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Joseph wird von seinen Brüdern verkauft

Ident. Nr.: 7821

ObjID: obj:869516

Details (Expert)

Beteiligte
Franz Ignaz Platzer (1717),
Bildhauer*in
Datierung
Datierung: 3. Viertel 18. Jahrhundert
Systematik/Art
Material / Technik
Lindenholz
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 24 x 17,5 x 1 cm

Objektbeschreibung

Das rechts unten signierte Relief schildert die alttestamentliche Geschichte, in der Joseph, jüngster und bevorzugter Sohn des Jakob und seiner Frau Rahel, von seinen neidischen Brüdern an die Karawane der Ismaeliten nach Ägypten verkauft wurde (Moses, I, 37). Vor einer Landschaftskulisse mit Bäumen werden die Bezahlung und Übergabe dargestellt. Im Vordergrund links kniet Ruben, der auf die Zisterne weist. Er verhinderte, dass seine Brüder Joseph töteten und plante, ihn aus dem Brunnen, in den dieser statt dessen geworfen wurde, zu befreien. Bevor es jedoch zur Befreiung kam, verkauften sie ihren Bruder. Franz Ignaz Platzer, der sich in Wien an den Werken Georg Raphael Donners schulte und anschließend in Prag zwischen 1750–1770 zu den wichtigsten Bildhauern der Stadt avancierte, schuf dieses äußerst flache Relief. Mit handwerklichem Raffinement hat Platzer die figurenreiche Szene durch subtile Höhenabstufungen in eine perspektivisch überzeugende Darstellung gebracht.

Hans-Ulrich Kessler

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Die Patene gehört zu einer durch zahlreiche ähnliche Objekte relativ gut bekannten Gruppe liturgischer Gefäße, die vermutlich überwiegend in Konstantinopel gefertigt wurden. Auf dem Rand sind die Einsetzungsworte der byzantinischen Liturgie in sorgfältiger Schrift eingraviert: ΛAB(ETE) ΦAΓETE TOYTO AI(C)TIN TO COMA MO(Y) TO Y(ΠE)P YM(ON) (K)ΛOMAINON IC AΦECCIN AMAPTION AMHN (Nehmt und esst, das ist mein Leib, der für euch hingegeben wurde zur Vergebung der Sünden. Amen). Im Zentrum der dreifigurigen Komposition steht der bärtige Christus auf einem Bema in leichter Ponderation, bekleidet mit Tunika und Pallium. In der Linken hält er ein Evangelienbuch, die Rechte ist segnend vor der Brust erhoben. Das langgestreckte Haupt wird von einem Nimbus mit diagonal eingeschriebenem Kreuz umgeben. Zu beiden Seiten der Beischriftkürzel IC XC für »Iesous Christos«. Auf dem Ehrenplatz zu seiner Rechten steht der hl. Stephanos mit Beischrift O (mit eingeschriebenem A) CTEΦANOC (der hl. Stephanos), jugendlich und bartlos, mit Nimbus und bekleidet mit den Gewändern eines Diakons. Mit der Rechten schwenkt er an einer Kette ein Räuchergefäß, in der Linken hält er vermutlich eine Pyxis. Zur Linken Christi steht Kaiser Konstantin d. Gr., der in Byzanz als Heiliger verehrt wurde und daher vor seiner senkrecht angebrachten Namensbeischrift KONCTANTINOC das Kürzel O mit eingeschriebenem A für »der hl. Konstantinos« führt. Er ist mit dem für die mittelbyzantinische Zeit typischen Kaiserornat bekleidet – dem Sakkos und dem kunstvoll drapierten und reich mit angedeutetem Edelsteinbesatz verzierten Loros. In der Rechten hält er das mit einem Kreuz bekrönte Szepter, in der Linken die Sphaira, ebenfalls mit einem Kreuz. Im Unterschied zu den meist großformatigen, oft mit Stifterinschriften versehenen Silberdiskoi der frühbyzantinischen Zeit waren die eher bescheidenen mittelbyzantinischen Patenen aus Kupferblech wohl Massenproduktion für den Bedarf der zahllosen Kirchen.