Logo

Der heilige Antonius der Große verteilt Almosen

Ident. Nr.: 1343

ObjID: obj:870325

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Ambrogio di Baldese (1352 - 30.10.1429),
Maler*in
Datierung
Ausführung: 1386 - 1400
Weitere Titel
Sammlungstitel: Der heilige Antonius der Große verteilt Almosen
Übersetzung: Saint Anthony the Great Dustributes Charity
Geografische Bezüge
Florenz,
Stadt
Material / Technik
Pappelholz
Abmessungen
Bildmaß: 25,5 x 47,2 cm
Erwerbung
1821 Ankauf aus der Sammlung des Kaufmanns Edward Solly, Berlin

Objektbeschreibung

Geschichten auf Gold, Berlin 2005, S. 148-150, Sibylle Luig:

Antonius der Große, auch Antonius Abbas oder Antonius Eremita genannt, wurde um 250 v. Chr. in Ägypten geboren und gilt als Begründer des christlichen Mönchtums. Während in der Bildenden Kunst häufig die Visionen und Versuchungen des Hl. Antonius in der Wüste dargestellt werden, handelt es sich bei dieser Szene um eine Geschichte aus der Jugend des Heiligen. Die kleinformatige Predellentafel stellt den Hl. Antonius dar, wie er das elterliche Erbe an die Armen verteilt, um sein Leben als Eremit in der Wüste zu verbringen.

Auf der Tafel bringt von links ein Diener in einem kurzen roten Gewand dem Heiligen einen prall gefüllten schweren Sack. Er ist gerade durch einen Torbogen getreten, durch den man ein gotisches Fenster erkennt, das wohl auf das Elternhaus des hl. Antonius hindeuten soll.
Auf der rechten Seite ist eine Gruppe von fünf Kranken und Bettlern abgebildet. Zwei von ihnen können nicht stehen, der eine hat eine Verletzung am Bein mit einem Verband aufwändig umwickelt, der andere scheint eine permanente Lähmung zu haben; er verwendet zum Schutz der Hände, mit deren Hilfe er sich auf dem Boden fortbewegt, kleine Holzbänkchen. Darstellungen von Bettlern finden häufig sich im Zusammenhang mit den Heiligen, die sich ihres Schicksals annehmen, allen voran mit dem Hl. Laurentius, der Hl. Elisabeth von Ungarn und dem Hl. Petrus, der zuweilen allein durch seinen Schatten Lahme heilt.

