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Heilige Agnes

Ident. Nr.: 8366

ObjID: obj:869224

Details (Expert)

Datierung
Datierung: um 1390
Material / Technik
Kalkstein, mit Fassungsresten
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 77,5 x 30 x 24 cm
Gewicht: ca. 27 kg
Erwerbung
Erworben 1925 als Geschenk Wilhelm von Bodes. Bis 1913 in der Münchener Sammlung Richard Oertel, zuvor angeblich in Bogen an der Donau.

Objektbeschreibung

Die Heilige, wegen ihres christlichen Glaubens auf Befehl des römischen Stadtpräfekten im Mädchenalter hingerichtet, hält in der Linken ein Lamm (heute nur noch als Rest erhalten). Nach der Legende hatten ihre Eltern am achten Tag der Totenwache eine Vision: Agnes erschien ihnen inmitten einer Schar von Jungfrauen in goldenen Kleidern, zu ihrer Rechten wurde sie von einem Lamm begleitet, das weißer war als Schnee. Das Lamm versinnbildlicht Christus, den himmlischen Bräutigam der Heiligen, für den sie ihre irdische Keuschheit bewahrt hatte. Die Figur ist wohl eines der bedeutendsten Zeugnisse der böhmischen Kunst zur Entstehungszeit der ›Schönen Madonnen‹. Von einer bis dahin in der Darstellung weiblicher Heiligen unbekannten Sinnlichkeit sind die Gesichtszüge der Braut Christi.

Letzte Aktualisierung: 06.02.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Würfelkapitell mit Blattornamenten

Würfelkapitell mit Blattornamenten

Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)