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Stillleben mit Fruchtkorb

Ident. Nr.: 1786

ObjID: obj:870002

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Balthasar van der Ast (1593/94 - 1657),
Maler*in
Datierung
Ausführung: um 1632
Weitere Titel
Sammlungstitel: Stillleben mit Fruchtkorb
Übersetzung: Still life with a fruit basket
Geografische Bezüge
Delft,
Stadt
Material / Technik
Eichenholz
Abmessungen
Bildmaß: 14,4 x 20,1 cm
Erwerbung
1916 Vermächtnis Dr. G. A. Freund, Berlin

Objektbeschreibung

Die Wiederentdeckung dieses über lange Zeit fast vergessenen Malers begann in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts. Seine Lebensdaten sind erst seit 1955 zuverlässig bekannt. Inzwischen hat die Forschung ein recht umfängliches Oeuvre an Blumen- und Früchtestilleben Balthasar van der Asts zusammengetragen.
Es lässt vor allem seine maltechnische Schulung an den Werken des älteren Ambrosius Bosschaert (1573-1621) erkennen, mit dem er auch verschwägert war. In dem zeeländischen Middelburg um 1600, einer Nahtstelle zwischen flämischer und nordniederländischer Kunstauffassung, stellte die »Bosschaert-Dynastie« eine eigenständige Richtung dar, die die holländische Stillebenmalerei nachhaltig mitgeprägt hat. Balthasar van der Ast wurde in Middelburg geboren, weilte zusammen mit Bosschaert 1615 in Bergen op Zoom und trat 1619 zeitgleich mit dem älteren Roelant Saverij in Utrecht in die Lukasgilde ein. Im Dezember 1651 wurde er »aen de Oude Delft « begraben. In den Jahren ab 1632, als er in Delft arbeitete, hellte sich die Palette des Malers merklich auf. Die Gegenstände wurden gern in klaren lichten Farben, die Gründe in sanften hellen Grautönen gegeben. Aus dieser Schaffensphase stammt auch das kleine Täfelchen der Berliner Sammlung. Fast silhouettenhaft hebt sich das üppige, überbordende Arrangement von Früchten in einem flachen Flechtkorb von dem glatten, weißlichen Hintergrund ab. Das graphische Element wird noch durch die weit über die Fläche greifenden Blätter und Stiele betont, mit denen Weintrauben zwischen die schwereren Äpfel, Quitten und Pfirsiche gelegt sind. Dicht besetzt ist auch das untere Bildviertel, eine durch dunkeltonige Schattenpartien als Tischplatte gedachte Fläche. Zwischen Feigen, einer Pflaume und zwei exotischen Muscheln links und zwei von Nage- und Fäulnisspuren entstellten Äpfeln rechts liegt ein makelloser Zweig Kirschen. Bis in die Ecken hinein ist die gesamte Bildfläche angefüllt, jede Einzelheit in direkter Nahsicht wiedergegeben, wobei ein wohldurchdachtes Zusammenspiel von symmetrisch-statischem Aufbau des Ganzen und lebendiger Ausführung im Detail herrscht. Schmetterlinge, Mücken, Libellen, kleine Raupen, ein Salamander mit geringeltem Schwanz und eine große Fliege bewegen sich zwischen den Früchten, einem natürlichen Mikrokosmos zugehörig, in dem Frische und Verderblichkeit dicht beieinander liegen.
Erst die Malergeneration, der Balthasar van der Ast angehört, widmete sich eingehend der Darstellung einzelner Objekte und fand den ästhetischen Reiz in einer mikroskopisch genauen Wiedergabe der farblichen und stofflichen Besonderheiten. Mit geradezu penibler Genauigkeit sind die Schadstellen auf den Äpfeln, ist ein Safttropfen auf der Haut der Quitte im Korb auf dem Berliner Bild festgehalten. Aufgrund dieser überzeugend lebendigen Inszenierung fungiert die auf der Quitte sitzende Fliege nun als überzeugendes „trompe-l'œil“ (Augentrug). Zugleich drückt sich in derartig getreuen Stillebendetails aber auch ein zu dieser Zeit aufkommendes, ausgeprägtes Interesse an den naturwissenschaftlichen Beobachtungen aus. Irene Geismeier und Katja Kleinert | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2019
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The rediscovery of this artist, who had long been almost forgotten, began in the 1930s. His dates of birth and death have been reliably known only since 1955. Since then, research has brought to light a most extensive oeuvre of flower and fruit stilllifes by Balthasar van der Ast.

