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Bildnis des Louis Phélypeaux de La Vrillière

Ident. Nr.: 5988

ObjID: obj:869383

Details (Expert)

Beteiligte
Domenico Guido (1628),
Bildhauer*in
Datierung
Datierung: um 1675
Geografische Bezüge
Italien,
Land
Material / Technik
heller, gebrannter Ton
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 60,8 x 44,5 x 37,5 cm

Objektbeschreibung

Nach seiner Ausbildung in Neapel kam Guidi 1649 nach Rom, wo er in der Werkstatt von Alessandro Algardi bis zu dessen Tod 1654 tätig war. Neben seinem Renommee als Bildhauer trugen sicherlich auch seine Verbindungen zu französischen Hofkünstlern dazu bei, dass er den Auftrag für das Grabmal für Louis Phélypeaux de La Vrillière, einem aus altem französischen Adelsgeschlecht stammenden Staatssekretär, erhielt. Noch zu seinen Lebzeiten hatte der 1681 im Alter von 81 Jahren Verstorbene den römischen Bildhauer für die Gestaltung des Monuments gewonnen, das in der gotischen Pfarrkirche Saint-Martial in Chateauneuf-sur-Loire unweit Orléans unter einem Arkadenbogen Aufstellung fand. Das Monument aus Marmor folgt im Wesentlichen dem sehr detailliert gearbeiteten Berliner Tonmodell, das den Verstorbenen als relativ jungen Mann in typisch barockem Pathos zeigt. Er trägt die Kleidung eines Ritters des Ordens vom Heiligen Geist, dessen Kommandeur und Zeremonienmeister de la Vrillière war. Zu dem 1686 aufgestellten Grabmonument gehört auch ein großer Engel, der neben dem Knienden schwebt und dieselbe Dynamisierung des Gewandes aufweist wie das Bildnis des Verstorbenen.

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Blattornamenten

Würfelkapitell mit Blattornamenten

Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)