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Bildnis eines jungen Mannes

Ident. Nr.: 18A

ObjID: obj:868542

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Antonello da Messina (um 1430 - 1479),
Maler*in
Datierung
Ausführung: 1474
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bildnis eines jungen Mannes
Übersetzung: Portrait of a Young Man
Geografische Bezüge
Italien,
Land
Material / Technik
Pappelholz
Abmessungen
Bildmaß: 34,1 x 27,1 cm
Erwerbung
1889 Ankauf von Charles Sedelmeyer

Objektbeschreibung

Dem sizilianischen Maler Antonello da Messina wird heute ein gutes Dutzend kleinformatiger männlicher Portraits zugeschrieben, von denen etwa die Hälfte signiert ist. Ihre Entstehung dürfte sich auf das letzte Jahrzehnt seines Schaffens beschränken, also kaum vor 1470 anzusetzen sein. Die genauen Jahresangaben auf den vom Künstler selbst datierten vier Bildnissen reichen von 1474 auf dem vorliegenden Portrait bis 1478 (siehe Kat.Nr. 18). Als frühestes datiertes Bildnis nimmt die Darstellung des jungen Mannes in Rot innerhalb der antonellianischen Portraitgalerie eine Schlüsselstellung ein. Immer wieder hat es als Anhaltspunkt gedient, um auch die nicht datierten Bildnisse des Sizilianers chronologisch zu ordnen. Typisch für Antonellos Portraitkonzeption ist der nahsichtige Büstenausschnitt des Jünglings, der den Betrachter über eine steinerne Brüstung hinweg direkt anblickt und von einem einfarbig dunklen Grund hinterfangen wird. Die hohe Ausführungsqualität wird durch den heutigen Erhaltungszustand, insbesondere den partiellen Verlust der oberen Malschichten und einen dicken gelblichen Firnis, etwas beeinträchtigt.
Mit seinem offenbar kaum die 20 Jahre überschreitenden Alter zählt der Dargestellte zu den jüngsten der von Antonello portraitierten Personen. Das jugendlich glatte Gesicht löst sich aus dem Dunkeln, wobei die rechte Wange und der Hals deutlich verschattet sind. Das glatte, dunkelrot-bräunliche Haar ist über der Stirn leicht nach beiden Seiten auseinandergestrichen und fällt über die Ohren. Die Lippen sind etwas geöffnet, als solle in dieser Darstellung – im Gegensatz zu Antonellos sonst eher unbewegten, zeitlosen Bildnissen – ein bestimmter Augenblick erfasst werden. Savettieri hat in diesem Zusammenhang von einem Ausdruck der Erwartung und des Innehaltens gesprochen (Savettieri 1998). Die Augen sindauf den Betrachter gerichtet, die Lider leicht gesenkt, der Ausdruck wirkt ernst. Der direkte Blick aus dem Bild, die Begegnung eines wahrnehmenden Individuums mit seinem betrachtenden Gegenüber, der eigentümliche Zustand gegenseitiger Präsenz (Neumeyer 1964, S. 68–69) unterscheiden Antonellos Bildnisse von denjenigen seines Zeitgenossen Giovanni Bellini aus Venedig (siehe Kat.Nr. S 12). Schon der venezianische Kunstkenner Marcantonio Michiel hob die große Kraft und Lebhaftigkeit seiner Portraits hervor, die sich besonders in den Augen mitteile: »Sono a oglio, in uno ochio e mezo, molto finidi, et hanno gran forza et gran vivacità, et maxime in li occhi« (Frimmel Hg. 2000, S. 51; »Sie sind mit Ölfarbe [gemalt], mit anderthalb Augen [d. h. im Dreiviertelprofil], sehr fein ausgeführt, und voller Kraft und Lebhaftigkeit, am meisten in den Augen«; Übers. SH).
Marle sah sich vom unverwandten Blick des Jünglings gar zu der Deutung angeregt, es handele sich um einen jungen Mann von anscheinend starkem und resolutem, aber schwierigem Charakter (Marle 1923–1938, Bd. 15, S. 506). Diese recht weitgehende Interpretation zeigt, welches Ausdruckspotential man dem Bildnis bereitwillig zuerkannte. In dieselbe Richtung weist auch die Aussage von Boehm, in ihm nehme »der Ausdruck [...] von der Person Besitz. Er ist nicht an ihr zu beobachten, sie deutet sich in ihm, wird damit identisch. Was Antonello jetzt leistet, ist die Veranschaulichung eines Individuums in seinem Körper« (Boehm 1985, S. 149).
Bislang ist es nicht gelungen, auch nur einen der so unterschiedlichen Charakterköpfe von Antonellos Portraits eindeutig zu identifizieren. Von Michiel sind lediglich zwei Namen überliefert (Frimmel Hg. 2000, S. 51), wobei diese den heute noch existierenden Bildern nicht zweifelsfrei zugewiesen werden können. Bei beiden, dem Juwelenhändler Michele Vianello und dem Seidenhändler Alvise Pasqualini, handelt es sich um Angehörige der venezianischen cittadinanza, einer Schicht, die zwischen den nobili und der normalen Bevölkerung stand (Puppi 1983, S. 269, 271). Zu Herkunft und Identität des hier Dargestellten lässt sich bislang nur sagen, dass er nach derselben typisch venezianischen Mode gekleidet ist, wie sie etwa auch der junge Venezianer auf dem Portrait von Giovanni Bellini trägt (Kat.Nr. S 12). Bei Antonellos Jüngling ist der Ansatz eines Ärmels sichtbar, der von der Bildkante überschnitten wird. Über der Brust ist der schwere Stoff großzügig in mehrere äußerst plastisch modellierte, unterschiedlich rhythmisierte Faltenbahnen gelegt. Der einfache Stehkragen ist mit einer roten Schnur durch eine Öse zusammengehalten, darüber blitzt als leuchtender weißer Akzent der Kragen des Leinenhemdes auf. Die schwarze Kopfbedeckung, eine sogenannte Sendelmütze (ital. cappuccio, venez. capuzzo), verschmilzt mit dem dunklen Hintergrund, während die Sendelbinde an der rechten Schläfe entlang nach unten über die Brust fällt, einen markanten Schlagschatten auf die Schulter wirft und damit der Büste mehr Körperlichkeit verschafft.
