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Brustbild eines Mannes

Ident. Nr.: 354

ObjID: obj:868642

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Jusepe de Ribera (1591 - 1652),
Maler*in
Datierung
Ausführung: 1611/15
Weitere Titel
Sammlungstitel: Brustbild eines Mannes
Übersetzung: Bust Portrait of a Man
Geografische Bezüge
Rom,
Stadt
Material / Technik
Leinwand
Abmessungen
Bildmaß: 76,1 x 63,6 cm

Objektbeschreibung

Im Inventar der Sammlung Giustiniani in Rom wurde das Bild als Portrait eines Malers (Gismondo Tedesco; zeitweise identifiziert mit dem deutschen Miniaturmaler Sigismund Laire, 1543–1629) von Caravaggio beschrieben. Nach dem Verkauf der Sammlung 1815 erscheint es auch in den Inventaren des Kaiser-Friedrich-Museums und des Kunstmuseums Düsseldorf (wohin es zeitweise ausgeliehen war) unter diesem Namen. Erst in jüngeren Publikationen kamen Zweifel auf – auch weil der angeblich dargestellte Maler zu alt für das Bildnis war. Das Portrait wurde dann 1978 von Nicola Spinosa erstmals Jusepe de Ribera in seiner römischen Phase (vor 1616) zugeschrieben. Derselbe Autor hat es dann sogar zum Coverbild seines neapolitanischen Kataloges Il giovane Ribera tra Roma, Parma e Napoli gewählt. Das Frühwerk Riberas wird nach der wegweisenden Publikation von Gianni Papi noch immer kontrovers diskutiert. Für eine Integration des Brustbildes in sein Schaffen spricht die stilistische Nähe zur Serie der Sinne und der Apostel. Ferner findet sich dasselbe Modell als Dreiviertelfigur des heiligen Augustinus mit offenem Buch in einem Gemälde in der Galleria Regionale in Palermo, das ebenfalls Ribera zugeschrieben wird. Matthias Weniger lehnt eine Verbindung zum Werk Riberas entschieden ab. Roberto Contini hat auf Zeichen von Innerlichkeit und Melancholie im Gesicht des Dargestellten verwiesen, für die es nach seiner Ansicht im Frühwerk Riberas kaum Vergleichsbeispiele gibt, und weiterhin verbleibende Zweifel an der Zuschreibung geäußert. Eine gewisse Parallele für den Gemütszustand ließe sich vielleicht im Kopf des heiligen Bruno (Kat.Nr. 2011.1) erkennen.
Bei dem Brustbild ist nur der Kopf vollständig ausgeführt. Das Gewand hat noch keine Plastizität und wirkt nur als dunkle Folie. Ein schöner Hell-Dunkel-Kontrast, wie er typisch für den frühen Ribera ist, entsteht durch das schwarze Haupthaar und den ungepflegt wirkenden Bart als Rahmenform. Das Inkarnat ist ohne die üblichen pastosen Akzente meisterhaft entwickelt. Eine ähnliche Arbeitsweise finden wir in vielen Köpfen Riberas aus dieser Zeit.| Michael Scholz-Hänsel (in: El Siglo de Oro, Ausst.-Kat. Gemäldegalerie - Staatliche Museen zu Berlin und Kunsthalle München 2016/17, München 2016, Kat.-Nr. 12)
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In the inventory of the Giustiniani Collection in Rome, the picture is described as the portrait of a painter (Gismondo Tedesco; occasionally identified as the German miniaturist Sigismund Laire, 1543–1629) by Caravaggio. After the sale of the collection in 1815, it also appears in the inventories of the Kaiser-Friedrich-Museum and the Kunstmuseum Düsseldorf (where it was temporarily on loan) under this name. Doubts were only raised in more recent publications (also because the painter it supposedly portrays was too old for the portrait). In 1978 Spinosa ascribed the portrait to Jusepe de Ribera’s Roman phase (before 1616) and even used the image on the cover of his Neapolitan catalogue, "Ribera il giovane". Even in the wake of Papi’s seminal publication, Ribera’s early work remains subject to controversial debate. One argument in favour of including the portrait in his oeuvre is its stylistic similarity to both the "Five Senses" series and the "Apostles" series. Moreover, the same model is used for a three-quarter portrait of "St Augustine" with an open book which hangs in the Galleria Regionale in Palermo, and which is also attributed to Ribera. Weniger forthrightly denies any connection to Ribera’s oeuvre. Contini points to signs of introspection and melancholy in the face of the sitter for which, in his opinion, few comparable examples exist in Ribera’s early work. He, too, has misgivings about ascribing it to Ribera. A similar state of mind, however, can perhaps be detected in the head of St Bruno (Cat.No. 2011.1).
In the portrait, only the head has been fully rendered. The robe still lacks definition and resembles little more than a dark sheet. A beautiful chiaroscuro typical of early Ribera is created by the dark hair and unkempt beard that frame the head. The flesh tint is masterfully executed without the usual impasto accents. A similar way of working can be found in Ribera’s heads from the same period.| Michael Scholz-Hänsel (in: El Siglo de Oro, Exh.-Cat. Gemäldegalerie - Staatliche Museen zu Berlin and Kunsthalle München 2016/17, Münich 2016, cat. 12)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

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Einrichtung:

Gemäldegalerie

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Jahrhunderts wurde das Werk indes Bellinis Schwager Andrea Mantegna zugeschrieben, dessen enormer Ruf ihn zum Autor sehr unterschiedlicher Werke werden ließ (beispielsweise im Falle der Grabbereitung Christi von Vittore Carpaccio). Neville Rowley | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2019__________________________Saint John the Baptist spent his life in the desert announcing the advent of the Messiah: he is here shown as a prophet, his body stunted, his face emaciated and his possessed gaze turned towards the tiny Crucifix crowning the stock that he holds in his hands. Such a detail is most implausible, as the use of the Crucifix only spread long after the death of Jesus Christ, who was John’s contemporary. But the painter did not pay attention to historic realism; rather, the landscape itself reinforces this timeless impression of a fantastic vision, worthy of the best modern science fiction movies: the sun has just set on a phantasmagorical landscape, made of strangely shaped rocks invaded by mist. On the left is a remarkably detailed harbour city, while on the right a promontory seems to have been once connected to the city by a now destroyed bridge. Everything in this landscape encourages us to meditate on two inseparable aspects: the tragic destiny of Christ and the perishable nature of the human world.Even if this painting seems timeless, it is a characteristic work by Ercole de’ Roberti, a Ferrarese painter trained by Cosmè Tura in the second half of the 15th century. The expressionist character of Tura’s figures, and his draperies which look alike bronze sculptures are clearly visible here, even if the painter shows his originality into the landscape. 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Giovanni Mocenigo (1508-1580)

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