In his training in the techniques of painting, the works of Ambrosius Bosschaert the Elder (1573–1621), his relative by marriage, are evident. In Middelburg in Zeeland around 1600, an interface between Flemish and northern Dutch tendencies in art, the “Bosschaert dynasty” constituted an independent current that had a lasting influence on Dutch still-life painting. Balthasar van der Ast was born in Middelburg, was with Bosschaert in Bergen op Zoom in 1615, and entered the Guild of Saint Luke at the same time as the older Roelant Savery in Utrecht in 1619. In December 1651, he was buried “at the Old Delft”. In the years from 1632, when he was working in Delft, his palette became noticeably brighter. He liked to reproduce objects in clear, radiant colours, and the ground in gentle, pale grey tones.

The small panel in the Berlin collection dates from this period of his work. Almost like a silhouette, the lavish, luxuriant arrangement of fruits in a shallow woven basket is set off against the smooth, whitish background. This graphic character is underlined by the way that the leaves and stems, with which grapes have been laid between heavier apples, quinces and peaches, extend far across the surface. The bottom quarter of the picture, with a tabletop rendered through dark patches of shadow, is also plentifully filled. Between figs, a plum and two exotic shells on the left, and apples disfigured by traces of gnawing and mould on the right, lies an immaculate twig of cherries. The whole surface of the painting is filled right into the corners, and every detail is depicted in direct close-up, with a well thought-out interplay between symmetrical, static composition of the whole and a lively execution of detail. Butterflies, midges, dragonflies, small caterpillars, a salamander with a ring-striped tail and a large fly move between the fruits, part of a natural microcosm in which freshness and decay are in close juxtaposition.

The generation of painters to which Balthasar van der Ast belonged was the first to devote itself thoroughly to the depiction of individual objects and to find the aesthetic attraction of microscopically exact representation of qualities of colour and material. With positively meticulous accuracy, the damaged spots on the apples and a drop of juice on the skin of the quince in the basket have been captured on the Berlin painting. Thanks to this convincingly life-like setting of the scene, the fly perched on the quince acts as an entirely plausible trompe-l’oeil (illusion). At the same time, such faithful details in still-life also express the marked interest in scientific observation of nature that emerged in this period. Irene Geismeier und Katja Kleinert | 200 Masterpieces of European Painting - Gemäldegalerie Berlin, 2019

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Gemäldegalerie

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In ungewöhnlich großen goldenen Lettern fasst die Inschrift den Kopf des Dargestellten  (um 1504 - um 1564) ein. Dass der goldene Ring am linken Ringfinger das Wappen der holländischen Familie de Vos van Steenwijk zeigt, wurde schon im 19. Jahrhundert erkannt, allerdings herrschte lange keine Klarheit über die genaue Identität des Porträtierten. Die Identifizierung mit einem gewissen Roelof geht auf den Historiker und Genealogen Albrecht Nicolaas Baron de Vos van Steenwijk (1976) zurück. Diesem zufolge wurde Roelof 1505 als unehelicher Sohn von Reynalt de Vos van Steenwijk und Agnes van Ittersum geboren, im Februar 1537 wurde in Brüssel die Abstammung des damals etwa 31-Jährigen formal in einem Brief von Kaiser Karl V. anerkannt. Bald darauf heiratete er die Kölnerin Catharina Bellinckhausen, 1543 wird eine gemeinsame Tochter erwähnt. Vor 1548 ließ Roelof sich in Antwerpen nieder, wo er vor 1564 gestorben ist. Die aufrecht nach rechts gewandte Haltung des de Roelof Vos van Steenwijk, der aus dem Bild nach rechts und nicht auf den Betrachter blickt, spricht sehr dafür, dass dieses Porträt ursprünglich auf ein Gegenstück hin konzipiert war. Denkbar ist in Anbetracht der Tatsache, dass Roelof zwischen 1537 und 1543 geheiratet hat, dass es als Verlöbnisbild oder aber anlässlich der Eheschließung – mit einem möglichen Pendant der Gattin – in Auftrag gegeben wurde.| Christine SeidelSIGNATUR / INSCHRIFT: ANNO 1541 ETATIS SUAE 37

Friedrich V. von der Pfalz (1596-1632) mit seiner Gemahlin und seinen Kindern (9 Teile)