Trotz aller Plastizität der Figur ist ihr Umraum freilich auf ein Minimum begrenzt, nach hinten verliert sie sich sofort im undurchdringlichen Dunkeln, vorn ist sie durch die steinerne Brüstung greifbar begrenzt. Auf deren vorderer Fläche klebt, nur für den Betrachter lesbar und offensichtlich an diesen adressiert, ein kleiner Papierzettel, dessen linke obere Ecke sich bereits von dem Tropfen Siegelwachs abzulösen scheint, mit dem er befestigt ist. Auf dem mehrfach geknickten Bogen ist das Jahr der Bildentstehung verzeichnet: 1474. Darunter steht auf Latein zu lesen: »Antonellus aus Messina hat mich gemalt.«Fast alle Signaturen des Sizilianers sind auf solchen cartellini angebracht. So konnte der Maler, unabhängig vom Sujet, seinen Namen wie auf einem Etikett ins Bild integrieren (vgl. Burg 2005, S. 39). In der hier vorliegenden Form hat der wie ein Brief aufgefaltete und zudem sichtbare Spuren einer ehemaligen Versiegelung tragende Zettel jedoch einen zweifachen Sinn: Der Gemalte und zugleich auch sein Bildnis, also das Gemälde als Ganzes, haben dem Betrachter eine Nachricht über die Identität ihres Autors hinterlassen. Sicherlich hat Antonello die Nutzung der den Bildraum begrenzenden Brüstung als Träger selbstreferentieller Botschaften von niederländischen Vorbildern wie Jan van Eyck übernommen. Nach seiner Ausbildung bei dem neapolitanischen Maler Colantonio (um 1420 – nach 1460) wird Antonello am Hof Alfonsos I. von Aragon Gelegenheit gehabt haben, Werke van Eycks im Original zu studieren. Auf diesen Umstand hat schon Vasari hingewiesen, wenn auch seine Behauptung, Antonello habe die Technik der Ölmalerei bei dem Meister in Brügge höchstpersönlich erlernt und diese nach seiner Rückkehr in Italien eingeführt, nicht haltbar ist (Bettarini/Barocchi Hg. 1966–1987, Bd. 3, S. 306–307). Technische Untersuchungen haben gezeigt, dass Antonello allenfalls indirekte Kenntnisse der niederländischen Ölmalerei hatte, auf diesem Gebiet also nicht nach Anleitung arbeitete, sondern eher experimentierte (Dunkerton 1999; Dunkerton 2000). In den Augen Friedländers war er dennoch der einzige würdige Nachfolger van Eycks (Friedländer 1924–1937, Bd. 1, S. 161).
Bisher ließ sich nicht klären, ob das vorliegende Bildnis noch in Messina oder bereits in Venedig entstand, wo sich der Maler vielleicht schon gegen Ende des Jahres 1474, in jedem Fall aber seit 1475 bis mindestens März 1476 aufhielt. In dieser Frage könnte auch die Holzart von Bedeutung sein: Während sich Antonello in Venedig vor allem Pappel-, Eichen- und Lindenholzes bediente, entstanden sämtliche auf Nussbaumholz gemalten Tafeln (Kat.Nr. 18), zu denen, wie eine erneute Prüfung ergab, wahrscheinlich auch dieses Bild gehört (Lorenz 2009, S. 6), in Messina oder Süditalien (Lucco 2006, S. 20). Antonello gelang es – vielleicht über bereits bestehende Kontakte zur venezianischen Kolonie in Messina –, sich in der Serenissima neben der Ausführung von zwei prestigeträchtigen Aufträgen für Altarbilder vor allem auch als Maler kleinformatiger Portraits einen Namen zu machen. In dieser Disziplin musste er sich – anders als bei den großformatigen Altartafeln – kaum gegen einheimische Konkurrenten durchsetzen. Vielmehr war er es, der der venezianischen Portraitmalerei für Jahrzehnte Impulse zu geben vermochte. Mit seinen Bildnissen männlicher Patrizier hinter einem Parapetto und vor einfarbigem, dunklem Fond etablierte sich in Venedig ein Typus, der sich über Giovanni Bellini (Kat.Nr. S 12), Francesco Bonsignori und Alvise Vivarini bis hin zu Lorenzo Costa halten sollte. Der Ruf, den sich Antonello als Bildnismaler erworben hatte, verbreitete sich schnell über die Lagunenstadt hinaus. So versuchte der Herzog von Mailand, Galeazzo Maria Sforza, den sizilianischen Maler Anfang März 1476 in der Nachfolge des verstorbenen Bildnismalers Zanetto Bugatto als seinen Hofkünstler zu verpflichten. Grund hierfür war »eine von einem sizilianischen Maler nach dem Leben wiedergegebene Figur, […] die sehr gefallen hat« und sich im Besitz seines Bruders, des Herzogs von Bari, befand (Ausst.-Kat. Rom 2006, S. 361, Dok. XXX; Übers. SH). Aus unbekannten Gründen kam es jedoch anders, und Antonello kehrte spätestens im Sommer desselben Jahres wieder in seine sizilianische Heimat zurück, wo er drei Jahre später verstarb.

