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Hieronymus Holzschuher (1469-1529) mit Deckel

Ident. Nr.: 557E

ObjID: obj:869623

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Albrecht Dürer (1471 - 1528),
Maler*in
Datierung
Ausführung: 1526
Systematik/Art
Weitere Titel
Sammlungstitel: Hieronymus Holzschuher (1469-1529) mit Deckel
Übersetzung: Portrait of Hieronymus Holzschuher (1469-1529) with cover
Geografische Bezüge
Herstellungsort: Nürnberg,
Stadt
Material / Technik
Lindenholz
Abmessungen
Bildmaß: 51 x 37,1 cm
Erwerbung
1884 Ankauf aus Sammlung Holzschuher, Nürnberg

Objektbeschreibung

Das Bildnis des Hieronymus Holzschuher wurde bis ins späte 19. Jahrhundert in Nürnberg aufbewahrt. Zeitweise scheint es jedoch vergessen gewesen zu sein. Mit der Wiederentdeckung und Neubewertung der altdeutschen Kunst erlebte es gleichsam seine Wiedergeburt. Um 1812 war es unvermittelt in aller Munde. So neu und überraschend wirkte das Bildnis auf die Zeitgenossen, daß Sulpiz Boisserée, einer der bedeutendsten Sammler alter Kunst und ein Kenner, es für eine Fälschung hielt. »Ein Hauptspitzbube « sei da mit »im Spiel«, schrieb er seinem Bruder. Das Gemälde zeigt Dürers Eigenart in solcher Dichte, daß es der Kunstkenner für die Übertreibung eines Fälschers hielt. Er irrte, denn das Bildnis ist auch in früheren Zeiten bekannt gewesen und mehrfach bezeugt. Es ist ja unter Dürers späten Bildnissen eines der bedeutendsten. Die Inschrift links oben benennt den Dargestellten: »HIERONIM(VS) HOLTZSCHVER ANNO DO(MI)NI 1526. ETATIS SVE. 57«. Es wurde also von Dürer in dessen 57. Lebensjahr gemalt. Holzschuher gehörte einer der einflußreichen Nürnberger Familien an, die an der Regierung der Stadt teilhatten. So gelangte er 1499 in den »Innern Rat«, wurde 1500 Jüngerer, 1509 Älterer Bürgermeister und 1514 als »Septemvir« in den Hohen Rat gewählt, dem das Geschick der Stadt anvertraut war. Dürer war Holzschuher auch persönlich verbunden. Das Bildnis zeigt nur das mächtige Haupt und die Schultern. Der Dargestellte wendet sich, anders als bei vielen anderen Bildnissen von der Hand Dürers, unmittelbar dem Betrachter zu; er fixiert ihn mit den Augen, in deren Glanz sich in Lichtern und Reflexen die Umwelt spiegelt. Der gleichermaßen freundliche wie skeptisch kritische Blick läßt eine zupackende Direktheit und Offenheit des Charakters vermuten. Bei aller Weichheit der Modellierung, die den Flächen, Furchen und Wülsten der Physiognomie folgt, sind die Formen des Gesichtes streng und scharf umrissen. Genau beobachtet sind die kleinen Asymmetrien der Züge und das leichte Runzeln der Stirn über der Nasenwurzel. Die strengeren Züge werden gemildert durch die sanft geschwungenen Lippen des sensiblen Mundes und durch das Silberhaar, das das rosige Altmännergesicht wie ein Kranz umgibt. Vielfältig ist die Zeichnung des Haares. Der Pinsel folgt den langgekurvten Locken und Strähnen des Haupthaares, im Schnurrbart betonen ruhige Linien die Form des Mundes und der Kinnbart spinnt sich Schwung an Schwung zu einem silbrigen Geflecht von eigenem Reiz. Bei aller unbezweifelbaren Nähe des Porträts zur Wirklichkeit wird bei der Betrachtung des Bildnisses doch auch deutlich, daß Dürers Bemühen nicht nur auf eine äußerliche Wiedergabe eines Individuums gerichtet war. Das Bildnis bringt zugleich den Charakter der Person zur Anschauung, so daß wir glauben, mehr von ihr zu wissen als ein Gesicht gemeinhin verraten kann. Der Charakter wiederum wird zum Typus überhöht, der über das Individuelle hinausgreift. Dennoch war dieses Porträt nie ein offizielles. Der alte Rahmen, in den es immer noch gefaßt ist, ist mittels eines hölzernen Schiebedeckels verschließbar. Der Deckel zeigt ein Allianzwappen der Familien Holzschuher und Münzer, der Familie der Frau Holzschuhers. Der Deckel ist zwischen einem dunkel gebeizten inneren Rahmen um das Gemälde und einem äußeren Rahmen aus hellem Eschenholz einschiebbar, so daß das Bildnis dahinter geschützt war. In aller Regel war das Porträt also nicht zu sehen. Es hing nicht zur Betrachtung an der Wand. Es war verschlossen und unsichtbar. Vielleicht verdankt es diesem Umstand seine gute Erhaltung.| 200 Meisterwerke der europäischen Malerei – Gemäldegalerie Berlin, 2019

SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. links oben: HIERONIMI. HOLTZSCHVER. ANNO. DO(mi)NI • 1526 •/ • ETATIS • SVE • 57 • rechts im Grund: AD
___________________________________________________________________________________________

The portrait of Hieronymus Holzschuher was preserved in Nuremberg until the late 19th century, but seems to have been forgotten for a time. However, with the rediscovery and re-evaluation of old German art, it experienced a kind of renaissance, and around 1812, everyone was talking about it. Contemporaries found the portrait so novel and so astonishing that Sulpiz Boisserée, a connoisseur and one of the most important collectors of old art, thought it was a forgery. “A scoundrel of the first order has been at work here”, he wrote to his brother. The painting is such a condensed example of Dürer’s hallmarks that Boisserée took it for the exaggeration of a forger. He was wrong, however, for the portrait was already well known earlier and its authorship attested to numerous times. It is one of Dürer’s most important late portraits.

The inscription at the top right names the sitter: “HIERONIM(VS) HOLTZSCHVER ANNO DO(MI)NI 1526. ETATIS SVE. 57”. In other words, Dürer painted it when Holzschuher was 57. Holzschuher belonged to one of Nuremberg’s influential ruling families. In 1499, he became a member of the city’s Inner Council, in 1500 a junior mayor, in 1509 an elder mayor and in 1514 he was elected as a septemvir to the Supreme Council, which was entrusted with the city’s fortunes. Dürer knew Holzschuher personally.

The portrait shows only the large head and shoulders. Unlike in many of Dürer’s other portraits, the sitter is looking directly at the viewer, fixing him with his glinting eyes which reflect the surroundings in lights and reflexes. His gaze is friendly but at the same time sceptically critical, suggesting a straightforward manner and a candid character. Although the modelling of the surfaces, furrows and ridges of the physiognomy is soft, the face is stringently and sharply delineated. A careful examination reveals that the features are slightly asymmetrical and the brow above the bridge of the nose is slightly furrowed. The more severe features are mitigated by the softly curving lips of the sensitive mouth and by the mane of silvery hair and beard framing the rosy, old-man’s face. Dürer uses many different techniques to draw the hair. Whereas for the hair on the head he follows the long curves and strands of the hair itself with the brush, for the moustache he uses smooth lines to accentuate the shape of the mouth. The beard, by contrast, is a silvery woven mesh with an appeal of its own.

While the portrait is certainly a true rendering of reality, Dürer was evidently at pains to portray more than just the exterior of an individual. The portrait also visualises Holzschuher’s character leading us to believe that we know more about him than a face would normally reveal. The character, in turn, is inflated into a type more than an individual. Yet this portrait was never an official one. The old frame
in which it is still fixed has a wooden sliding cover that enables the picture to be closed. On the cover is the joint coat of arms of the Holzschuher and Münzer families, the Münzers being Holzschuher’s in-laws. The cover can be inserted between the dark stained inner frame directly around the painting and an outer frame made of light ash wood, thus protecting the portrait behind it. Normally, the portrait was therefore not visible. It was shut away and did not hang on the wall. Perhaps this is why it has been so well preserved.| 200 Masterpieces of European Painting – Gemäldegalerie Berlin, 2019

Letzte Aktualisierung: 28.09.2026

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Einrichtung:

