Logo

Gebirgige Landschaft

Ident. Nr.: 461

ObjID: obj:868608

Details (Expert)

Beteiligte
zugeschrieben: Jacques Courtois (1621 - 1676),
Maler*in
frühere Zuschreibung: Salvator Rosa (1615 - 1673),
Maler*in
Datierung
Ausführung: 1640/76
Systematik/Art
Weitere Titel
Sammlungstitel: Gebirgige Landschaft
Übersetzung: Mountainous Landscape
Material / Technik
Leinwand
Abmessungen
Bildmaß: 70 x 94 cm
Erwerbung
1815 Ankauf mit der Sammlung der italienischen Adelsfamilie Giustiniani

Objektbeschreibung

Der in St. Hippolyte in der Franche-Comté geborene Maler und Radierer Jacques Courtois ging nach einer Lehrzeit bei seinem Vater Pierre bereits 1635, im Alter von nur fünfzehn Jahren, nach Italien, wo er unter dem Namen Giacomo Cortese, gen. il Borgognone, vor allem als Schlachten- und Historienmaler Berühmtheit erlangte: In Mailand, seiner ersten Station auf der Halbinsel, trat er als Soldat drei Jahre dem spanischen Heer bei, wo er zeichnend die Truppen bei Märschen und Schlachten begleitete. Nach einem Aufenthalt in Bologna, wo Guido Reni auf ihn aufmerksam wurde und ihn einige Zeit in der Malerei unterwies, kam er über Siena 1640 nach Rom. Dort widmete er sich unter dem Einfluß des Niederländers Pieter van Laer (1599-1642) und Pietro da Cortonas (1596-1669) auch religiösen Sujets. Das Lob, das ihm der damals berühmteste römische Schlachtenmaler Michelangelo Cerquozzi (1602-1660) einigen seiner Schlachtenbilder spendete, veranlaßten ihn, sich dieser Gattung wieder verstärkt zuzuwenden. In Venedig malte er für den späteren Dogen Sagredo eine Galerie mit Geschichten aus dem alten Testament, mit besonderer Berücksichtigung der Schlachtenszenen. Sein aus der Sammlung Giustiniani stammendes Gemälde zeigt eine atmosphärisch leicht düstere Nachtlandschaft, die von einem aus dunklen Regenwolken hervorbrechenden Mond beschienen wird. Vor einem leicht hügeligen Horizont wölbt sich links im Bildmittelgrund eine Brücke über eine nach vorn fließende Stromschnelle. Auf der Brücke ein Packpferd, gefolgt von zwei Reitern. Die rechte Bildhälfte nimmt ein in dunklen Farben gehaltener Baum ein. Aufgrund seiner Provenienz aus der Sammlung Giustiniani ist zu vermuten, daß das Bild in der Campagna vor den Toren entstanden ist, also nach 1640. Giacomo Cortese, gen. il Borgognone gilt als einer der frühesten Freiluftmaler. Im Inventar des Marchese Giustiniani wurde das Bild als ein Werk des Salvator Rosa (1615-1673) angesehen, der nicht minder dramatische Landschaftsdarstellungen schuf. Die Zuschreibung an Cortese gilt jedoch als gesichert.

Vermutlich im Mai 1945 im Leitturm des Flakbunkers im Berliner Friedrichshain vernichtet.
________________________________________________________________

Most likely destroyed in May 1945 in the control tower of the flak tower in Berlin Friedrichshain.