Sabine Hoffmann
in: Keith Christiansen und Stefan Weppelmann (Hg.), Gesichter der Renaissance. Meisterwerke italienischer Portrait-Kunst, Ausst.-Kat. (Berlin, Bode-Museum, 25.08-20.11.2011 und New York, Metropolitan Museum of Art, 19.12.2011-18.03.2012), München, Hirmer Verlag, 2011, S. 337-339.

Provenienz: 1785 Slg. Martinengo, Venedig (?); 1801 Slg. Alexander Hamilton-Douglas, Duke of Hamilton, Hamilton Palace/Glasgow; Kunsthandel Paris; Juni 1889 durch Charles Sedelmeyer für die Gemäldegalerie erworben.

Referenzen:
Lanzi 1834, Bd. 3, S. 29
Luigi Lanzi, Storia pittorica della Italia. Dal risorgimento delle belle arti fin presso al fine del XVIII secolo, 6 Bde., Florenz 1834

Waagen 1854, Bd. 3, S. 302
Gustav Friedrich Waagen, Treasures of Art in Great Britain. Being an Account of the Chief Collections of Paintings, Drawings, Sculptures, Illuminated Mss., 3 Bde., London 1854

Bode 1891, S. 172
Wilhelm Bode, „Der ‚Junge Venezianer’ von Antonello da Messina in der Berliner Galerie, gestochen von E. M. Geiger“, in: Jahrbuch der Königlich-Preussischen Kunstsammlungen, 12, 1891, S. 171-172