Gemäldegalerie

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Gerard David stammte aus den nördlichen Niederlanden, dem holländischen Oudewater. Einflüsse von Geertgen tot Sint Jans in seinen frühen Werken deuten darauf hin, daß er seine erste Ausbildung in Haarlem erhalten hat. 1484 war er nach Brügge ausgewandert, der Stadt, in der Memling als führender Meister tätig war. Hier wurde er als Mitglied und schließlich als leitender Künstler der Malerzunft vom Magistrat der Stadt mit Aufträgen bedacht. In Brügge entstanden seine Hauptwerke. Hier lebte und arbeitete er, von kurzen Unterbrechungen abgesehen, bis zu seinem Tode. Für einige Zeit scheint er sich in Antwerpen aufgehalten zu haben. Darauf deutet eine Eintragung in den Registern der Antwerpener Malergilde hin, die für das Jahr 1515 die Aufnahme eines »Gheraet van Brugghe, scildere« vermeldet. Brügge hatte damals seine führende Rolle als Hafenstadt durch die Versandung des Swijn, seiner Verbindung zum Meer, eingebüßt, während Antwerpen seinen Rang als neues Handelszentrum auszubauen begann und damit zahlreichen Künstlern neue Verdienstmöglichkeiten eröffnete. Es ist denkbar, daß sich Gerard David den neuen Gegebenheiten auf Dauer nicht mehr an - passen wollte und deshalb nach Brügge zurückkehrte, wo er als der letzte herausragende Vertreter der traditionsreichen Malerei dieser Stadt großes Ansehen genoß. Das Schaffen Davids schlägt eine Brücke zwischen den niederländischen Meistern des 15. Jahrhunderts und den neuen Bestrebungen der Renaissance. Seine Werke zeichnen sich durch eine stille Monumentalität und eine klare Anordnung der plastisch wiedergegebenen Bildfiguren aus, die auf neuartige Weise mit dem sie umgebenden Raum verbunden sind. In dieser Hinsicht bezeichnet die Kunst Davids eine entscheidende Etappe auf dem Weg zu einer einheitlichen malerischen Gestaltung des Bildraumes. Die Darstellung des Christus am Kreuz stammt aus der Spätzeit des Künstlers. Das Kolorit, in dem grüne und blaue Farbklänge dominieren, ist eigentümlich kühl und verhalten, dabei in den nuancenreichen Abstufungen dennoch von höchster Subtilität. Dieser konsequenten Vereinheitlichung der Farbgebung, von der eine starke atmosphärische Wirkung ausgeht, entspricht eine gleichermaßen prägnante wie durch seine Schlichtheit ergreifende Schilderung des Bildgeschehens. Auf der Höhe Golgathas erhebt sich das Kreuz Christi, dessen Querbalken in die Tiefe weisen. Mit geöffneten Augen blickt der Gekreuzigte auf die Leidtragenden zu seinen Füßen herab, auf Maria Magdalena nahe dem Kreuzesstamm, auf Maria, die von Johannes gestützt wird, und auf Maria Salome und Maria Jacobi. Mit den Worten »mulier ecce filius tuus« (Weib, siehe, das ist dein Sohn; Johannes 19, 26) empfiehlt er seine Mutter der Fürsorge seines Lieblingsjüngers. Die verhaltene Trauer der Angehörigen scheint sich auf den Hauptmann und seine Soldaten übertragen zu haben, die still zur Seite getreten sind und sich beraten. Im Hintergrund erkennt man Kriegsknechte, die Golgatha bereits verlassen haben und Jerusalem zustreben. Daran zeigt sich, daß kein bestimmter Augenblick des Geschehens gestaltet ist, sondern daß es dem Künstler darauf ankam, uns dessen zeitlose Bedeutung vor Augen zu führen, wie er es wenig später in dem eindrucksvollen Golgathabild (Genua, Palazzo Bianco) in äußerster Reduktion des Themas getan hat. Der Eindruck der Zeitlosigkeit des Geschehens in unserem Bild verstärkt sich angesichts der weiten Landschaft mit den im blauen Licht des Abends verdämmernden Bergkuppen. Svea Janzen | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2010SIGNATUR / INSCHRIFT: mulier ecce filius tuus_______________________________________________________________Gerard David was born in the Dutch city of Oudewater. In 1484 he moved to Brugge where, with a few interruptions, he lived and worked until his death. David’s work forms a link between the 15th-century Netherlandish masters and the new line taken in the Renaissance. His works have a quiet monumental quality and a clear arrangement of figures, who relate in an innovative way to the space that surrounds them. In this respect David’s work represents a crucial stage on the way towards uniform painterly control over the pictorial space. This scene of Christ on the Cross dates from the artist’s late period. The colouring, dominated by notes of green and blue, is strangely cool and reticent, although extremely refined in its nuanced gradations. The events of the picture are portrayed both succinctly and plainly, corresponding with the consistently uniform colouring, which creates a strongly atmospheric effect. | Prestel Museum Guides - Gemäldegalerie Berlin, 2012

