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Der Gnadenstuhl mit Maria, Johannes und den Arma Christi

Ident. Nr.: 2149

ObjID: obj:868439

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Unbekannt,
Maler*in
Datierung
Ausführung: um 1470/80
Weitere Titel
Sammlungstitel: Der Gnadenstuhl mit Maria, Johannes und den Arma Christi
Übersetzung: The Throne of Mery with the Virgin, St. John, and Angels with the Arma Christi
Abmessungen
Tafelmaß: 81,0 x 110,0 cm
Erwerbung
1937 Ankauf aus dem Benediktinerstift Sankt Peter, Salzburg

Objektbeschreibung

Das Gemälde zeigt eine ungewöhnliche Verschmelzung des Gnadenstuhls mit Motiven des Schmerzensmannes zwischen Maria und Johannes. Gottvater hält seinen Sohn, der als Mensch gestorben und zugleich als Gott lebendig ist, von einer Wolke aus; die Füße des Schmerzensmannes aber stehen auf dem Erdboden, auf dem auch Maria und der Evangelist Johannes knien, um die durchbohrten Hände Christi unter Tränen zu küssen. Allem Anschein nach wurde das Motiv der zwei Standflächen hier neu eingeführt. Es soll der schwer begreiflichen Doppelnatur Christi bildlichen Ausdruck verleihen, nimmt doch der Gottessohn im Wortsinne eine Stellung zwischen Himmel und Erde ein. Die Erde ist als Stätte der Passion wüst und steinig, darüber aber wird es prächtiger: Gottvater trägt kaiserliche Kleidung mit brokatener Tunika und Tiarakrone, sechs kleinere Engel halten als himmlische Knappen sein rotes Pluviale. Drei große Engel umgeben den Sohn und präsentieren höchst auffällig die Arma Christi, darunter prominent die Geißelsäule, das Kreuz, der Essigschwamm und die Heilige Lanze. Durch diese Leidenswerkzeuge wird die eucharistische Bedeutung des Schmerzensmannes um den Verweis auf das Weltgericht erweitert.

In wesentlichen Grundzügen ist die Komposition der Tafel bereits in einem 1474 datierten gemalten Tympanon an der Stiftskirche Berchtesgaden vorgebildet, dem wiederum Vorstufen aus dem Nürnberger Pleydenwurff-Kreis zugrunde liegen dürften. Dieses Schema hat der Künstler indes nicht nur thematisch erweitert, sondern auch durch Figuren bereichert, die auf Erfindungen Rogier van der Weydens zurückgehen. Bei dem Engel mit Kreuz links handelt es sich um eine Variante der Gestalt des Gabriel aus der Verkündigung von Rogiers gegen 1460 entstandenem Columba-Altar. Das Kolorit dieses Engels hingegen könnte unniederländischer nicht sein mit der zitronengelben Albe und dem grünen Pluviale; er wird damit – und mit seinem wachen Gesicht – jedoch zum hervorstechenden und koloristisch reizvollsten Element des Bildes.

Besondere Qualitäten entfaltet die Malerei in ihrer konzentrierten Durcharbeitung, so der prägnanten Erfassung von Oberflächen, wie sie sich in der wunderbaren Wiedergabe der Lanzenspitze oder der verschiedenartigen Vogelschwingen der Engel niederschlägt. Ideenreichtum herrscht bis in kleine Details, etwa bei dem oben auf dem Kreuzbalken balancierenden Hammer oder den Stricken der Geißel, die in leichten Schwüngen über die Hand des Engels und weiter über den Fußnagel herabhängen. Sehr lebendig sind die Gesichter, in denen der Maler mittels wohlüberlegter Akzente koloristische Finessen setzt: Sind die Augen durchweg braun, hat gerade derjenige Engel, der hinter der Geißelsäule zum Betrachter herüberschaut, eine blau aufblitzende Iris.