Bottari 1939, S. 77–78
Stefano Bottari, Antonello da Messina, Messina/Mailand 1939

Mandel 1967, S. 94–95
Gabriel Mandel (Hg.), L’opera completa di Antonello da Messina, Mailand 1967

Zappia, in: Ausst.-Kat. Messina 1981/82, S. 112–113
Antonello da Messina, hg. v. Alessandro Marabottini und Fiorella Sricchia Santoro, Ausst.-Kat. Messina 1981/82, Rom 1981

Puppi 1983, S. 272
Lionello Puppi, “Il viaggio e il soggiorno a Venezia di Antonello da Messina”, in: Museum Patavinum, 1, 2, 1983, S. 253-282

Sricchia Santoro 1986, S. 103, 160
Fiorella Sricchia Santoro, Antonello e l’Europa, Mailand 1986

Wright 1987, S. 184–185, 188–189, 191

Lucco 1989–1990, Bd. 2, S. 440–442

Wright, in: The Dictionary of Art, 1996, Bd. 2, S. 180
The Dictionary of Art, hg. v. Jane Turner, 34 Bde., New York 1996

Barbera 1998, S. 86–87
Gioacchino Barbera, Antonello da Messina, Mailand 1998

Savettieri 1998, S. 123
Chiara Savettieri, Antonello da Messina, Palermo 1998

Puppi 2004, S. 159
Lionello Puppi, “Antonello da Messina a Venezia”, in: Gennaro Toscano und Francesco Valcanover (Hg.), Da Bellini a Veronese. Temi di arte veneta, Venedig, 2004, S. 155-175

Lauber 2005, S. 51–52
Rosella Lauber, “A Venezia ne dipinge almeno 20. Però oggi di Antonello, un solo quadro rimane in città”, in: Venezialtrove, 4, 2005, S. 29-44, 49-61.

Lucco 2006, S. 210 (mit älterer Literatur)
Mauro Lucco, Antonello da Messina. Das Gesamtwerk, Stuttgart 2006

Lorenz 2009
Stefanie Lorenz, Antonello da Messina, Kat.Nr. 18 A, Untersuchungsbericht, 10.12.2009, Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie, Restaurierung, Archiv (unpubliziert)

