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Maria mit Kind

Ident. Nr.: 7061

ObjID: obj:868457

Details (Expert)

Beteiligte
Hans Peisser (um 1505)
Datierung
Datierung: um 1540
Datierung engl.: ca. 1540
Abweichende Datierung: um 1540
Systematik/Art
Weitere Titel
Sammlungstitel: Maria mit Kind
Übersetzung: Virgin and Child
Maria mit Kind
Material / Technik
Buchsbaumholz
Abmessungen
Höhe x Breite: 16 x 10,5 cm ,mit Rahmen:181x12,6x1,6
Erwerbung
1912 Wilhelm Bode (Schenkung)

Objektbeschreibung

Der Eifer, mit dem einzelne Christen ihren Glauben praktizierten, hat oft auch Spuren an den Werken hinterlassen, die ihnen zur privaten Andacht dienten. Besitzer mögen sie wiederholt geküsst und liebkost haben, wodurch in die Oberfläche geschnitzte Details abgerieben wurden, wie dies bei Hans Peissers Relief der Maria mit Kind der Fall ist. Die Schnitzerei war möglicherweise ein Modell für eine Bronzeplakette. Dennoch ist die Oberfläche stark berieben, als sei das Relief immer wieder berührt worden. Das dezidiert katholische Bildmotiv lässt vermuten, dass es für einen Auftraggeber außerhalb von Nürnberg gefertigt wurde, wo Peisser arbeitete und wo 1525 die Reformation eingeführt wurde. Die Glaubensbewegung veränderte das taktile Verhältnis zu den göttlichen Bildern; die Reformation warf die Frage auf, wo die Grenze zwischen Andacht und Idolatrie anzusetzen sei. Die Unterscheidung zwischen Kunstwerk, Repräsentation und Reliquie scheint sich in diesem Werk aufzulösen. Die Patina des Reliefs zeugt von dem Bedürfnis, mit etwas in Kontakt zu treten, das über das Objekt hinausgeht. (Andrew Sears 2017)

Letzte Aktualisierung: 11.03.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Liturgischer Teller (Patene)

Liturgischer Teller (Patene)

Die Patene gehört zu einer durch zahlreiche ähnliche Objekte relativ gut bekannten Gruppe liturgischer Gefäße, die vermutlich überwiegend in Konstantinopel gefertigt wurden. Auf dem Rand sind die Einsetzungsworte der byzantinischen Liturgie in sorgfältiger Schrift eingraviert: ΛAB(ETE) ΦAΓETE TOYTO AI(C)TIN TO COMA MO(Y) TO Y(ΠE)P YM(ON) (K)ΛOMAINON IC AΦECCIN AMAPTION AMHN (Nehmt und esst, das ist mein Leib, der für euch hingegeben wurde zur Vergebung der Sünden. Amen). Im Zentrum der dreifigurigen Komposition steht der bärtige Christus auf einem Bema in leichter Ponderation, bekleidet mit Tunika und Pallium. In der Linken hält er ein Evangelienbuch, die Rechte ist segnend vor der Brust erhoben. Das langgestreckte Haupt wird von einem Nimbus mit diagonal eingeschriebenem Kreuz umgeben. Zu beiden Seiten der Beischriftkürzel IC XC für »Iesous Christos«. Auf dem Ehrenplatz zu seiner Rechten steht der hl. Stephanos mit Beischrift O (mit eingeschriebenem A) CTEΦANOC (der hl. Stephanos), jugendlich und bartlos, mit Nimbus und bekleidet mit den Gewändern eines Diakons. Mit der Rechten schwenkt er an einer Kette ein Räuchergefäß, in der Linken hält er vermutlich eine Pyxis. Zur Linken Christi steht Kaiser Konstantin d. Gr., der in Byzanz als Heiliger verehrt wurde und daher vor seiner senkrecht angebrachten Namensbeischrift KONCTANTINOC das Kürzel O mit eingeschriebenem A für »der hl. Konstantinos« führt. Er ist mit dem für die mittelbyzantinische Zeit typischen Kaiserornat bekleidet – dem Sakkos und dem kunstvoll drapierten und reich mit angedeutetem Edelsteinbesatz verzierten Loros. In der Rechten hält er das mit einem Kreuz bekrönte Szepter, in der Linken die Sphaira, ebenfalls mit einem Kreuz. Im Unterschied zu den meist großformatigen, oft mit Stifterinschriften versehenen Silberdiskoi der frühbyzantinischen Zeit waren die eher bescheidenen mittelbyzantinischen Patenen aus Kupferblech wohl Massenproduktion für den Bedarf der zahllosen Kirchen.