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Schlussstein mit Rosette

Ident. Nr.: AE 275

ObjID: obj:869821

Details (Expert)

Datierung
Datierung: 1380 - 1390
Systematik/Art
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: Deutschland
Material / Technik
(Baumberger?) Sandstein
Abmessungen
Durchmesser x Tiefe: 39,0 x 24,0 cm

Objektbeschreibung

Die präzise Steinmetzarbeit zeigt den kreisförmigen Schlussstein eines Kreuzgewölbes mit den Anfängen der vier Rippen. Diese hatten einen birnenförmigen Querschnitt, der (halbiert) dem Karniesprofil des Schlusssteins entspricht bzw. sich als dessen Spiegelung oder Doppelung aus ihm entwickelt. Die Scheibe des Schlusssteins füllt eine kunstvoll arrangierte Rosette aus. Im Zentrum sitzt ein üppiger Blütenkelch aus gestapelten Kugeln, umgeben von zwei Ringen aus jeweils sieben Kronblättern, in den Zwischenräumen der äußeren ist jeweils ein flaches, zweigeteiltes Kelchblatt zu sehen. Die äußeren der stark geschwungenen Kronblätter sind größer und besitzen einen dreistrahligen Einschnitt etwa in der Mitte. Eine knopfartige Ausbeulung, die an gotische Krabben erinnert, befindet sich bei den äußeren Blättern an der linken, bei den inneren an der rechten Seite. All diese Details sind sehr exakt ausgeführt und mathematisch genau berechnet. Sie verraten somit einen nicht unerheblichen architektonischen Anspruch sowie damit letztlich den Bauhüttenhintergrund.

(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen und im Alpenraum 1380 bis 1440. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2019)

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Liturgischer Teller (Patene)

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Die Patene gehört zu einer durch zahlreiche ähnliche Objekte relativ gut bekannten Gruppe liturgischer Gefäße, die vermutlich überwiegend in Konstantinopel gefertigt wurden. Auf dem Rand sind die Einsetzungsworte der byzantinischen Liturgie in sorgfältiger Schrift eingraviert: ΛAB(ETE) ΦAΓETE TOYTO AI(C)TIN TO COMA MO(Y) TO Y(ΠE)P YM(ON) (K)ΛOMAINON IC AΦECCIN AMAPTION AMHN (Nehmt und esst, das ist mein Leib, der für euch hingegeben wurde zur Vergebung der Sünden. Amen). Im Zentrum der dreifigurigen Komposition steht der bärtige Christus auf einem Bema in leichter Ponderation, bekleidet mit Tunika und Pallium. In der Linken hält er ein Evangelienbuch, die Rechte ist segnend vor der Brust erhoben. Das langgestreckte Haupt wird von einem Nimbus mit diagonal eingeschriebenem Kreuz umgeben. Zu beiden Seiten der Beischriftkürzel IC XC für »Iesous Christos«. Auf dem Ehrenplatz zu seiner Rechten steht der hl. Stephanos mit Beischrift O (mit eingeschriebenem A) CTEΦANOC (der hl. Stephanos), jugendlich und bartlos, mit Nimbus und bekleidet mit den Gewändern eines Diakons. Mit der Rechten schwenkt er an einer Kette ein Räuchergefäß, in der Linken hält er vermutlich eine Pyxis. Zur Linken Christi steht Kaiser Konstantin d. Gr., der in Byzanz als Heiliger verehrt wurde und daher vor seiner senkrecht angebrachten Namensbeischrift KONCTANTINOC das Kürzel O mit eingeschriebenem A für »der hl. Konstantinos« führt. Er ist mit dem für die mittelbyzantinische Zeit typischen Kaiserornat bekleidet – dem Sakkos und dem kunstvoll drapierten und reich mit angedeutetem Edelsteinbesatz verzierten Loros. In der Rechten hält er das mit einem Kreuz bekrönte Szepter, in der Linken die Sphaira, ebenfalls mit einem Kreuz. Im Unterschied zu den meist großformatigen, oft mit Stifterinschriften versehenen Silberdiskoi der frühbyzantinischen Zeit waren die eher bescheidenen mittelbyzantinischen Patenen aus Kupferblech wohl Massenproduktion für den Bedarf der zahllosen Kirchen.