SIGNATUR / INSCHRIFT: .1474./Antonellus messanus / me pinxit

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Gemäldegalerie

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Als die Bildnisse von Alessandro Giustiniani-Longo und seiner vermeintlichen Ehefrau (Kat.Nr. 782C) 1901 als Pendants in die Gemäldegalerie gelangten, hatten sie bereits eine lange gemeinsame Geschichte hinter sich. Schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts befanden sie sich im Besitz von Costantino Balbi (1676-1740) in Genua, der das Frauenporträt vermutlich von Giovanni Luca Spinola, das des Mannes von Alessandro Saluzzo und seinen Brüdern erworben hatte. Beide Porträts dürften etwa zur selben Zeit, um 1622/23, von Anton van Dyck während seines Aufenthaltes in Italien (1621-1627) in Genua gemalt worden sein. Auf den Bildern treten dem Betrachter ausdrucksstarke, faszinierende Persönlichkeiten entgegen, in beiden Fällen wiedergegeben in Lebensgröße und in sitzender Haltung. Es verwundert daher kaum, dass man für mehr als 200 Jahre annahm, es handle sich bei den Porträts um die Darstellung eines Ehepaares. Wie die Forschung gezeigt hat, trifft diese Annahme jedoch nicht zu. Bei dem Bildnis des alten Mannes handelt es sich um den genuesischen Senator Alessandro Giustiniani-Longo (1544-1631), der um 1622/23 bereits weit in den Siebzigern war. Er entstammte einer alteingesessenen und hoch angesehenen, genuesischen Familie. Von 1611 bis 1613 bekleidete er das höchste Amt, das der aristokratisch konstituierte, ligurische Stadtstaat zu vergeben hatte: das des Dogen. 1613 wurde er schließlich auf Lebenszeit Prokurator (Sachverwalter für Finanzen) der Genueser Republik. Das gerollte Papier in der Rechten des Mannes sowie sein ebenso herrisch wie misstrauischer Blick scheinen dieser Position, deren Ausübung Unbestechlichkeit voraussetzte, zu entsprechen. Auch die von ihm getragene schwarze Kappe weist bereits auf eine offizielle Bestimmung seiner Person hin. Im Falle des Frauenbildnisses ist eine eindeutige Identifizierung der Dargestellten dagegen bislang nicht gelungen. Die von ihr getragene, auf der Stirn spitz zulaufende Haartracht verweist jedoch auf ihren Status als Witwe, was eine Zuordnung der beiden Porträts als Ehepaar sehr unwahrscheinlich macht. Zudem belegt eine Kopie des Bildes aus dem 17. Jahrhundert, dass das Werk ursprünglich nach links hin breiter angelegt war und erst nachträglich beschnitten und so dem Männerporträt angeglichen wurde. Auch widersprechen die unterschiedlichen Schauplätze und ihre spezifische Ausstattung sowie der Umstand, dass die Frau deutlich höher im Bild sitzt als der Mann, der Annahme, es handle sich hierbei um zusammengehörige Pendants. Porträts dieser Art verhalfen van Dyck zu weit verbreiteter Anerkennung und zu reichen Aufträgen durch die Familien des Adels, für die er vornehmlich gearbeitet hat. Ausgehend von Rubens, in dessen Antwerpener Atelier er als blutjunger, genialer Künstler im Alter von 17 Jahren eingetreten war, aber auch im Rückgriff auf den höfischen Porträtstil Tizians, entwickelte er jenen vornehm-gelassenen, distanzierten Ausdruck, der die Vorstellung vom aristokratischen Menschenbild für seine Zeit außerordentlich geprägt hat. Die Werke verblieben lange im Palazzo Balbi in Genua. 1828 wurden sie, durch Vermittlung des Malers David Wilkie, von dem englischen Sammler Sir Robert Peel erworben und gelangten aus dessen Hinterlassenschaft, die 1900 versteigert wurde, schließlich nach Berlin. Jan Kelch und Katja Kleinert | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2019________________________________________________________________________When the Gemäldegalerie received these two portraits as companion pieces in 1901, they already had a long common history behind them. At the beginning of the 18th century, the two portraits were owned by Costantino Balbi (1676–1740) in Genoa; he is believed to have purchased the portrait of the woman from Giovanni Luca Spinola, and that of the man from Alessandro Saluzzo and his brothers. Both portraits are very likely to have been painted in Genoa by Anton van Dyck around the same time – 1622–23 – during the artist’s stay in Italy (1621–27). Both portraits show very individual, compelling personalities; both are depicted in life-size and shown seated. It is unsurprising that for over 200 years it was assumed that these two pictures were portraits of a married couple. However, historical records show that this is not the case.The painting of the man is the portrait of the Genoese senator Alessandro Giustiniani- Longo (1544–1631), who was in his late seventies around 1622–23. He belonged to an ancient and very noble Genoese family. Between 1611 and 1613, he held the highest office that the oligarchic merchant city-state in Liguria had: that of the Doge. In 1613, he was appointed Procurator of the Genoese Republic, a life-long office that put him in charge of finances. The rolled document in his right hand and his imperious and suspicious gaze appear to correspond to this position, which presupposed incorruptibility. The black cap on his head also illustrates that the sitter holds a public office. In contrast, the identity of the woman remains uncertain. Her hairstyle with the lacy ornament on her forehead indicates that she is a widow, thus making it unlikely that the two portraits are pictures of a married couple. In addition, a copy of the portrait made in the 17th century shows that the picture was originally wider, and that a section on the left side was removed at a later point, presumably to make it match the portrait of the man. The different settings and the furnishing details, as well as the fact that the woman is sitting higher than the man also challenge the assumption that these are companion portraits.For Anton van Dyck, portraits such as these were useful in building his reputation as a portrait painter and gaining commissions from aristocratic families, who were his main clients. Inspired originally by Rubens, whose Antwerp studio he had joined as a young but precociously talented painter aged 17, and also by the courtly portrait style of Titian, van Dyck developed a distinguished, serene and distant expression which decisively influenced the idea of what an aristocrat should look like.The paintings remained in the Palazzo Balbi in Genoa for many decades. In 1828, they were acquired by the English collector Sir Robert Peel, through the mediation of the painter David Wilkie, and finally arrived in Berlin from his estate, which was sold at auction in 1900. Jan Kelch und Katja Kleinert | 200 Masterpieces of European Painting - Gemäldegalerie Berlin, 2019