Die Gesichtstypen dürften das brauchbarste Indiz zur Einordnung des Künstlers abgeben. So hat man Ähnlichkeiten zu dem Retabel aus der Nürnberger Augustinerkirche von 1487 festgestellt, wo insbesondere der heilige Sebastian dem rechten Berliner Engel in Weiß wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Ein Teil jener Tafeln, jedoch nicht der Sebastian, stammt vermutlich von Rueland Frueauf d. Ä. Da dieser zeitweilig in Salzburg lebte und von 1470 bis 1478 mehrfach in den Rechnungsbüchern des Stifts St. Peter auftaucht, böte er sich als Maler des Gnadenstuhls aus St. Peter geradezu an. Allerdings weichen Frueaufs signierte und auf 1490 datierte Werke in Wien deutlich von dem Berliner Stück sowie den Nürnberger Gemälden ab. Möglicherweise stammen sie von einem unbekannten, in Salzburg tätigen Maler aus Frueaufs Umfeld. Stephan Kemperdick | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei – Gemäldegalerie Berlin, 2019
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The painting shows an unusual merging of the motifs of the Throne of Mercy and the Man of Sorrows between the Virgin Mary and Saint John (the Evangelist). God the Father is holding his son, who has died as man and is at the same time the living God, from a cloud, yet the feet of the Man of Sorrows are planted on the earth on which the Virgin Mary and Saint John are likewise kneeling to kiss, weeping, the stigmata in Christ’s hands. Apparently, the motif of two disparate standing surfaces
was newly introduced here. It is intended to give visual expression to the conceptually difficult idea of the double nature of Christ. The Son of God literally takes up a position between Heaven and Earth. The Earth as the location of the Passion is barren and stony, but above it, the scenery becomes more resplendent. God the Father is clothed like an emperor in a brocade tunic and tiara crown, six smaller
angels serving as heavenly knaves are holding his red pluvial. Three large angels surround the Son presenting the arma christi, the instruments of the Passion – the flagellation column, accompanied by the cross, the sponge of vinegar and the Holy Lance. These instruments of suffering refer to the Last Judgement, thus extending the significance of the Man of Sorrows to the Eucharist.

The main features of the composition are based on an earlier model, a painted tympanum of 1474 in the Collegiate Church in Berchtesgaden, which in turn is based on models from the Nuremberg Pleydenwurff circle. The artist has, however, not only extended the composition thematically, but also added figures derived from inventions of Rogier van der Weyden. The angel with the cross on the left, for example, is a variation on the figure of Gabriel in Rogier’s Annunciation of the Columba Altarpiece, painted around 1460. The colouration of this angel with the lemon yellow alb and green pluviale could not be less Netherlandish, yet together with its watchful face, these features make it one of the painting’s most striking and colouristically most appealing elements.

The special qualities of the painting unfold in its precise and powerful execution. Take, for example, the concise way in which surfaces are rendered, as exemplified by the wonderful portrayal of the tip of the lance or the many variations of angels’ wings. The artist’s ingenuity extends even to the smallest details, such as the hammer balanced on the crossbeam at the top or the cords of the whip, which fall in gentle curves over the hand of the angel and further down hanging over one of the nails. A particularly lively effect is achieved in the colouristic refinements of the faces via carefully conceived accents: while all of the eyes are brown, the irises of the angel looking straight at the viewer from behind the flagellation column flash blue.

The facial types are what gives the biggest most reliable clue to the artist’s origin. Similarities have been noted with the altarpiece from the Nuremberg Church of Saint Augustine from 1487, where the face of Saint Sebastian, in particular, is almost identical to that of the angel in white on the right in the Berlin painting. Some of the panels, albeit not the one in which Saint Sebastian appears, probably
originated from Rueland Frueauf the Elder. Given that he lived in Salzburg for a time and appears several times in the records of Saint Peter’s Monastery Church between 1470 and 1478, he would seem to be an obvious candidate to have painted the Throne of Mercy for that church. However, Frueauf’s signed works in Vienna, dated to 1490, differ quite clearly from both the Berlin work and the Nuremberg paintings. They may be the work of an unknown Salzburg painter associated with Frueauf. Stephan Kemperdick | 200 Masterpieces of European Painting – Gemäldegalerie Berlin, 2019

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

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Einrichtung:

Gemäldegalerie

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Bildnis des Alessandro Giustiniani-Longo

