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Bildnis Königin Anna von Polen

Ident. Nr.: 882

ObjID: obj:869533

Details (Expert)

Beteiligte
Alessandro Abondi (um 1570–29.04.1648),
Bildhauer*in
Datierung
Datierung: Ende 16. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Material / Technik
Abmessungen
Durchmesser x Tiefe: 9,8 x 2,7 cm (mit Kapsel)
Gewicht: 103 g

Objektbeschreibung

Das nach links ausgerichtete Profilbildnis zeigt Anna II. aus dem Hause Habsburg, Tochter des Erzherzogs Karl von Österreich – und somit Enkelin Kaiser Ferdinands I. – und Maria von Bayern. Anna wurde am 31. Mai 1592 die erste Ehefrau König Sigismunds III. Wasa und es ist nicht auszuschließen, dass ihr Bildnis, wie das als Pendant konzipierte Porträt ihres Gemahls (siehe Inv.-Nr. 881), anlässlich ihrer Hochzeit entstanden sein könnte. Aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor, darunter auch Władysław IV. Wasa (1595-1648), der nach dem Tode seines Vaters Sigismund III. zum König von Polen, Litauen und Schweden gekrönt wurde.
Die ausgeprägte Kinnpartie mit der vorgeschobenen Unterlippe, die ihre habsburgische Herkunft unterstreicht, verleiht dem Profil mit der weißen, hochschließenden Halskrause eine repräsentative Strenge, die auch in der standesgemäßen Garderobe und ihrem kostbaren Schmuck zum Ausdruck kommt. Über der Stirn trägt sie ein Diadem, das mit einer Perle geschmückt ist, während das zurückgekämmte, toupierte Haar am Hinterkopf durch ein perlenbestücktes Haarnetz gehalten wird. Über dem gelben Brokatkleid trägt sie einen dunkelblauen Mantel mit rotem, vermutlich pelzbesetztem Revers und aufwändigem Schulterschmuck. In Höhe ihres Herzens prangt am Halsband ein goldenes Kreuz als Ausdruck ihres Glaubens.
Nachdem Anna II. bei der Geburt ihres letzten Kindes Christopher am 10. Dezember 1598 24 jährig verstarb, heiratete Sigismund III. am 11. Dezember 1605 ihre Schwester Constance (1588-1631), die ihm sieben weitere Kinder gebar.
Der Stil des hier vorgestellten Wachsbildnisses erinnert an Werke des Antonio Abondios d. J.
Von dem Bildnismedaillon Annas II. wie auch das ihres Gemahls Sigismund III, König von Polen existieren Repliken auf Schloss Gripsholm (Schweden).

Letzte Aktualisierung: 06.02.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Backsteinfragment mit ornamentalem Dekor

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Bei den zwei Fragmenten handelt es sich, wie die äußere Form und die Tiefe des Reliefs zeigt, um eine ehemalige Wandfliese, die Teil eines Fensterpfostens oder einer Türrahmung gewesen ist. Sie zeigen einen Fries senkrecht laufender und miteinander verbundener Herzpalmetten, die aus gebündelten Ranken bestehen, die herzförmig zusammenlaufen und in fächerförmigen Palmetten enden. Sie stammen aus dem Zisterzienserkloster St. Urban bei Luzern, wo es in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts eine florierende Produktion von Formsteinen gab, die weit über die umliegenden Ortschaften hinaus exportiert wurden. Von den bekannten Backsteinherstellungen hebt sich das St. Urbaner Stück in mehrerer Hinsicht ab: Es ist übermäßig groß, Maße von 54 x 30 x 22 cm sind die Regel, wofür man einen riskanten Brennprozess in Kauf nahm; es imitiert Hausteinformen, die in keine backsteingerechte Formen übersetzt wurden. Die Backsteinproduktion in St. Urban lässt sich vor allem aufgrund der zum Teil sicher datierten Burgen und Kirchen, an denen sie zum Einsatz kamen, zeitlich gut eingrenzen. Klar ist außerdem, dass sie gegen Ende des 13. Jahrhunderts zum Erliegen gekommen ist. Es wurde immer wieder vermutet, dass der reiche Motivschatz der St. Urbaner Muster (mehr als 100 verschiedene Motive nachgewiesen) illustrierten Handschriften der Klosterbibliothek entnommen wurde. Immerhin fallen in diese Zeit auch andere Verfeinerungen bestimmter Kunsttechniken in St. Urban (Inkrustationen, Glasuren), die auch dort betrieben wurden.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)

Würfelkapitell mit Blattornamenten

Würfelkapitell mit Blattornamenten

Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)