Der Engel weckt den Propheten Elias in der Wüste

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Das kleine Täfelchen zeigt den Propheten Elias eingeschlafen unter einem Baum. Die Darstellung bezieht sich auf eine in der Bibel erzählte Episode, in der die Flucht des Elias vor der ihm angedrohten Rache für die Ermordung der Propheten des Baal geschildert wird (1. Könige 19,1–8). Ein Engel hat sich über Elias gebeugt. Er versucht, ihn mit einer zarten Berührung an der Schulter zu wecken. Mit dem Zeigefinger seiner Rechten weist er auf einen Laib Brot und einen mit Wasser gefüllten Krug, die neben der herabgesunkenen Hand des Propheten stehen. Alle drei Elemente sind in helles Licht getaucht. Das rosafarbene Gewand des Engels, die blonden Haare seines gesenkten Hauptes sowie die weit ausladenden Flügel mit den schwarzen und weißen Federn sind mit pastos aufgetragenen Pinselstrichen ausgeführt. Die Rinde des kräftigen, die linke Bildhälfte begrenzenden Baumes und das Gestrüpp am Boden sind mit dicken Farbtupfern modelliert.Maltechnische Untersuchungen haben gezeigt, dass sich inmitten des Baumstammes einst ein Schlüsselloch befand. In der Röntgenaufnahme sind an der rechten Seite der Tafel zudem zwei Scharniere zu erkennen. Die Ausführung auf Holz und das kleine Format sind demzufolge auf die Funktion des Gemäldes als Türchen zurückzuführen. Da die im Alten Testament geschilderte Speisung des Propheten Elias mit Wasser und Brot eine häufig verwendete Präfiguration für das Abendmahl darstellt, fungierte die Tafel mit großer Wahrscheinlichkeit als Verschluss eines Tabernakels, das zur Aufbewahrung der Hostien und des Abendmahlkelchs diente. In Spanien sind derartige mit bildlichen Darstellungen versehene Türchen in zahlreichen Predellenzonen von Altarretabeln des 17. Jahrhunderts nachweisbar. Zudem lassen die Röntgenaufnahmen darauf schließen, dass die Tafel einst einige Zentimeter höher war und ein länglicheres Format aufwies.Auf Grund der überaus lockeren, an die venezianische Malerei erinnernden Malweise wurde das Bild, das vormals als Werk Domenico Fettis galt, von Giuseppe Fiocco in das Oeuvre von Francesco Maffei eingeordnet. 1970 wurde es von José Roge lío Buendía auf Grund stilistischer Erwägungen schließlich dem in Madrid tätigen Maler Juan Antonio de Frías y Escalante zugeschrieben. Bei dem abgebildeten Tonkrug handelt es sich seiner Meinung nach zudem um ein Modell, wie es in dem bei Madrid gelegenen Städtchen Talavera de la Reina produziert wird. Für eine Verbindung des Gemäldes mit Spanien spricht ferner die Existenz einer vorbereitenden Zeichnung in der Nationalbibliothek in Madrid, die die zentralen Elemente der Komposition wiedergibt, sowie die Provenienz aus der Sammlung Suermondt, zu der zahlreiche Werke zählten, die der preußische Offizier Andreas von Schepeler während seiner Tätigkeit in Madrid zwischen 1815 und 1823 erworben hatte.Von 1667 bis 1668 hatte Escalante einen 18 Leinwandgemälde umfassenden Zyklus mit alttestamentlichen Präfigurationen der Eucharistie für die Ausstattung der Sakristei des im 19. Jahrhundert zerstörten Convento de la Merced Calzada in Madrid ausgeführt, darunter auch eine Darstellung von Elias und dem Engel, die heute im Museo del Prado aufbewahrt wird. Auch wenn sich Paola Rossi 1991 nochmals für eine Zuschreibung des Berliner Bildes an Francesco Maffei aussprach, so machen die genannten Argumente dennoch plausibel, dass das Gemälde erstens von Escalante geschaffen wurde und zweitens zur Ausstattung des genannten Konvents gehörte, der sich ehemals auf dem heute nach Tirso de Molina benannten Platz in Madrid befand. Vor der Feier des Abendmahls hatte es den Priestern dort bei der Entnahme der Hostien und des Weines die heilsgeschichtliche Erfüllung der Ankündigungen des Alten Testamentes ins Bewusstsein gerufen.