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Bacchus und Ariadne

Ident. Nr.: KFMV.241

ObjID: obj:868404

Eigentum des Kaiser Friedrich Museumsvereins

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Jean-François de Troy (1679 - 1752),
Maler*in
Datierung
Ausführung: 1717
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bacchus und Ariadne
Übersetzung: Bacchus and Ariadne
Geografische Bezüge
Paris,
Stadt
Material / Technik
Leinwand
Abmessungen
Bildmaß: 134 x 162 cm
Erwerbung
1961 Ankauf aus der Kunsthandlung Paul Drey Gallery, New York

Objektbeschreibung

Eine Episode aus den Metamorphosen des Ovid, jener unerschöpflichen Fundgrube dramatischer bis frivol-anzüglicher Themen aus der antiken Götterwelt, liefert die Vorlage für das Bild, das die Begegnung zwischen Bacchus und Ariadne auf der Insel Naxos schildert. Ariadne, die Tochter des Minos, des Königs von Kreta, hilft Theseus bei seinem Kampf gegen den Minotauros, aus den Irrgängen des Labyrinths zu entkommen. Auf dem Rückweg nach Athen entführt Theseus die Prinzessin, verlässt sie jedoch auf Naxos. Bacchus findet die Verlassene, als er mit seinem lärmenden
Gefolge vorbeizieht, und nimmt sich ihrer an. Aus ihrer Verbindung gehen vier Söhne hervor: Thaos, Staphylos, Oinopion und Peparethos. Nach ihrem Tode führt Bacchus Ariadne aus der Unterwelt in den Olymp empor. Ihre Lichtkrone wirft er in den Himmel, damit sie, in Sterne verwandelt, für immer als helles Gestirn (Corona Borealis) an Ariadne erinnere.
De Troy hat den dramatischen Wendepunkt der Geschichte dargestellt. Links in der Ferne sieht man noch das Schiff, mit dem der treulose Theseus davonsegelt. Bacchus ist gerade herbeigekommen, von seinem Wagen abgestiegen, der von zwei Panthern gezogen wird, und lauscht nun mit der Geste der Betroffenheit dem tränenreichen Bericht der verzweifelten Ariadne. Verheißungsvoll schwebt Hymen,
der Gott der Eheschließung, mit der Fackel über den Beiden. Noch scheint Ariadne die Werbung des Gottes nicht zu bemerken, während das bacchische Treiben seines Gefolges ringsherum die beiden doch schon umtobt. Mänaden, Nymphen und bocksgestaltige Satyrn tanzen und lärmen auf ihren Instrumenten, während der dicke, trunkene Silen, der alte Erzieher des Bacchus, von einem Satyrn gestützt und einer Mänade geführt, auf einem Esel heranreitet.
Die Komposition des Bildes bändigt die Turbulenz der Szene in eine feste klassische Form. Vor der dunklen Baumkulisse agiert die Hauptgruppe wie auf einer Bühne; rechts und links im Vordergrund, die Mitte freilassend und doch auf sie orientiert, sind die vielfigurigen Nebengruppen beigegeben. Eine fast spielerische Eleganz prägt dieses Bild ebenso wie sein Gegenstück, die Erziehung des Bacchus (Kat.Nr. KFMV.240), und unterscheidet beide deutlich von den großen Vorbildern dieser bacchantischen Themen in der flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts, vor allem von der Drastik eines Jacob Jordaens.
Jean François de Troy gehört zu der Generation von Malern in Frankreich, die ihre erste Ausbildung noch unter dem strengen Diktat der Académie erhielten, dann aber den »grand goût« des 17. Jahrhunderts unter dem Eindruck der italienischen Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts und auch der flämischen Malerei in eine neue elegante Formensprache übertrugen. De Troy war vielseitig begabt. Er malte Porträts ebenso wie Landschaften und Genreszenen, mythologische und historische Sujets. Die beiden Berliner Bilder gehören in seine frühe Zeit, als er 1708 aus Italien zurückgekehrt war und sofort als Historienmaler in die Académie Royale aufgenommen wurde. Henning Bock | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2019

SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. rechts am Baumstamm: DE TROY 1717
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An episode from the Metamorphoses of Ovid, that inexhaustible treasure trove of sometimes dramatic, sometimes frivolous or salacious motifs from the ancient world of the gods, is the basis of the picture, which depicts the encounter between Bacchus and Ariadne on the island of Naxos. Ariadne, the daughter of Minos, the king of Crete, helps Theseus to escape from the blind alleys of the labyrinth in his battle against the Minotaur. On his return to Athens, Theseus abducts the princess, but then abandons her on Naxos. Bacchus discovers her when passing with his raucous entourage and comes to her aid. Resulting from their union are four sons: Thaos, Staphylos, Oinopion, and Peparethos. After her death, Bacchus guides Ariadne from the Underworld and up into Olympus. He hurls her corona into the heavens, where, now transformed into stars, it will forever recall Ariadne as the Corona Borealis.
De Troy has depicted the dramatic turning point of the story. Still visible in the distance on the left is the ship on which the faithless Theseus sails away. Bacchus has just arrived, having descended from his chariot, drawn by a pair of panthers, and listens, greatly moved, to the tearful story of the despairing Ariadne. Hovering auspiciously above the couple with a torch is Hymen, the God of marriage. Ariadne is still unaware of the god’s courtship, while the Bacchic goings-on of his retinue already rage all around them. Maenads, nymphs, and goat-shaped satyrs dance and play their instruments, while the fat, drunken Silenus, Bacchus’ old tutor, arrived on a donkey, supported by a satyr and a maenad.
The composition restrains the turbulence of the scene in a stable, classical form. Against the dark backdrop of trees, the central group performs as though on stage; added to the right and left foreground and oriented towards the central area, which is however empty, are the multi-figure ancillary groups. Characterising this picture as well as its counterpart, The Education of Bacchus (cat. no. KFMV.240), is an almost playful elegance that clearly distinguishes them from the great predecessors treatments of Bacchantic themes and the Flemish painting of the 17th century, particularly the harsher versions of an artist like Jacob Jordaens.
Jean François de Troy belonged to a generation of French painters who received their training under the stringent dictates of the Académie, before carrying the grand goût of the 17th century towards a new elegance under the influence of 16th and 17th century Italian painting, as well as of Flemish painting. De Troy’s gifts were versatile. He painted portrait as well as landscapes and genre scenes, mythological and historical subjects. Both of the Berlin pictures date from his early period, after his return from Italy in 1708, when he was immediately accepted as a history painter by the Académie Royale. Henning Bock | 200 Masterpieces of European Painting - Gemäldegalerie Berlin, 2019

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

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Einrichtung:

