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Das Abendmahl

Ident. Nr.: 1108

ObjID: obj:869706

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Lorenzo Monaco (1370 - 1430),
Maler*in
frühere Zuschreibung: Spinello di Luca Spinelli (1330 - 1410),
Maler*in
Datierung
Ausführung: um 1388 - 1390
Weitere Titel
Sammlungstitel: Das Abendmahl
Übersetzung: The Last Supper
Geografische Bezüge
Italien,
Land
Material / Technik
Pappelholz
Abmessungen
Bildmaß: 46,6 x 142,4 cm

Objektbeschreibung

Im gesamten 14. Jahrhundert hielten florentinische Maler höchst gewissenhaft die Erinnerung an Giotto († 1337) wach. Dies galt auch für Lorenzo Monaco in seinen frühen Künstlerjahren, der zugleich als Mönch dem Kamaldulenser-Orden angehörte. Sein Abendmahl zeigt Christus bei seiner letzten Mahlzeit mit den Aposteln am Abend vor seiner Festnahme. In der Anordnung der Figuren um den Tisch folgt Monaco einer sehr alten Vorlage, was es dem Betrachter ermöglichte, die agierenden Figuren sofort zu identifizieren: Jesus im Zentrum, dem Betrachter zugewandt, mit seinem Lieblingsjünger, dem hl. Johannes, schlafend neben sich; zu ihren Seiten sitzen die zehn anderen Apostel. Judas, der Jesus später in dieser Nacht verraten wird, ist als einziger auf der anderen Seite des Tisches platziert. Die Architektur, die die Figuren umgibt, ist zwar von zeitgenössischen Bauten in Florenz inspiriert, die Wiedergabe ist aber alles andere als realistisch: Ein so langer Holztisch wäre schwerlich stabil, und die Apostel sind im Verhältnis zur Dimension des Raumes viel zu groß.| Prestel-Museumsführer - Gemäldegalerie Berlin, 2017

Throughout the 14th century, Florentine painters remained exceptionally faithful to the memory of Giotto (who died in 1337). This was the case with the early career of Lorenzo Monaco, who was also a monk of the Camaldolese order. His Last Supper represents Christ dining with his apostles the night before his arrest. The placing of figures around the table follows a very ancient disposition, which immediately allowed the beholder to recognise the actors in the scene: Jesus is at the centre, facing us, with his favourite disciple, St. John, asleep against him; at their sides sit the remaining ten apostles. The only person seated on the other side of the table is Judas, who will betray Jesus later that night. Even if the architecture surrounding the figures is inspired by contemporary Florentine buildings, the representation is far from realistic: such a long wooden table would have problems of stability, and the apostles are much too big for the size of the room.| Prestel Museum Guides - Gemäldegalerie Berlin, 2017

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Gemäldegalerie

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Jahrhunderts wurde das Werk indes Bellinis Schwager Andrea Mantegna zugeschrieben, dessen enormer Ruf ihn zum Autor sehr unterschiedlicher Werke werden ließ (beispielsweise im Falle der Grabbereitung Christi von Vittore Carpaccio). Neville Rowley | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2019__________________________Saint John the Baptist spent his life in the desert announcing the advent of the Messiah: he is here shown as a prophet, his body stunted, his face emaciated and his possessed gaze turned towards the tiny Crucifix crowning the stock that he holds in his hands. Such a detail is most implausible, as the use of the Crucifix only spread long after the death of Jesus Christ, who was John’s contemporary. But the painter did not pay attention to historic realism; rather, the landscape itself reinforces this timeless impression of a fantastic vision, worthy of the best modern science fiction movies: the sun has just set on a phantasmagorical landscape, made of strangely shaped rocks invaded by mist. On the left is a remarkably detailed harbour city, while on the right a promontory seems to have been once connected to the city by a now destroyed bridge. Everything in this landscape encourages us to meditate on two inseparable aspects: the tragic destiny of Christ and the perishable nature of the human world.Even if this painting seems timeless, it is a characteristic work by Ercole de’ Roberti, a Ferrarese painter trained by Cosmè Tura in the second half of the 15th century. The expressionist character of Tura’s figures, and his draperies which look alike bronze sculptures are clearly visible here, even if the painter shows his originality into the landscape. In his altarpiece for the church of Santa Maria in Porto, near Ravenna (today in the Pinacoteca di Brera in Milan), Ercole had already decided to represent, in addition to the Virgin, the Christ Child and the Saints according to the traditional scheme known as the “holy conversation”, a far landscape view under the throne of the Virgin. Such a view is to be strictly compared to the present painting.Landscape is understood here as a way to extend the contemplation of a painting and to deepen religious meditation. This way of appreciating paintings came from the North of the Alps, where it was named devotio moderna or “modern devotion”. The first great interpret of this type of conception of landscape in Northern Italy was the Venetian painter Giovanni Bellini; his Resurrection, today in Berlin, is particularly characteristic in that sense. 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Giovanni Mocenigo (1508-1580)

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Der Porträtierte wurde 1954 von Rodolfo Pallucchini überzeugend als Giovanni Mocenigo identifiziert, dem jüngeren Bruder des Dogen Alvise I. Mocenigo. Giovanni bekleidete hohe Staatsämter in Venedig, unter anderem als Consigliere und Savio del Consiglio. Ein enges persönliches Verhältnis verband ihn mit seinem Bruder; nach dem Tod des kinderlosen Dogen fielen dessen Erbansprüche an Giovannis Kinder. Beide Brüder erscheinen gemeinsam in einem Votivbild Tintorettos, das um 1575 entstand und sich heute in der National Gallery of Art in Washington befindet (Samuel H. Kress Collection; Inv.-Nr. 1961.9.44). Es zeigt den Dogen Alvise Mocenigo und seine Frau gemeinsam mit seinem Bruder Giovanni sowie dessen Söhnen vor der Jungfrau mit dem Kind. In diesem Gemälde wurden vier der dargestellten Köpfe – darunter der Giovanni Mocenigos – offenbar nach dem lebenden Modell auf kleineren Leinwänden gemalt und anschließend in die größere Komposition eingefügt. Dieses Werk ermöglichte Pallucchini die Identifizierung des Berliner Porträts. In dem Einzelporträt Giovannis in der Gemäldegalerie wählte Tintoretto das in seinem Porträtschaffen ungewöhnliche Brustbildformat. Im Vergleich zum Gemälde in Washington erscheint Giovanni Mocenigo hier gealtert; das Berliner Porträt dürfte daher kurz vor seinem Tod im Jahr 1580 entstanden sein. Unter Verzicht auf die repräsentative Würde, die Tintorettos Halb- und Dreiviertelfigurenporträts sonst auszeichnet, ging es dem Künstler hier um eine geistige Erfassung und psychologische Durchdringung des Dargestellten. In der Ausstrahlung dieses durch den musternden Blick Distanz schaffenden, zugleich aber in seiner Schlichtheit und Direktheit intim wirkenden Porträts gehört das Werk zu den bedeutenden Leistungen Tintorettos im Bereich der Porträtmalerei. | Aus: Gemäldegalerie. Katalog der ausgestellten Gemälde des 13.-18. Jahrhunderts 1975 (2025 aktualisiert von Sven Jakstat)