Bildnis des Alessandro Giustiniani-Longo

Als die Bildnisse von Alessandro Giustiniani-Longo (1544-1631) und seiner vermeintlichen Ehefrau (Kat.Nr. 782C) 1901 als Pendants in die Gemäldegalerie gelangten, hatten sie bereits eine lange gemeinsame Geschichte hinter sich. Schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts befanden sie sich im Besitz von Costantino Balbi (1676-1740) in Genua, der das Frauenporträt vermutlich von Giovanni Luca Spinola, das des Mannes von Alessandro Saluzzo und seinen Brüdern erworben hatte. Beide Porträts dürften etwa zur selben Zeit, um 1622/23, von Anton van Dyck während seines Aufenthaltes in Italien (1621-1627) in Genua gemalt worden sein. Auf den Bildern treten dem Betrachter ausdrucksstarke, faszinierende Persönlichkeiten entgegen, in beiden Fällen wiedergegeben in Lebensgröße und in sitzender Haltung. Es verwundert daher kaum, dass man für mehr als 200 Jahre annahm, es handle sich bei den Porträts um die Darstellung eines Ehepaares. Wie die Forschung gezeigt hat, trifft diese Annahme jedoch nicht zu. Bei dem Bildnis des alten Mannes handelt es sich um den genuesischen Senator Alessandro Giustiniani-Longo, der um 1622/23 bereits weit in den Siebzigern war. Er entstammte einer alteingesessenen und hoch angesehenen, genuesischen Familie. Von 1611 bis 1613 bekleidete er das höchste Amt, das der aristokratisch konstituierte, ligurische Stadtstaat zu vergeben hatte: das des Dogen. 1613 wurde er schließlich auf Lebenszeit Prokurator (Sachverwalter für Finanzen) der Genueser Republik. Das gerollte Papier in der Rechten des Mannes sowie sein ebenso herrisch wie misstrauischer Blick scheinen dieser Position, deren Ausübung Unbestechlichkeit voraussetzte, zu entsprechen. Auch die von ihm getragene schwarze Kappe weist bereits auf eine offizielle Bestimmung seiner Person hin. Im Falle des Frauenbildnisses ist eine eindeutige Identifizierung der Dargestellten dagegen bislang nicht gelungen. Die von ihr getragene, auf der Stirn spitz zulaufende Haartracht verweist jedoch auf ihren Status als Witwe, was eine Zuordnung der beiden Porträts als Ehepaar sehr unwahrscheinlich macht. Zudem belegt eine Kopie des Bildes aus dem 17. Jahrhundert, dass das Werk ursprünglich nach links hin breiter angelegt war und erst nachträglich beschnitten und so dem Männerporträt angeglichen wurde. Auch widersprechen die unterschiedlichen Schauplätze und ihre spezifische Ausstattung sowie der Umstand, dass die Frau deutlich höher im Bild sitzt als der Mann, der Annahme, es handle sich hierbei um zusammengehörige Pendants. Porträts dieser Art verhalfen van Dyck zu weit verbreiteter Anerkennung und zu reichen Aufträgen durch die Familien des Adels, für die er vornehmlich gearbeitet hat. Ausgehend von Rubens, in dessen Antwerpener Atelier er als blutjunger, genialer Künstler im Alter von 17 Jahren eingetreten war, aber auch im Rückgriff auf den höfischen Porträtstil Tizians, entwickelte er jenen vornehm-gelassenen, distanzierten Ausdruck, der die Vorstellung vom aristokratischen Menschenbild für seine Zeit außerordentlich geprägt hat. Die Werke verblieben lange im Palazzo Balbi in Genua. 1828 wurden sie, durch Vermittlung des Malers David Wilkie, von dem englischen Sammler Sir Robert Peel erworben und gelangten aus dessen Hinterlassenschaft, die 1900 versteigert wurde, schließlich nach Berlin. Jan Kelch und Katja Kleinert | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2019________________________________________________________________________When the Gemäldegalerie received these two portraits as companion pieces in 1901, they already had a long common history behind them. At the beginning of the 18th century, the two portraits were owned by Costantino Balbi (1676–1740) in Genoa; he is believed to have purchased the portrait of the woman from Giovanni Luca Spinola, and that of the man from Alessandro Saluzzo and his brothers. Both portraits are very likely to have been painted in Genoa by Anton van Dyck around the same time – 1622–23 – during the artist’s stay in Italy (1621–27). Both portraits show very individual, compelling personalities; both are depicted in life-size and shown seated. It is unsurprising that for over 200 years it was assumed that these two pictures were portraits of a married couple. However, historical records show that this is not the case.The painting of the man is the portrait of the Genoese senator Alessandro Giustiniani- Longo (1544–1631), who was in his late seventies around 1622–23. He belonged to an ancient and very noble Genoese family. Between 1611 and 1613, he held the highest office that the oligarchic merchant city-state in Liguria had: that of the Doge. In 1613, he was appointed Procurator of the Genoese Republic, a life-long office that put him in charge of finances. The rolled document in his right hand and his imperious and suspicious gaze appear to correspond to this position, which presupposed incorruptibility. The black cap on his head also illustrates that the sitter holds a public office. In contrast, the identity of the woman remains uncertain. Her hairstyle with the lacy ornament on her forehead indicates that she is a widow, thus making it unlikely that the two portraits are pictures of a married couple. In addition, a copy of the portrait made in the 17th century shows that the picture was originally wider, and that a section on the left side was removed at a later point, presumably to make it match the portrait of the man. 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Jan Kelch und Katja Kleinert | 200 Masterpieces of European Painting - Gemäldegalerie Berlin, 2019

