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Grablegung Christi in reicher architektonischer Umrahmung

Ident. Nr.: 5943

ObjID: obj:869023

Details (Expert)

Beteiligte
Hans Schwarz (um 1492),
Bildhauer*in
Datierung
Datierung: 1516
Systematik/Art
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 28,5 x 20 x 3,5 cm
Gewicht: 987 g

Objektbeschreibung

Das Relief mit der Grablegung Christi bildet das Zentrum einer reich gegliederten Rahmenarchitektur, die die Form einer Ädikula im Stile der italienischen Renaissance aufweist. Vor einem felsigen mit Bäumen bestandenen Hügel betten Nikodemus und Joseph von Arimathäa den Leichnam Christi in den bildparallel angeordneten Sarkophag. Dahinter wird Maria von Johannes gestützt. Links und rechts zwei trauernde Frauen, von denen die linke ihre Arme im Klagegestus erhoben hat. Vor dem Sarkophag kniet Maria Magdalena, die von Christus bekehrte Sünderin, die hier dessen herabhängende Hand salbt. Als Vorbild für die Komposition diente der 1509 datierte Stich von Lukas Cranach d.Ä. doch weist die im Affekt dargestellte Klagende auch auf italienische Künstler wie Donatello oder Verrocchio hin. Das Relief war wohl Bestandteil eines Hausaltares, der vermutlich von dem in den Zwickeln dargestellten Paar in Auftrag gegeben worden war. Es ist eines der frühen Meisterwerke des bedeutenden Augsburger Bildschnitzers und Medailleurs Hans Schwarz, der sich selbstbewusst mit seinen Initialen im Giebel verewigt hat.

Letzte Aktualisierung: 30.04.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Kindertunika

Kindertunika

Die vollständig erhaltene Kindertunika besteht aus einem einzigen Gewebestück aus ungefärbtem Leinen. Sie wurde, wie die meisten Tuniken aus dem spätantiken bis früh-islamzeitlichen Ägypten, quer gewebt, das heißt, der Weber oder die Weberin begann und endete mit den Ärmeln. Vorder- und Rückenteil mit den typischen parallelen Zierstreifen (clavi) lagen folglich bei der Herstellung horizontal auf dem Webstuhl, der Halsschlitz dagegen senkrecht. Für die Herstellung dieser Kindertunika war eine Webstuhlbreite von mindestens 131 cm erforderlich, was der doppelten Länge der Tunika entspricht. Alle Dekorelemente, die Ärmelstreifen, die beiden clavi sowie die Hals- und Nackenborte, sind direkt in das Grundgewebe eingewirkt worden. Die farbigen Wollfäden sind in den Ärmelstreifen völlig und in den übrigen Wirkereien zum Teil ausgefallen. Auch der Halsschlitz in der Mitte des Gewebes entstand bereits während des Webvorgangs. In diesem Bereich kehrten die Schussfäden beidseitig um, wodurch man einen geraden Spalt erhielt. Die fertig gewebte Tunika hatte die Form eines großen Kreuzes. Nach der Abnahme vom Webstuhl musste sie um 90 Grad gedreht und in der Horizontalachse gefaltet werden. Die Seiten und Ärmel waren ursprünglich bis auf einen Bewegungsschlitz unter den Achseln geschlossen. Heute sind die Nähte gelöst, Spuren von Einstichlöchern und Nähgarnreste sind noch erkennbar. Die Ärmel wurden zum Handgelenk hin etwas schmaler. Dafür schlug man die Längsseiten schräg nach innen ein. Eine kleine Stopfstelle in der Mitte des Vorder- bzw. Rückenteils beweist, dass Kleidung mit großer Sorgfalt behandelt wurde, so dass sie lange getragen werden konnte.Die clavi und Ärmelstreifen sind mit jeweils einer Reihe herzförmiger roter Blätter in heller Umrandung auf grünem Grund verziert. Jede Reihe endet mit länglichen halben Ovalen. In den Zwickeln sind kleine rote Punkte zu erkennen. Die herzförmigen Blätter kehren im doppelten Zierstreifen an der Halsöffnung, diesmal jedoch liegend, wieder. Darunter setzt eine Bogenreihe an. Die Flächen zwischen den Säulen mit verdickten Enden als Basis sind mit roten, dunkelvioletten und gelben gestielten Blättern mit heller Binnenzeichnung gefüllt.Ein wellenförmiges Randmotiv, das gemeinhin als „laufender Hund“ bezeichnet wird, verläuft zu beiden Seiten der clavi und Ärmelstreifen sowie an der oberen Kante der Zierstreifen an der Halsöffnung. Diese Kante ist zusätzlich mit einer geflochtenen, rot-weißen Schnur eingefasst.Veröffentlichung: C. Fluck / K. Finneiser, Kindheit am Nil, Berlin 2009, S. 12-13, Nr. 1(Cäcilia Fluck 2017)