundertmitte. Die szenische und malerische Ausgestaltung ist dagegen von äußerster Prachtentfaltung. Der Reichtum und die Leuchtkraft der Farben, in denen sich die Bewunderung für Tizian und die venezianische Malerei jener Zeit offenbart, charakterisieren eindrucksvoll den orientalischen Prunk im Hause Potiphars, der Pharaos Kämmerer und Hauptmann war. Josephs Anwesenheit bei der Verleumdungsszene gestaltete Rembrandt in Abweichung vom biblischen Text. Bereits Jacob Pynas, bei dem Rembrandt vermutlich in der Lehre war, hatte das Drama in einem Gemälde aus dem Jahr 1629 (Milwaukee, Sammlung Alfred Bader) in der Konzentration auf die drei Hauptakteure wiedergegeben. Obschon sich stilistisch zwischen den beiden Arbeiten keine Bezüge aufzeigen lassen, dürfte ihnen jedoch eine gemeinsame literarische Vorlage zugrunde liegen: Flavius Josephus’ »Jüdische Altertümer«. Rembrandt besaß die ins Hochdeutsche übertragene Gesamtausgabe der Schriften des jüdisch-römischen Historikers (um 37/38 - nach 100), die 1574 in Straßburg erschienen war. Für die Benutzung dieser Quelle spricht nicht nur die Anwesenheit Josephs, sondern auch das Motiv des Ehebettes, das in der Bibel gleichfalls nicht erwähnt ist, im Gemälde Rembrandts dagegen besondere Beachtung gefunden hat. Dort wird das Bett von der Frau des Potiphar als Tatort-Metapher für die vermeintliche Vergewaltigung genommen. In ihrer Anklage gegen Joseph führt diese gegenüber Potiphar aus: »O lieber Mann / du bist nicht werd / daß du leben solt / wann du deinen schandlichen knecht nicht sein wolverdiente straff anthuest / als der sich hat unterstehen dürffen / dein Ehebett zu beflecken / unnd schon vergessen hat / welcher gestalt er in unser hauß kommen sei / unnd was grosser gutthaten du ihm bewisen habest / und da er sich in alle weg gegen uns hette danckbar erzeygen / so hat er sich dafür an deinem Ehebett vergreyffen / unn solche Schand am heylligen Feirtag / und in deinem abwesen / mit mir volbringen wöllen …« Auch in der Charakterisierung der psychischen Situation Josephs, dessen Haltung eine passive ist und der sich gegen die
Verleumdung nicht zur Wehr setzt, folgte Rembrandt Flavius Josephus, bei dem es gegen Ende der Episode heißt: »Josef stellte nun sein ganzes Geschick Gott anheim und verschmähte seine Verteidigung« (Jüdische Altertümer II, 4 und 5). | Jan Kelch

SIGNATUR / INSCHRIFT: rechts des oberen Fußes der Frau des Potiphar im Schatten: Rembran[..] f: 1655

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Gemäldegalerie

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But the painter did not pay attention to historic realism; rather, the landscape itself reinforces this timeless impression of a fantastic vision, worthy of the best modern science fiction movies: the sun has just set on a phantasmagorical landscape, made of strangely shaped rocks invaded by mist. On the left is a remarkably detailed harbour city, while on the right a promontory seems to have been once connected to the city by a now destroyed bridge. Everything in this landscape encourages us to meditate on two inseparable aspects: the tragic destiny of Christ and the perishable nature of the human world.Even if this painting seems timeless, it is a characteristic work by Ercole de’ Roberti, a Ferrarese painter trained by Cosmè Tura in the second half of the 15th century. The expressionist character of Tura’s figures, and his draperies which look alike bronze sculptures are clearly visible here, even if the painter shows his originality into the landscape. 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Giovanni Mocenigo (1508-1580)

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