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Die Einkleidung des heiligen Petrus Martyr beim Eintritt in den Dominikanerorden

Ident. Nr.: 67

ObjID: obj:868630

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Antonio Vivarini (um 1420 - vor 1484),
Maler*in
Datierung
1440–1450
Systematik/Art
Weitere Titel
Sammlungstitel: Die Einkleidung des heiligen Petrus Martyr beim Eintritt in den Dominikanerorden
Übersetzung: The Saint's Investiture upon His Entry into the Dominican Order
Geografische Bezüge
Herstellungsort: Italien,
Land
Material / Technik
Pappelholz
Abmessungen
Bildmaß: 54,2 x 35,9 cm
Erwerbung
1821 Ankauf aus der Sammlung des Kaufmanns Edward Solly

Objektbeschreibung

Die Tafeln gehörten zu einer Bilderfolge mit Szenen aus dem Leben des heiligen Petrus Martyr. Sie stammen aus San Zanipolo, einer Klosterkirche des Dominikanerordens in Venedig. Dort bekrönten sie einen Altar, der dem Heiligen gewidmet war. Petrus Martyr war ein Dominikanermönch aus dem 13. Jahrhundert.

„Die Einkleidung“ zeigt, wie der jugendliche Petrus in den Mönchsorden der Dominikaner eintritt und sein neues Gewand erhält. Der historische Petrus war damals wahrscheinlich 15 Jahre alt. „Das Feuerwunder“ schildert ein wundersames Ereignis aus der Heiligenlegende, das sich nach dem gewaltsamen Tod Petri abgespielt haben soll. Petrus war als Inquisitor der Kirche gegen die Katharer in Oberitalien eingesetzt gewesen. Ein Jüngling namens Guifredo, so erzählt es die Legenda Aurea, wurde nun von einem Katharer herausgefordert. Er stammte aus der Stadt Como, in der Petrus Klosterprior gewesen war, und besaß einen Fetzen von dessen Gewand. Der Katharer sagte spöttisch, er solle doch den Stoff ins Feuer werfen, wenn er ihn für heilig halte. Wenn dieser unversehrt bliebe, wolle er sich seinem Glauben anschließen. Anstatt jedoch zu verbrennen, brachte das Gewandstück die Flammen zum Erlöschen, und der Katharer wurde bekehrt. Die Ähnlichkeit des auf dem Gemälde dargestellten Handelnden mit den Bildern des Petrus Martyr auf den übrigen erhaltenen Tafeln des Retabels (u.a. im Art Institute, Chicago und im Metropolitan Museum of Art, New York) sowie sein Heiligenschein legen nahe, in ihm nicht Guifredo, sondern den Heiligen selbst zu sehen.

Anstelle des Katharers erscheinen im „Feuerwunder“ Muslime. Dies könnte einen Grund darin haben, dass es die Glaubensgemeinschaft der Katharer zur Entstehungszeit des Gemäldes nicht mehr gab. Zugleich nähert sich das Bild durch den Austausch der Häretiker thematisch einer Episode aus der Legende des heiligen Franziskus an. Dieser habe, so heißt es, auf einer Missionsreise in den Vorderen Orient den Sultan von Ägypten zum Christentum bekehrt, indem er unversehrt durch ein Feuer ging. Das Gemälde ist ein frühes Beispiel für die Darstellung typischer von Muslimen getragener Kleidung in Venedig. Rund 50 Jahre später sollte es unter Künstlern in dieser Stadt, die über Jahrhunderte Europa mit dem Orient verband, Mode werden, Kleidung von Osmanen und Mamluken darzustellen.

Oben waren die Tafeln einst von spitzbogigen Blendarkaden verdeckt. Die Malerei wurde hier nachträglich ergänzt.

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Gemäldegalerie

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