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Bildnis einer jungen Genueser Dame

Ident. Nr.: 787A

ObjID: obj:869094

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Anton van Dyck (1599 - 1641),
Maler*in
Datierung
Ausführung: 1624/26
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bildnis einer jungen Genueser Dame
Übersetzung: Portrait of a Young Genoese Lady
Junge Genueser Aristokratin
Übersetzung: Young Genoese Aristocrat
Marchesa Geronima Spinola
Geografische Bezüge
Flandern,
Region
Material / Technik
Leinwand
Abmessungen
Bildmaß: 226,8 x 151,3 cm
Erwerbung
1904 Geschenk von Adolph Thiem, Berlin, an Wilhelm II., der es an die Gemäldegalerie überwies

Objektbeschreibung

Die junge Genueser Aristokratin ließ sich von van Dyck während dessen Aufenthalt in Italien porträtieren. Das Bildnis gehört zu einer Reihe genuesischer Repräsentantenporträts des Künstlers. Bei diesen fertigte van Dyck vor den Ausführungen seiner Aufträge meist eine Skizze mit der Feder oder Kreide sowie Ölstudien auf Leinwand oder Papier an. Die selbstbewusste Genueserin scheint auf dem Bild zu schreiten, sie betritt mit einem Fuß eine Stufe und rafft dabei etwas ihr schwarzes Samtkleid. Ihr kostbares Gewand zeichnet sie zusammen mit der langen Schleppe, Ärmelkrausen, dem kühlen Kragen, dem bortenverzierten Unterkleid, dem goldgelben edelsteinbesetzten Schmuck und der mit grauen Perlen sowie einer schwarzen Reiherfeder versehenen Haube als wohlhabende Frau von hohem Einfluss aus. Den somit transportierten Herrschaftsanspruch schildert der Künstler eindringlich, indem er der Haltung der Dargestellten Grandezza und Bewegung zufügte. In der Rechten hält die junge Dame eine Rose, ein Zeichen ihrer Jugend. Ihr hochmütiger Blick ist auf den Betrachter gerichtet, während sie sich vor einer Nische mit zwei Säulen zu dem Portal links im Bild aufrichtet. Das ganzfigürliche Porträt sticht somit als Darstellung einer aristokratischen Persönlichkeit aus der Bildnisreihe der „italienischen Jahre“ heraus.

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Gemäldegalerie

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Ansicht von Nijmegen

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Rechts über dem Ufer der Waal erhebt sich die Stadt Nijmegen mit dem charakteristischen viereckigen Turm des Valkenhofs. Stadtansichten nehmen im OEuvre van Goyens einen breiten Raum ein, wobei der viel gereiste Künstler sich motivisch auf seine Skizzenbücher stützen konnte. Trotzdem erheben seine äußerst naturgetreu anmutenden Schilderungen keinen Anspruch auf topografische Exaktheit. Der Raum wird perspektivisch durch den diagonal in die Bildtiefe verlaufenden Fluss erschlossen, ein für Goyen typisches Konstruktionsprinzip. Zusammengehalten wird die Komposition durch die atmosphärische, auf Gelb-, Braun- und Grüntönen basierende Farbigkeit. Ebenso wird der Schilderung des Himmels große Aufmerksamkeit geschenkt.| Prestel-Museumsführer - Gemäldegalerie Berlin, 2017SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. an der Fähre: vGOYEN 1649________________________________________________________________________________________________________________________________________The town of Nijmegen with the landmark square tower of the Valkenhof rises above the right bank of the Waal. Town views are a major theme in van Goyen’s work; he travelled a great deal, and was able to rely on his sketch-books for material. Nevertheless, though his pictures seem extremely lifelike, they make no claims to topographical precision. The space is opened up in terms of perspective by the river, which runs diagonally into the depths of the picture, a typical structural principle for van Goyen. The composition is held together by the atmospheric colouring, based on shades of yellow, brown and green. A great deal of attention is also paid to the presentation of the sky.| Prestel Museum Guides - Gemäldegalerie Berlin, 2019

Lustige Gesellschaft auf einer Terrasse

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Der aus Südtirol stammende, in den 1720er und 1730er Jahren an der Wiener Akademie ausgebildete und dort arbeitende Johann Georg Platzer orientierte sich an den Antwerpener Kleinmeistern des 17. Jahrhunderts sowie an der Pariser Malerei des 18. Jahrhunderts. Er schuf vorrangig Feinmalereien auf Kupfer, bei denen es sich häufig um beliebte Objekte für anspruchsvolle Kunstkammern handelte. Dazu muss auch das wohl in die Wiener Zeit zu datierende Berliner Gemälde gezählt werden. Es ist ein typisches Beispiel für Platzers in leuchtenden Farben mit feinem Pinsel auf dünner Grundierung ausgeführte Gesellschaftsstücke mit ihren dicht gefüllten Bildräumen.Eine heitere Gesellschaft bevölkert einen durch die Staffageearchitektur rechts und den Brunnen links begrenzten Garten. Links im Vordergrund reicht ein sitzender junger Kavalier  das eben gefüllte Weinglas der neben ihm stehenden Dame, die einen auffälligen, aus einem Blumenkranz, einer Feder und einem transparenten Schleier bestehenden Kopfputz trägt. Ein Knabe bietet dem Paar Früchte in einer reich verzierten Schale dar. Insbesondere die aufgeschnittene Melone verdeutlicht die darin enthaltene Einladung zum sinnlich erotischen Genuss. Hinter der Stuhllehne erhebt ein weiterer Mann scheinbar mahnend den Zeigefinger. Beobachtet wird dieses Geschehen von zwei im zentralen Bogen der Gartenarchitektur stehenden Männern.Frisuren und Kostüme sind nicht zeitgenössisch, sondern scheinen sich an solche der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts anzulehnen. Mit seinem Berliner Bild verweist Platzer auf Genrebilder mit musizierenden, tanzenden und trinkenden Paaren im Freien vor allem der flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts (zum Beispiel Rubens' "Liebesgarten" im Prado, Madrid). Mit diesem in seinem Werk regelmäßig auftretenden inhaltlichen und formalen Rückbezug auf eine frühere Blütezeit der Malerei apelliert der Künstler an den Geschmack einer Sammlerschicht, die mit der Bildsprache dieser Vorbilder vertraut war.In Format und Bildaufbau offenbart das Berliner Bild enge Verwandtschaft zu den ebenfalls in die Wiener Zeit zu rechnenden Pendants "Allegorie des Gehörs" und "Allegorie des Geschmacks" (Graz, Alte Galerie am Landesmusem Joanneum). Zudem ähneln Kleid und Kopfputz der Frauenfigur jenen einer ebenfalls in Graz bewahrten "Tamburinschlägerin mit Flöte spielendem Kavalier". Krapf (2014) ordnet die angeführten Werke innerhalb Platzers Werk in die Gruppe der frühen Konversationsstücke ein.