Gemäldegalerie

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Maria mit dem Kind

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Medaillonkette mit den Darstellungen von Pfalzgraf Philipp (1627 - 1655), Pfalzgräfin Henriette (Fürstin von Siebenbürgen, 1626 - 1651), Pfalzgraf Moritz (1620 - 1652), Pfalfgräfin Elisabeth (Äbtissin von Herford, 1618 - 1680), Pfalzgraf Karl Ludwig (Kurfürst von der Pfalz, 1617 - 1686), das Herrscherpaar Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz (König von Böhmen, 1596 - 1632), Kurfürsten Elisabeth von der Pfalz (Königin von Böhmen, 1596 - 1662), Pfalzgraf Rupert (1619 - 1682) und Pfalzgräfin Luise Hollandine (Äbtissin von Maubuisson, 1622 - 1709).Sieben der Darstellung sind mit mit den Initialen des Künstlers versehen. Die des Herrscherpaares jedoch nicht, diese weisen auf stilistische Anregungen durch Gemälde von Hoskins d. Ä. oder van Dycks hin. Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz vermählte sich 1613 mit Elisabeth Stuart, der Tochter Jakobs I. von England. Damit waren Hoffnungen auf eine Stärkung der evangelischen Pfalz im Reich verbunden. Im Jahre 1616 heiratete die Schwester des Pfälzers, Elisabeth Charlotte, den brandenburgischen Kurprinzen Georg Wilhelm. 1619 wählte die böhmischen Stände Friedrich V. von der Pfalz zu ihrem König, womit sie die rechtmäßige Herrschaft Kaiser Ferdinand II. mißachteten. Die Unbotmäßigen votierten damit für den Glaubensgenossen Friedrich V. als Haupt der protestantischen Union. Dieser Entscheidung widersetzte sich das Haus Habsburg. Der lebenslustige und risikobereite "Winterkönig" (Freidrich V.) schöpfte die neue königliche Würde reichlich aus. Jedoch weder England noch die Niederlande oder Brandenburg konnten dem Glaubensbruder wegen eigener innenpolitischen Schwierigkeiten beistehen. Auf diplomatischen Druck Englands und Frankreichs hin verhielt sich die protestantische Union neutral, was zu einer Isolierung Friedrich V. führte (3. Juli 1620: Ulmer Vertrag). Am 8. November 1620 stand der "Winterkönig" den Heeren des Kaisers, Kursachsens und Spaniens in der Schlacht am Weißen Berg bei Prag gegenüber. Schon nach einer Stunde beherrschten die Armeen der katholischen Liga unter Tillys Kommando die Walstatt. Friedrich V. und Familie flohen zuerst zum Schwager nach Brandenburg. Im Neumärkischen Küstrin an der Oder wurde noch im selben Jahr (1620) Pfalzgraf Moritz geboren. In Gefangenschaft von Seeräubern ist er später in Algier verschollen. Pfalzgraf Ruprecht studierte 1634 gemeinsam mit dem brandenburgischen Kurprinzen (seit 1675 der Große Kurfürst genannt) in Leiden. Die einstige böhmische Königin und Tante des Hohenzollern, Elisabeth von der Pfalz, lebte seit Beginn ihres Wittums (1632) in Rhenen bei Arnheim.Die Medaillonkette wurde am 19. März 1689 unter der Inv.Nr.53 auf die Kunstkammer im Berliner Schloß gegeben. Schon das Inventar von 1694 meldete den Verlust des Miniaturporträts von Pfalzgraf Gustav, welcher einjährig starb. Inzwischen fehlen zwei weitere Bildnisse. Aleander Cooper (um 1605 London - 1660 Stockholm) - einer der bedeutendsten Miniaturmaler - war seit 1631 im Haag tätig, wo er wohl auch die Berliner Medaillonkette schuf (R.M.).SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. Auf den beiden Deckeln unter einer Königskrone: SHE? (verbunden)Porträts von links:1. rechts unten im Grund: A[C]; Rückseite: Philippus P.P. / Aet: 5: / 26 Octobrio 1632; 2. links im Grund: AC; Rückseite: Herriette P.P. / Aet. 6: / 7 Juli 1632.;3. links im Grund: AC; Rückseite: Mauritius P.P. / Aet: 11: / 6 Januari 1632.;4. Rückseite: Elisabetha, P.P. / Aet: 13: / 26 Nouem: 1632; 5. rechts unten im Grund: AC; Rückseite: Carolus. P.P.E. / Aet. 14: / 22 Decem 1632.;6. Rückseite: Federicus R•B• / AET: 36 / 16 Augus 1632.7. Rückseite: Elisabetha R• B• / Aet 36: / 19 Augus 1632;8. Rechts unten im Grund: AC; Rückseite: Rupertus P•P• / Aet: 12: / 17 Decem 1632.;9. rechts im Grund: A[C]; Rückseite: Louisa P•P•. / Aet: 10: / 8 April: 1632.;10. Porträt verschollen; Rückseite: Eduardus P•P• / Aet: 8: / 6 Octobrio 1632•; 11. Porträt verschollen; Rückseite: Sophia P•P• / Aet: 2: / 14 Octobris 1633•12. Porträt verschollen; Rückseite: Gustavus P•P• / Aet: 1: / 4 Januari 1633