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Medaillonkette mit den Darstellungen von Pfalzgraf Philipp (1627 - 1655), Pfalzgräfin Henriette (Fürstin von Siebenbürgen, 1626 - 1651), Pfalzgraf Moritz (1620 - 1652), Pfalfgräfin Elisabeth (Äbtissin von Herford, 1618 - 1680), Pfalzgraf Karl Ludwig (Kurfürst von der Pfalz, 1617 - 1686), das Herrscherpaar Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz (König von Böhmen, 1596 - 1632), Kurfürsten Elisabeth von der Pfalz (Königin von Böhmen, 1596 - 1662), Pfalzgraf Rupert (1619 - 1682) und Pfalzgräfin Luise Hollandine (Äbtissin von Maubuisson, 1622 - 1709).Sieben der Darstellung sind mit mit den Initialen des Künstlers versehen. Die des Herrscherpaares jedoch nicht, diese weisen auf stilistische Anregungen durch Gemälde von Hoskins d. Ä. oder van Dycks hin. Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz vermählte sich 1613 mit Elisabeth Stuart, der Tochter Jakobs I. von England. Damit waren Hoffnungen auf eine Stärkung der evangelischen Pfalz im Reich verbunden. Im Jahre 1616 heiratete die Schwester des Pfälzers, Elisabeth Charlotte, den brandenburgischen Kurprinzen Georg Wilhelm. 1619 wählte die böhmischen Stände Friedrich V. von der Pfalz zu ihrem König, womit sie die rechtmäßige Herrschaft Kaiser Ferdinand II. mißachteten. Die Unbotmäßigen votierten damit für den Glaubensgenossen Friedrich V. als Haupt der protestantischen Union. Dieser Entscheidung widersetzte sich das Haus Habsburg. Der lebenslustige und risikobereite "Winterkönig" (Freidrich V.) schöpfte die neue königliche Würde reichlich aus. Jedoch weder England noch die Niederlande oder Brandenburg konnten dem Glaubensbruder wegen eigener innenpolitischen Schwierigkeiten beistehen. Auf diplomatischen Druck Englands und Frankreichs hin verhielt sich die protestantische Union neutral, was zu einer Isolierung Friedrich V. führte (3. Juli 1620: Ulmer Vertrag). Am 8. November 1620 stand der "Winterkönig" den Heeren des Kaisers, Kursachsens und Spaniens in der Schlacht am Weißen Berg bei Prag gegenüber. Schon nach einer Stunde beherrschten die Armeen der katholischen Liga unter Tillys Kommando die Walstatt. Friedrich V. und Familie flohen zuerst zum Schwager nach Brandenburg. Im Neumärkischen Küstrin an der Oder wurde noch im selben Jahr (1620) Pfalzgraf Moritz geboren. In Gefangenschaft von Seeräubern ist er später in Algier verschollen. Pfalzgraf Ruprecht studierte 1634 gemeinsam mit dem brandenburgischen Kurprinzen (seit 1675 der Große Kurfürst genannt) in Leiden. Die einstige böhmische Königin und Tante des Hohenzollern, Elisabeth von der Pfalz, lebte seit Beginn ihres Wittums (1632) in Rhenen bei Arnheim.Die Medaillonkette wurde am 19. März 1689 unter der Inv.Nr.53 auf die Kunstkammer im Berliner Schloß gegeben. Schon das Inventar von 1694 meldete den Verlust des Miniaturporträts von Pfalzgraf Gustav, welcher einjährig starb. Inzwischen fehlen zwei weitere Bildnisse. Aleander Cooper (um 1605 London - 1660 Stockholm) - einer der bedeutendsten Miniaturmaler - war seit 1631 im Haag tätig, wo er wohl auch die Berliner Medaillonkette schuf (R.M.).SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. Auf den beiden Deckeln unter einer Königskrone: SHE? (verbunden)Porträts von links:1. rechts unten im Grund: A[C]; Rückseite: Philippus P.P. / Aet: 5: / 26 Octobrio 1632; 2. links im Grund: AC; Rückseite: Herriette P.P. / Aet. 6: / 7 Juli 1632.;3. links im Grund: AC; Rückseite: Mauritius P.P. / Aet: 11: / 6 Januari 1632.;4. Rückseite: Elisabetha, P.P. / Aet: 13: / 26 Nouem: 1632; 5. rechts unten im Grund: AC; Rückseite: Carolus. P.P.E. / Aet. 14: / 22 Decem 1632.;6. Rückseite: Federicus R•B• / AET: 36 / 16 Augus 1632.7. Rückseite: Elisabetha R• B• / Aet 36: / 19 Augus 1632;8. Rechts unten im Grund: AC; Rückseite: Rupertus P•P• / Aet: 12: / 17 Decem 1632.;9. rechts im Grund: A[C]; Rückseite: Louisa P•P•. / Aet: 10: / 8 April: 1632.;10. Porträt verschollen; Rückseite: Eduardus P•P• / Aet: 8: / 6 Octobrio 1632•; 11. Porträt verschollen; Rückseite: Sophia P•P• / Aet: 2: / 14 Octobris 1633•12. Porträt verschollen; Rückseite: Gustavus P•P• / Aet: 1: / 4 Januari 1633