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Maria mit dem Kind und den Heiligen Andreas und Katharina von Alexandrien

Ident. Nr.: I.353

ObjID: obj:869031

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Pietro da Bagnara (ca. 1510 - 1595),
Maler*in
Datierung
1540–1550
Systematik/Art
Weitere Titel
Sammlungstitel: Maria mit dem Kind und den Heiligen Andreas und Katharina von Alexandrien
Übersetzung: The Virgin and Child with Saints Andrew and Catherine of Alexandria
Geografische Bezüge
Herstellungsort: Italien,
Land
Material / Technik
Pappelholz
Abmessungen
Bildmaß: 267,5 x 174,5 cm
Erwerbung
1821 Ankauf aus der Sammlung des Kaufmanns Edward Solly, Berlin

Objektbeschreibung

Traditionell dem Lombarden Giovanni Ambrogio Figino zugeschrieben, wurde das Altarbild sowohl als Werk jenes Malers als auch allgemein als Gemälde Lombardischer Ursprungs abgelehnt. Die Verweise an die großen Meister des 16. Jahrhunderts, wie etwa Raffael und dessen Schüler Giulio Romano, oder an Leonardo (Gesicht der Madonna) gehören zum Handwerk des Malers aus der Romagna, Pietro da Bagnara (Bagnara, 1510-15 ca. - Imola? , nach 1579), gebürtig im gleichnamigen Ort in der Provinz Ravenna. Die bildliche Verbindung ist der Verdienst von Mauro Lucco (Briefwechsel mit Erich Schleier, 1995), der am Anfang eine Gruppe von Werken unter den Namen des Malers aus Reggio Emilia, Nicolò Patarazzi geschaffen hatte und sich danach in Richtung Pietro da Bagnaras orientierte.
Bezug geht`s auf das Altarbild der hl. Anna mit der Madonna und hl. Cola (Reggio, Galleria Fontanesi), das Lucco Pietro da Bagnara zuschreibt.
Erinnerung an Leonardo kommen - in einem schwächeren Niveau - von der Madonna mit Kind und Heiligen, Depot der Pinacotera di Brera zur Pfarrkirche von Seguro (Mailand), datiert 1546 und wahrscheinlich aus der Kirche des Klosters San Lorenzo zu Bologna stammend.

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Gemäldegalerie

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Der aus Südtirol stammende, in den 1720er und 1730er Jahren an der Wiener Akademie ausgebildete und dort arbeitende Johann Georg Platzer orientierte sich an den Antwerpener Kleinmeistern des 17. Jahrhunderts sowie an der Pariser Malerei des 18. Jahrhunderts. Er schuf vorrangig Feinmalereien auf Kupfer, bei denen es sich häufig um beliebte Objekte für anspruchsvolle Kunstkammern handelte. Dazu muss auch das wohl in die Wiener Zeit zu datierende Berliner Gemälde gezählt werden. Es ist ein typisches Beispiel für Platzers in leuchtenden Farben mit feinem Pinsel auf dünner Grundierung ausgeführte Gesellschaftsstücke mit ihren dicht gefüllten Bildräumen.Eine heitere Gesellschaft bevölkert einen durch die Staffageearchitektur rechts und den Brunnen links begrenzten Garten. Links im Vordergrund reicht ein sitzender junger Kavalier  das eben gefüllte Weinglas der neben ihm stehenden Dame, die einen auffälligen, aus einem Blumenkranz, einer Feder und einem transparenten Schleier bestehenden Kopfputz trägt. Ein Knabe bietet dem Paar Früchte in einer reich verzierten Schale dar. Insbesondere die aufgeschnittene Melone verdeutlicht die darin enthaltene Einladung zum sinnlich erotischen Genuss. Hinter der Stuhllehne erhebt ein weiterer Mann scheinbar mahnend den Zeigefinger. Beobachtet wird dieses Geschehen von zwei im zentralen Bogen der Gartenarchitektur stehenden Männern.Frisuren und Kostüme sind nicht zeitgenössisch, sondern scheinen sich an solche der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts anzulehnen. Mit seinem Berliner Bild verweist Platzer auf Genrebilder mit musizierenden, tanzenden und trinkenden Paaren im Freien vor allem der flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts (zum Beispiel Rubens' "Liebesgarten" im Prado, Madrid). Mit diesem in seinem Werk regelmäßig auftretenden inhaltlichen und formalen Rückbezug auf eine frühere Blütezeit der Malerei apelliert der Künstler an den Geschmack einer Sammlerschicht, die mit der Bildsprache dieser Vorbilder vertraut war.In Format und Bildaufbau offenbart das Berliner Bild enge Verwandtschaft zu den ebenfalls in die Wiener Zeit zu rechnenden Pendants "Allegorie des Gehörs" und "Allegorie des Geschmacks" (Graz, Alte Galerie am Landesmusem Joanneum). Zudem ähneln Kleid und Kopfputz der Frauenfigur jenen einer ebenfalls in Graz bewahrten "Tamburinschlägerin mit Flöte spielendem Kavalier". Krapf (2014) ordnet die angeführten Werke innerhalb Platzers Werk in die Gruppe der frühen Konversationsstücke ein.