Backsteinfragment mit ornamentalem Dekor

Backsteinfragment mit ornamentalem Dekor

Bei dem Fragment handelt es sich, wie die äußere Form und die Tiefe des Reliefs zeigt, um eine ehemalige Wandfliese, die Teil eines Fensterpfostens oder einer Türrahmung gewesen ist. Der Stein besitzt eine gleichschenklig trapezförmige und könnte zur Mittelstütze einer Fenstergruppe gehört haben, die aus einem schmalen lotrechten Wandstreifen und den im stumpfen Winkel anschließenden Schrägen bestand. An den drei ornamentierten Seiten kamen jeweils unterschiedliche Modeln zum Einsatz: auf der linken Seite sind zwei horizontale Streifen zu sehen, in denen zwei, ursprünglich aber drei perlengeschmückte Medaillons nebeneinander lagen mit Darstellungen von Adler, Teufel und Löwe (zerstört). Die Zwickel zwischen den Medaillons sind mit Blattmotiven gefüllt. An der Schmalseite wurde ein Model in den Ton gedrückt, das eigentlich für ein längeres Stück vorgesehen war, weshalb die untere Darstellung angeschnitten ist. Es zeigt eine Abfolge von vier Vierpässen aus dünnen Graten, in denen besonders virtuos ein Einhorn (oben, halb zerstört), ein Panther mit heraushängender gespaltener Zunge, ein Greif sowie ein Drache (angeschnitten) eingefügt sind. Am besten erhalten ist die rechte Seite, in die passgerecht ein quadratisches Model gedrückt wurde. In miteinander verbundenen Rankenmedaillons sind oben Hirsch und Löwe, unten Greif und Einhorn dargestellt. Er stammt aus dem Zisterzienserkloster St. Urban bei Luzern, wo es in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts eine florierende Produktion von Formsteinen gab, die weit über die umliegenden Ortschaften hinaus exportiert wurden. Von den bekannten Backsteinherstellungen hebt sich das St. Urbaner Stück in mehrerer Hinsicht ab: Es ist übermäßig groß, Maße von 54 x 30 x 22 cm sind die Regel, wofür man einen riskanten Brennprozess in Kauf nahm; es imitiert Hausteinformen, die in keine backsteingerechte Formen übersetzt wurden. Die Backsteinproduktion in St. Urban lässt sich vor allem aufgrund der zum Teil sicher datierten Burgen und Kirchen, an denen sie zum Einsatz kamen, zeitlich gut eingrenzen. Klar ist außerdem, dass sie gegen Ende des 13. Jahrhunderts zum Erliegen gekommen ist. Es wurde immer wieder vermutet, dass der reiche Motivschatz der St. Urbaner Muster (mehr als 100 verschiedene Motive nachgewiesen) illustrierten Handschriften der Klosterbibliothek entnommen wurde. Immerhin fallen in diese Zeit auch andere Verfeinerungen bestimmter Kunsttechniken in St. Urban (Inkrustationen, Glasuren), die auch dort betrieben wurden.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)

Zwickel mit drachenreitendem Fabelwesen

Zwickel mit drachenreitendem Fabelwesen

Der glatte Rand der Vorderseite dies figürlich geschmückten Zwickelstücks umschließt das Vollrelief zweier Fabelwesen: Auf einem nach links gewendeten drachenartigen Wesen, von dem lediglich der linke Hinterlauf zu sehen ist, sitzt ein Mann mit Vogelkopf, gerüstet mit einem (teils abgebrochenen) Schwert, an das er die linke Hand gelegt hat, während die rechte gebieterisch oder bändigend um die Nasenpartie des Drachens greift. Er sitzt auf einer bizarr gezackten Satteldecke und ist mit knielangem Rock und nach unten geschlitztem Wams bekleidet, aus dem der Bauch hervortritt. Derartige Fantasiewesen waren besonders im 12. und 13. Jahrhundert in unzähligen Varianten und fast allen Gattungen von der Buchmalerei bis zur Bauornamentik geläufig. Das Berliner Zwickelrelief stellt eine ungewöhnliche Vermischung mehrerer Bildmotive dar; es vereinigt den Drachenreiter, Tierbändiger und den tierköpfigen Menschen. Der vogelköpfige Reiter gehört zu den sogenannten Mirabilia, den Fabelvölkern der Erde, die in auf den spätantiken Physiologus zurückgehenden mittelalterlichen Bestiarien beschrieben und in theologischen Schriften gedeutet wurden.Das Zwickelrelief dürfte Teil einer Blendarkatur gewesen sein, wobei ein Sakralraum ebenso möglich ist wie etwa der Kreuzgang bzw. die Klausur eines Klosters oder ein Raum in einem profanen Gebäude. Zweifüßige Drachenwesen tauchen mehrfach im Umkreis des Samsonmeisters auf (Maria Laach, Vorhalle, rechter Fries des Mittelportals der Vorhalle; Bonner Münster, südlicher Chorbogenfries); dort finden sich auch ähnlich gebildete Blätter wie die am Schwanzende des Berliner Fabelwesens. In Maria Laach besitzt der Drache ebenfalls die länglichen Spitzohren seines Artgenossen im Bode-Museum. Dort sowie bei anderen Werken der rheinischen Goldschmiedekunst und Bildhauerei ist die fantasievolle Mischwelt aus Pflanzen, Tierreitern und Mirabilia, der das Berliner Relief zuzurechnen ist, zu einer besonders reichen Entfaltung gekommen. Die Plastizität der Darstellung, die Umrandung der Augen durch zwei parallele Rillen, die Gestaltung der Ohren und Blätter durch leichte Vertiefungen gehören zum Repertoire niederrheinischer Bildhauer des frühen 13. Jahrhunderts. (Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)