Logo

Die Apostel Petrus und Johannes, segnend

Ident. Nr.: 334

ObjID: obj:869192

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Giorgio Vasari (1511-1574),
Maler*in
Datierung
Ausführung: 1557
Systematik/Art
Weitere Titel
Sammlungstitel: Die Apostel Petrus und Johannes, segnend
Übersetzung: The Apostles Peter and John Blessing
Geografische Bezüge
Herstellungsort: Italien,
Land
Material / Technik
Leinwand
Abmessungen
Bildmaß: 188 x 137 cm
Erwerbung
1829/30 Überweisung aus den Königlich Preußischen Schlössern

Objektbeschreibung

Das Bild stammt von einer beidseitig bemalten Prozessionsfahne, die Vasari für die Compagnia dello Spirito Santo malte. Auf der anderen Seite war das Pfingstwunder dargestellt. Es befindet sich heute in der Bildergalerie, Potsdam Sanssouci. Beide Szenen stehen inhaltlich in unmittelbarem Zusammenhang. Nach der Ausgießung des Heiligen Geistes zu Pfingsten treten Petrus und Johannes gemeinsam auf, um als Jünger Christi dessen Lehre zu verbreiten. Auf den göttlichen Auftrag verweist die Taube des Heiligen Geistes, die über der Szene schwebt. Laut Apostelgeschichte hält Petrus eine wirkungsvolle Predigt und heilt im Beisein von Johannes einen Lahmen (Apg. 3,1-10). Er ist der Stellvertreter Christi auf Erden, ist befähigt, Wunder zu tun und kann darüber hinaus als Repräsentant der Kirche angesehen werden. Mit den Darstellungen auf der Prozessionsfahne, die zu Pfingsten durch die Stadt getragen wurde, verwiesen die Mitglieder der Bruderschaft auf ihre eigene Jüngerschaft und ihre Aufgabe als Verkünder des Evangeliums. Vasari war als Maler und Baumeister in Arezzo, Florenz und Rom tätig. Auf vielen Reisen sammelte er Material für die Lebensbeschreibungen italienischer Künstler, die heute eine der wichtigsten Quellen der Kunstgeschichte sind. | Prestel-Museumsführer - Gemäldegalerie Berlin, 2017
__________________________________________________

The picture conies from a processional banner painted on both sides that Vasari painted for the Compagnia dello Spirito Santo. The miracle of Pentecost was depicted on the other side. This work is now in the Bildergalerie in Potsdam- Sanssouci. The two scenes are closely linked in terms of content. After the outpouring of the Holy Spirit at Pentecost, Peter and John appeared together to spread Christ’s teaching as his disciples. The pentecostal dove hovering over the scene refers to the divine mission. The account adds that sick people were healed by Peter’s shadow as he passed by (Acts of the Apostles 3, 1-10). He is Christ’s representative on earth, is able to perform miracles and can also be seen as representing the whole church. The members of the Brotherhood were identifying their own discipleship and their mission to proclaim the gospel in the images on the processional banner that was carried through the city at Whitsuntide. Vasari worked as a painter and architect in Arezzo, Florence and Rome. He travelled a great deal, and collected material for accounts of Italian artists’ lives, which are important sources of art history. | Prestel Museum Guides - Gemäldegalerie Berlin, 2017

Letzte Aktualisierung: 17.09.2026

Kontakt

Einrichtung:

Gemäldegalerie

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Lustige Gesellschaft auf einer Terrasse

Lustige Gesellschaft auf einer Terrasse

Der aus Südtirol stammende, in den 1720er und 1730er Jahren an der Wiener Akademie ausgebildete und dort arbeitende Johann Georg Platzer orientierte sich an den Antwerpener Kleinmeistern des 17. Jahrhunderts sowie an der Pariser Malerei des 18. Jahrhunderts. Er schuf vorrangig Feinmalereien auf Kupfer, bei denen es sich häufig um beliebte Objekte für anspruchsvolle Kunstkammern handelte. Dazu muss auch das wohl in die Wiener Zeit zu datierende Berliner Gemälde gezählt werden. Es ist ein typisches Beispiel für Platzers in leuchtenden Farben mit feinem Pinsel auf dünner Grundierung ausgeführte Gesellschaftsstücke mit ihren dicht gefüllten Bildräumen.Eine heitere Gesellschaft bevölkert einen durch die Staffageearchitektur rechts und den Brunnen links begrenzten Garten. Links im Vordergrund reicht ein sitzender junger Kavalier  das eben gefüllte Weinglas der neben ihm stehenden Dame, die einen auffälligen, aus einem Blumenkranz, einer Feder und einem transparenten Schleier bestehenden Kopfputz trägt. Ein Knabe bietet dem Paar Früchte in einer reich verzierten Schale dar. Insbesondere die aufgeschnittene Melone verdeutlicht die darin enthaltene Einladung zum sinnlich erotischen Genuss. Hinter der Stuhllehne erhebt ein weiterer Mann scheinbar mahnend den Zeigefinger. Beobachtet wird dieses Geschehen von zwei im zentralen Bogen der Gartenarchitektur stehenden Männern.Frisuren und Kostüme sind nicht zeitgenössisch, sondern scheinen sich an solche der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts anzulehnen. Mit seinem Berliner Bild verweist Platzer auf Genrebilder mit musizierenden, tanzenden und trinkenden Paaren im Freien vor allem der flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts (zum Beispiel Rubens' "Liebesgarten" im Prado, Madrid). Mit diesem in seinem Werk regelmäßig auftretenden inhaltlichen und formalen Rückbezug auf eine frühere Blütezeit der Malerei apelliert der Künstler an den Geschmack einer Sammlerschicht, die mit der Bildsprache dieser Vorbilder vertraut war.In Format und Bildaufbau offenbart das Berliner Bild enge Verwandtschaft zu den ebenfalls in die Wiener Zeit zu rechnenden Pendants "Allegorie des Gehörs" und "Allegorie des Geschmacks" (Graz, Alte Galerie am Landesmusem Joanneum). Zudem ähneln Kleid und Kopfputz der Frauenfigur jenen einer ebenfalls in Graz bewahrten "Tamburinschlägerin mit Flöte spielendem Kavalier". Krapf (2014) ordnet die angeführten Werke innerhalb Platzers Werk in die Gruppe der frühen Konversationsstücke ein.