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Gemäldegalerie

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Ansicht von Nijmegen

Ansicht von Nijmegen

Rechts über dem Ufer der Waal erhebt sich die Stadt Nijmegen mit dem charakteristischen viereckigen Turm des Valkenhofs. Stadtansichten nehmen im OEuvre van Goyens einen breiten Raum ein, wobei der viel gereiste Künstler sich motivisch auf seine Skizzenbücher stützen konnte. Trotzdem erheben seine äußerst naturgetreu anmutenden Schilderungen keinen Anspruch auf topografische Exaktheit. Der Raum wird perspektivisch durch den diagonal in die Bildtiefe verlaufenden Fluss erschlossen, ein für Goyen typisches Konstruktionsprinzip. Zusammengehalten wird die Komposition durch die atmosphärische, auf Gelb-, Braun- und Grüntönen basierende Farbigkeit. Ebenso wird der Schilderung des Himmels große Aufmerksamkeit geschenkt.| Prestel-Museumsführer - Gemäldegalerie Berlin, 2017SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. an der Fähre: vGOYEN 1649________________________________________________________________________________________________________________________________________The town of Nijmegen with the landmark square tower of the Valkenhof rises above the right bank of the Waal. Town views are a major theme in van Goyen’s work; he travelled a great deal, and was able to rely on his sketch-books for material. Nevertheless, though his pictures seem extremely lifelike, they make no claims to topographical precision. The space is opened up in terms of perspective by the river, which runs diagonally into the depths of the picture, a typical structural principle for van Goyen. The composition is held together by the atmospheric colouring, based on shades of yellow, brown and green. A great deal of attention is also paid to the presentation of the sky.| Prestel Museum Guides - Gemäldegalerie Berlin, 2019

Lustige Gesellschaft auf einer Terrasse

Lustige Gesellschaft auf einer Terrasse

Der aus Südtirol stammende, in den 1720er und 1730er Jahren an der Wiener Akademie ausgebildete und dort arbeitende Johann Georg Platzer orientierte sich an den Antwerpener Kleinmeistern des 17. Jahrhunderts sowie an der Pariser Malerei des 18. Jahrhunderts. Er schuf vorrangig Feinmalereien auf Kupfer, bei denen es sich häufig um beliebte Objekte für anspruchsvolle Kunstkammern handelte. Dazu muss auch das wohl in die Wiener Zeit zu datierende Berliner Gemälde gezählt werden. Es ist ein typisches Beispiel für Platzers in leuchtenden Farben mit feinem Pinsel auf dünner Grundierung ausgeführte Gesellschaftsstücke mit ihren dicht gefüllten Bildräumen.Eine heitere Gesellschaft bevölkert einen durch die Staffageearchitektur rechts und den Brunnen links begrenzten Garten. Links im Vordergrund reicht ein sitzender junger Kavalier  das eben gefüllte Weinglas der neben ihm stehenden Dame, die einen auffälligen, aus einem Blumenkranz, einer Feder und einem transparenten Schleier bestehenden Kopfputz trägt. Ein Knabe bietet dem Paar Früchte in einer reich verzierten Schale dar. Insbesondere die aufgeschnittene Melone verdeutlicht die darin enthaltene Einladung zum sinnlich erotischen Genuss. Hinter der Stuhllehne erhebt ein weiterer Mann scheinbar mahnend den Zeigefinger. Beobachtet wird dieses Geschehen von zwei im zentralen Bogen der Gartenarchitektur stehenden Männern.Frisuren und Kostüme sind nicht zeitgenössisch, sondern scheinen sich an solche der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts anzulehnen. Mit seinem Berliner Bild verweist Platzer auf Genrebilder mit musizierenden, tanzenden und trinkenden Paaren im Freien vor allem der flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts (zum Beispiel Rubens' "Liebesgarten" im Prado, Madrid). Mit diesem in seinem Werk regelmäßig auftretenden inhaltlichen und formalen Rückbezug auf eine frühere Blütezeit der Malerei apelliert der Künstler an den Geschmack einer Sammlerschicht, die mit der Bildsprache dieser Vorbilder vertraut war.In Format und Bildaufbau offenbart das Berliner Bild enge Verwandtschaft zu den ebenfalls in die Wiener Zeit zu rechnenden Pendants "Allegorie des Gehörs" und "Allegorie des Geschmacks" (Graz, Alte Galerie am Landesmusem Joanneum). Zudem ähneln Kleid und Kopfputz der Frauenfigur jenen einer ebenfalls in Graz bewahrten "Tamburinschlägerin mit Flöte spielendem Kavalier". Krapf (2014) ordnet die angeführten Werke innerhalb Platzers Werk in die Gruppe der frühen Konversationsstücke ein.