| Sven Jakstat___________________________________________________________________________________________________This small panel depicts the Prophet Elijah sleeping under a tree. The scene refers to the Bible’s story of Elijah’s flight from retribution for his killing of Baal’s prophets (1 Kings 19:1–8). An angel bends over Elijah and tries to wake him by gently laying a hand on his shoulder. With the finger of his right hand the angel points to a loaf of bread and a water-filled jug next to the Prophet’s limp hand. All three elements are suffused in bright light. The angel’s rose-coloured robe, the blond hair on his lowered head, and the white feathers of his wings are executed in pastose brushstrokes. The bark of the massive tree and undergrowth bounding the left-hand side of the composition are modelled with thick dabs of paint.Scientific examinations showed that there was once a keyhole in the middle of the tree trunk. X-ray images also revealed two hinges attached to the right end of the panel. These combined with the wooden support medium and the painting’s small format indicate that the work once served as a small door. As the story of Elijah being given bread and water was often used in art to prefigure the Eucharist, it is highly likely that this panel once served as the door covering of a tabernacle where the host and Communion chalice were kept. Numerous examples of such decorated doors in the predella areas of seventeenth-century altarpieces have been found in Spain. Furthermore, the X-ray images indicate that the panel was once several centimetres longer and more elongated in shape.The extremely flowing style of painting, reminiscent of Venetian works, led Giuseppe Fiocco to attribute the painting – previously believed to be by Domenico Fetti – to Francesco Maffei. Stylistic considerations finally led José Rogelío Buendía in 1970 to ascribe it to the Madrid painter Juan Antonio de Frias y Escalante. In Buendía’s opinion, the ceramic jug seen in the painting is based on the types of jugs produced in the town of Talavera de la Reina near Madrid. Further evidence of the work’s Spanish provenance is offered by a preliminary drawing in the National Library in Madrid, which displays the same central elements that appear in the painting, as well as its provenance from the Suermondt Collection, which included numerous works acquired by the Prussian officer Andreas von Schepeler while he was stationed in Madrid between 1815 and 1823.From 1667 to 1668, Escalante completed a cycle of eighteen paintings on canvas with Old-Testament prefigurements of the Eucharist for the sacristy of the now destroyed Convento de la Merced Calzada in Madrid, including a painting depicting the angel and Elijah today held by the Museo del Prado. Even though Paola Rossi once again insisted in 1991 that the Berlin painting should be attributed to Francesco Maffei, the arguments given above make a plausible case both that the painting was made by Escalante and that it belonged to the convent, once located on the square now named for Tirso de Molina. The painting served to remind priests of the salvific fulfilment of the Old Testament’s prophecies when they went to remove the host and wine before distributing Holy Communion.| Sven Jakstat