Blick in den Chorumgang von St. Bavo in Haarlem

Blick in den Chorumgang von St. Bavo in Haarlem

Als einer der ersten niederländischen Maler spezialisierte sich Saenredam auf die Darstellung von Kirchenansichten, insbesondere von Kircheninnenräumen. Seine Bilder basieren auf exakten, nach Gesetzen der Perspektive konstruierten Vorstudien und liefern ein genaues Abbild der vorhandenen Situation. Auch zu dem Berliner Bild, einer Innenansicht der zwischen 1370 und 1520 erbauten spätgotischen St. Bavo-Kirche in Haarlem, existieren zwei Vorzeichnungen (Haarlem, Gemeentearchief / London, Courtauld Institute of Art, Witt Collection). Die dreischiffige Basilika wurde von Saenredam auch aus weiteren Blickwinkeln verewigt. Im Querschiff stehend, blickt der Betrachter Richtung Osten in den südlichen Chorumgang. Die sechs Joche, aus denen das Kreuzrippengwölbe entspringt, werden mit Rundpfeilern und Halbsäulen gebildet. Durch drei hohe Lanzettfenster mit weißer Verglasung und gotischen Maßwerkabschlüssen fällt kühles Licht ein. Den Eingangsbogen in den Umgang hat Saenredam aus der Symmetrieachse leicht nach links verschoben. Er wird vom oberen Bildrand überschnitten, was seine monumentale Wirkung noch unterstreicht und rahmt durch seine Positionierung im Bildvordergrund die Komposition.Seit ihrer Reformierung 1578 von allem bildlichen und architektonischen Zierrat befreit, wirkt die weiß getünchte Kirche ausschließlich über ihre architektonischen Formen und das Spiel von Licht und Schatten. Es entfaltet seine Wirkung insbesondere in der Gewölbezone, wo die tiefen Zwickelfelder zwischen den Kreuzrippen starke Hell- und Dunkelkontraste erzeugen und den Raum in abstrakt geometrische Formen auflösen. Dies sind die gestalterischen Mittel, die den Kern von Saenredams künstlerischem Schaffen bilden. Kristalline, grafische Klarheit sowie eine reduzierte Farbskala mit fein nuancierten Weiß- Grau- und Gelbwerten, für die auch Goldstaub zur Verwendung kam, sind charakteristische Merkmale seines Werks. Auf diese Weise verlieh der Maler den Kircheninnenräumen eine schlichte und zugleich differenzierte Lichtwirkung, ganz so, als würde die Architektur aus sich heraus leuchten. Die einzigen schmückenden Elemente sind zwei jeweils an einem Pfeilern bzw. einer Halbsäule angebrachte Totenschilde, sowie zwei vergoldete Kerzenleuchter. Eine in starkem Kontrast zu den hellen Wandflächen stehende Orgel aus dunklem Holz ist zwischen zwei Jochen an der Außenwand angebracht, an deren Brüstung der Maler das Gemälde gut sichtbar mit seiner Signatur „P. Saenredam fecit.“ versehen hat. Ergänzend findet sich die Datierung „P[ieter]S[aenredam]A[nno] 1635“ am Fuße eines Pfeilers in der rechten vorderen Bildecke.Die Figurenstaffage erzählt die biblische Szene der Darbringung Christi im Tempel: In der Brouwerskapel (die Kapelle der Brauergilde) wartet der Hohepriester auf die Heilige Familie. Maria und Josef folgen Simeon mit dem Jesuskind auf dem Arm. Die Prophetin Hanna tritt, auf einen Stock gestützt, aus dem Mittelschiff der Kirche zur der Gruppe. Durch ihre Verlegung in die Haarlemer Kirche wird die Szene in die Lebenswelt der zeitgenössischen Betrachter übertragen. Formal dient die Figurenstaffage der Klärung des Raumzusammenhangs, da sie auf die jenseits des Bildraums gelegenen Bauteile verweist, aus denen die Personen herantreten oder sich entfernen, wie etwa der Mann im Hintergrund, der nur diesem Zweck dient. Die Figurenstaffage wurde, in Kooperation mit Saenredam, von einem anderen, namentlich heute nicht mehr bekannten Künstler eingefügt. Eine derartige Form der Zusammenarbeit von zwei Spezialisten war gängige Praxis in den Niederlanden des 17. Jahrhunderts. Sarah Salomon | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2019SIGNATUR / INSCHRIFT: An der Plinthe der Orgelbalustrade: P. Saenredam fecit. PSA (verbunden) 1635___________________________________________________________________Saenredam was one of the first Dutch painters to specialise in depicting churches, especially church interiors. His works are based on exact preliminary studies, designed according to the laws of perspective, and provide a precise depiction of the situations that he found. For the painting in Berlin, an interior view of the late Gothic church of Sint Bavo in Haarlem, built between 1370 and 1520, two preliminary drawings exist (Haarlem, Gemeentearchief, and London, Courtauld Institute of Art, WittCollection). This basilica, with its nave and two aisles, was also commemorated by Saenredam from other viewpoints. Standing in the transept, the viewer looks east to the south choir ambulatory. The six bays that support the cross-ribbed vaulting are shown with round piers and half-columns. Cool light falls through three tall lancet windows with white glass and Gothic tracery at the top. Saenredam has shifted the arch at the entrance to the ambulatory slightly to the left of the axis of symmetry. It is cropped by the upper edge of the picture, underlining its monumental effect and framing the composition through its position in the foreground.Cleared of all visual and architectural adornment since becoming a Reformed church in 1578, the whitewashed building generates its effect entirely through its architectural forms and the play of light and shade. This applies particularly to the vaulting zone, where the deep squinches between the crossed ribs produce strong contrasts of dark and light, dissolving the space into abstract geometrical shapes. These are the artistic means that constitute the core of Saenredam’s creative work. Crystalline, graphic clarity and a reduced colour scale with finely nuanced shades of white, grey and yellow, for which gold dust was sometimes used, are characteristic features of his oeuvre. In this way the artist lent simple but at the same time differentiated effects of lighting to church interiors, as if the architecture radiated from within. The only decorative elements are the two memorials, one attached to a pier and one to a half-column, and two gilded candelabra. An organ of dark wood, forming a strong contrast to the bright surfaces of wall, is installed between two bays on the outer wall. On its balustrade, the artist has added his clearly visible signature “P. Saenredam fecit”. To complement this, the date “P[ieter]S[aenredam] A[nno] 1635” can be seen at the foot of a pier in the right-hand corner at the front.The staffage of figures tells the biblical story of the presentation of Christ in the temple: in the Brouwerskapel (the chapel of the guild of brewers), the high priest waits for the Holy Family. Mary and Joseph follow Simeon, who has the Christ Child on his arm. The prophet Hanna, supported by a stick, emerges from the choir of the church towards the group. By transporting the scene to the church in Haarlem, Saenredam transferred it to the world in which contemporary beholders lived. In formal terms the figures serve to clarify the spatial context, as they indicate parts of the building that lie beyond the space depicted, from which people approach or into which they disappear, like the man in the background who serves this purpose only. In cooperation with Saenredam, these figures were inserted by another artist, whose name is no longer known. This type of collaboration between two specialists was common practice in the Netherlands in the 17th century. Sarah Salomon | 200 Masterpieces of European Painting - Gemäldegalerie Berlin, 2019