Frauenbildnis
Ident. Nr.: 16/73
ObjID: obj:869086
Kontakt
Einrichtung:
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
E-Mail:
sbm@smb.spk-berlin.deFotonachweis: Staatliche Museen zu Berlin, Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst / Antje Voigt CC BY-SA 4.0
Fotonachweis: Staatliche Museen zu Berlin, Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst / Antje Voigt CC BY-SA 4.0
Details (Expert)
- Datierung
- Datierung: 1730/1740
- Material / Technik
- Elfenbein, Holz (Sockel)
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: 16,1 x 9 x 6,5 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/869086
Objektbeschreibung
Die bürgerliche, etwa 30-jährige Frau trägt eine fein gestickte Haube, die hinten mittels einer Schleife gehalten wird. Unter dem Saum quillt in welligen Strähnen das bis zur Schulter fallende Haar hervor. Das feine Ornament der Kopfbedeckung kontrastiert harmonisch zum schlichten Schnitt ihrer weit und locker getragenen Bluse, die vorne einen tiefen, V-förmigen Ausschnitt bildet. Darüber trägt sie einen über ihre linke Schulter gelegten Umhang, der mit dem Stoff ihrer Bluse nahezu verschmilzt. Ihr schmales Gesicht, das durch die hohe Stirn und das längliche, volle Kinn bestimmt wird, weist überaus weiche, gütige Züge auf. Der kleine, leicht lächelnde Mund mit den geschlossenen vollen Lippen verleiht der jungen Frau eine sinnliche Ausstrahlung, die mit dem verträumt zur Seite blickenden Augen einen ganz besonderen Reiz ausstrahlt.
Bei der fein gearbeiteten Frauen-Büste handelt es sich allerdings um kein individuelles Porträt. Es ist das Gegenstück eines separat gearbeiteten, aber dazugehörigen Pendants, das in Kontrast einen grimassierenden Mann mit Schlapphut darstellt (Siehe Inv.-Nr. 17/73), auf den sie ihren Blick gewendet hat.
In ihrer Gegensätzlichkeit spiegeln beide Büsten unterschiedliche Charaktereigenschaften, aber auch verschiedene Lebens- bzw. Weltanschauungen wider, die im Œuvre des Künstlers wiederholt vorkommen. Welche literarische Vorlage hier Pate gestanden hat, konnte bislang nicht beantwortet werden.
Die Büste kann aufgrund der rückwärtig eingeritzten Signatur JCL Lück als ein Werk des wohl in Dresden gebürtigen Kleinplastikers Johann Christoph Ludwig Lücke zugeschrieben werden. Neben seinen zahlreichen Werken in Elfenbein – aber auch in Stein – war er ferner auf den Gebieten des Porzellans (1728/29 in Meißen, 1750/51 in Wien und 1751 in Fürstenberg), der Fayence und sogar der Papiermaché-Technik tätig. Er führte ein unstetes Leben als Wanderkünstler, da ihm eine Festanstellung als Hofkünstler verwehrt blieb. Insbesondere seine hervorragenden Fähigkeiten als Porträtist begründeten seinen Ruhm, die ihn an zahlreiche Fürstenhäuser im In- und Ausland führten.
Hans-Ulrich Kessler
Letzte Aktualisierung: 29.07.2026
Kontakt
Einrichtung:
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
E-Mail:
sbm@smb.spk-berlin.de