Christus als Schmerzensmann mit Maria und Johannes

Christus als Schmerzensmann mit Maria und Johannes

Christus sitzt niedergesunken vor dem Kreuz am Boden, während es auf Golgatha Abend wird. Seine Glieder wirken kraftlos; Wundmale an Händen und Füßen sowie die Dornenkrone zeichnen den Gemarterten. Als weitere Arma Christi lehnen der Ysop-Stab mit Essigschwamm, die Lanze und eine Leiter gegen das Kreuz; die drei Nägel liegen weiter hinten links im Halbdunkel. Ein Stück entfernt von Christus sitzt Maria, ganz in Dunkelblau. Sie ringt die Hände im Schmerz und blickt traurig zu ihrem Sohn hinüber. Neben ihr hockt Johannes, der sich eng in seinen roten Mantel gehüllt hat und das kummervolle Gesicht in der bekannten Melancholie-Geste in die linke Hand stützt. Von der grünen Wiese um die Protagonisten herum setzt sich die felsige Hintergrundlandschaft ab. Unter einem baumbestandenen Hügel ganz links öffnet sich die für Christus bestimmte Grabeshöhle mit einem rötlichen Steinsarkophag darin, während sich rechts die ummauerte, von einem Graben geschützte Stadt Jerusalem mit zahlreichen Türmen und dem runden Salomonischen Tempel in ihrer Mitte erhebt. Durch das Stadttor kehrt soeben der letzte der an der Kreuzigung Beteiligten zurück. Er hat ein bläuliches Tuch über die Schulter geworfen, bei dem es sich um den unteilbaren Rock Christi handeln dürfte.Künstlerisch höchst subtil und poetisch ist die kleine Tafel auch ikonografisch ungewöhnlich, vielleicht sogar einzigartig unter den Gemälden der Zeit um 1400. Auf eigenwillige Art wird nämlich in dem Bild eine Szene, die einen bestimmten Moment der Passionsgeschichte aufgreifen könnte, mit der dem Handlungsablauf völlig enthobenen Gestalt Christi kombiniert. Dieser erscheint als Schmerzensmann, der gestorben und doch lebendig, Mensch und Gott zugleich ist. Die Erlösungstat ist »vollbracht« (Johannes 19,30), doch statt des Todes hat den Erlöser hier Erschöpfung ergriffen. Wahrscheinlich haben wir es bei dem Berliner Bild mit einer ikonografischen Neuerfindung zu tun, die den spezifischen Wünschen des Auftraggebers entsprang. Hier soll nicht zeichenhaft oder repräsentativ vorgeführt, sondern über den emotionalen Gehalt eines üblichen Schmerzensmannes hinaus das Miterleben und Mitfühlen angespornt werden: Johannes scheint die traurig-meditative Haltung vorzugeben, mit der das Bild vom Gläubigen betrachtet sein will. Maria aber fungiertals primäre Vermittlerin, sie nimmt die Mitte des Bildes ein, ist uns zugewandt und zugleich auf Christus ausgerichtet.Künstlerisch lässt sich das Täfelchen der großen Gruppe österreichischer Tafelmalereien aus dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts zuordnen. Obgleich sich verschiedene Notnamen etabliert haben, ist eine genauere Zuordnung der einzelnen Werke problematisch. Das Berliner Täfelchen steht sowohl den Tafeln eines Marienlebens in Klosterneuburg, die unter der Bezeichnung »Meister der Darbringungen « geführt werden, als auch der großen, in London befindlichen Tafel eines Gnadenstuhls nahe; ob es aber von einem der jeweils verantwortlichen Maler selbst stammt, muss offen bleiben. Stephan Kemperdick | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2019________________________Christ is slumped on the ground below the cross as evening falls on Golgotha. His limbs are limp, drained of strength; the stigmata on his hands and feet and the crown of thorns signify his martyrdom. Other arma christi or instruments of the Passion – the hyssop reed with, the sponge of vinegar, the lance and the ladder – are leaning against the cross; further behind on the left in the semi-darkness lie the three nails. The Virgin Mary, clad entirely in dark blue, sits a short distance away from Christ. She is wringing her hands in sorrow as she looks sadly across to her son. John, who has wrapped himself tightly in his red cloak, is squatting beside herleaning his sad face on his left hand in the well-known gesture of melancholy. The rocky landscape in the background contrasts with the grassy meadow surrounding the protagonists. Below a tree-lined hill on the far left, the cave sepulchre intended for Christ containing a reddish stone sarcophagus opens up, while on the right the many towers of the walled and moated city of Jerusalem point skywards. The round Temple of Solomon can be seen in the middle. The last of those who attended the crucifixion is returning through the city gate. He has thrown a bluish cloth over his shoulder, probably the Seamless Robe of Christ. In artistic terms, the small panel is extremely subtle and poetic. Its iconography is unusual, if not indeed unique among the paintings of the period around 1400, for it combines a scene apparently portraying a moment in the Passion story with a Christ figure completely disassociated from the course of events. Here Christ is depicted as the Man of Sorrows, who has died and yet lives on simultaneously as man and God. The act of redemption has been “fulfilled” (John 19:30), but here the saviour is shown not as dead but as overcome with exhaustion. Probably the Berlin painting was an iconographic novelty painted to fulfil the specific wishes of the person who commissioned it. The work is not intended as an emblematic or showcase piece but instead seeks to go beyond the emotional substance usually associated with a Man of Sorrows to encourage the viewer to witness and empathise with what he or she sees: Saint John appears to be demonstrating the melancholy, meditative pose with which the faithful are supposed to view the painting. However, the chief intermediary is Mary. She occupies the centre of the picture, her gaze directed bothtowards the viewer and towards Christ. In art historical terms, the small panel can be placed among the large group of Austrian panel paintings from the first third of the 15th century. Although various provisional names for the artist have become established, a more precise attribution of the individual works is difficult. The little Berlin panel bears a close resemblance both to the panels depicting the Life of the Virgin Mary in Klosterneuburg, whose author is known as Master of the Presentations, and to the large panel of the Throne of Mercy in London. Whether either of the painters responsible for these works painted the Berlin panel must remain open, however. Stephan Kemperdick | 200 Masterpieces of European Painting - Gemäldegalerie Berlin, 2019