Die Darstellungstradition für Bettler hat in den Illustrationen zum Triumph des Todes nach Petrarca ihren Ursprung. Während der Triumphwagen des Todes die Reichen und Gesunden unbarmherzig überrollt, lagern die Kranken und Armen abseits von seiner blutigen Fahrt. Sie, die den Tod herbeisehnen, bleiben ausgespart. Die Inschrift auf einem Fresko dieses Themas aus dem 14. Jahrhundert im Kloster Sacro Speco in Subiaco verdeutlicht den Wunsch der Kranken zu sterben: „Tu lasce noi che sempre te chiamemo / Desiderando che ne dea la morte“ (Uns, die wir dich immer rufen, damit du uns den Tod bescherst, lässt du liegen). Diese Flehgebärden werden in der Darstellungstradition der wohltätigen Heiligen zu einem Bitten um Almosen.
Eine andere Predellentafel, die den Hl. Laurentius Almosen austeilend darstellt und ebenfalls Ambrogio di Baldese zugeschrieben wird, befindet sich im Musée du Petit Palais in Paris. Der Aufbau der Darstellung folgt weitgehend dem der Berliner Tafel. Die Identifikation des Heiligen als Laurentius beruht in diesem Fall darauf, dass der Heilige, anders als im Berliner Bild, als Diakon dargestellt ist. Er trägt das traditionelle Ornat, das aus Alba, dem langen, weißen Priestergewand und Dalmatik, dem kürzeren, farbigen Überwurf besteht.
Obwohl in beiden Tafeln ein sehr ähnlicher Bildaufbau vom Künstler verwendet wurde, lässt sich über die Ergänzung solcher Details wie der Gewandung die Ikonographie des Dargestellten, gegebenenfalls den individuellen Wünschen von Auftraggebern entsprechend, verändern, ohne eine ganz neue Bildkomposition anlegen zu müssen. Es lässt sich bei Ambrogio di Baldese eine gewisse Ökonomie in Bezug auf die Wiederverwertbarkeit von Bildideen feststellen, die nicht untypisch ist für die Zeit.
Der Berliner Tafel lässt sich ein Pendant in der Acton-Sammlung in Florenz zuordnen, das eine verwandte Ikonographie aufzeigt. Dargestellt ist der Hl. Julian, ein frühchristlicher Märtyrer, der sich ebenfalls durch Wohltätigkeit den Armen und Kranken gegenüber auszeichnet. Die Tafel ist der Berliner in ihren Abmessungen (25 x 45,6 cm) sehr ähnlich und weist identische Pastigliadekoration in den vier Ecken auf. Auf der Tafel, die bereits Boskovits als dem Berliner Gemälde zugehörig vermutete, ist dargestellt, wie der Hl. Julian einen Aussätzigen über den Fluss trägt, um ihn dann in sein eigenes Bett zu legen.
Im Zusammenhang mit dem Gemälde der Sammlung Acton in Florenz wird deutlich, dass die Gesamtikonographie des Altares auf die Anteilnahme am Schicksal der Armen und Kranken, die misericordia (Barmherzigkeit), abgezielt haben muss.
Ambrogio di Baldese, der um 1352 in Florenz geboren wurde, wo er 1429 auch starb, war vor allem für öffentliche und religiöse Einrichtungen in Florenz und später auch in Prato tätig. Über die dokumentarische Überlieferung von Aufträgen, die oft dekorativer Natur waren und mit anderen Künstlern gemeinsam ausgeführt werden sollten, hinaus, ist wenig über sein Leben bekannt. Die Vermutung liegt jedoch nahe, dass das Altarbild im Auftrag einer Bruderschaft, vielleicht der „compagnia della misericordia“ entstand, deren Sitz die so genannte „Loggia del Bigallo“ im Zentrum von Florenz war und die bis 1400 zwei Räume im oberen Stockwerk des Gebäudes an Ambrogio di Baldese vermietet hatte. Mehrere Aufträge an Ambrogio für dieses Oratorium sind dokumentarisch überliefert. Das Gebäude war seit dem zweiten Viertel des 15. Jahrhunderts Sitz der Bruderschaft „del Bigallo“, die sich der Florentiner Findelkinder annahm. Zu dem Zeitpunkt, zu dem das Altarbild entstand, war die Bruderschaft der Barmherzigkeit noch alleine in der Loggia ansässig. Die Brüder hatten sich noch nicht auf die Pflege von Waisen spezialisiert und so leisteten sie alle sieben Werke der Barmherzigkeit: Hungrige speisen, Durstigen zu trinken geben, Nackte bekleiden, Obdachlose beherbergen, Kranke pflegen, Gefangene besuchen und Tote bestatten. Altartafeln mit Predellen, die diese Aufgaben der Bruderschaft nachdrücklich vor Augen führen, dürften das Oratorium geschmückt haben.


„Sechs Monate nach dem Tod seines Vaters und seiner Mutter, beseelet von einem heiligen und lebhaften Wunsch, begann er darüber nachzudenken wie die Apostel Christus gefolgt sind, allen Besitz verachtend und hinter sich lassend und wie viele Nachfolger der Apostel, ihren Besitz verkaufend, den Erlös ihnen zu Füßen gelegt haben um ihn durch ihre Hand an alle Gläubigen zu verteilen. Und dies denkend ergriff ihn eine große Sehnsucht ihnen zu folgen. Denkend an den Verdienst und die Ehre die diese so errungen hatten, trat er in eine Kirche ein, um den Gottesdienst zu besuchen. Und wie es Gott gefiel gab es sich, dass der Evangeliumstext gelesen wurde, der erzählt, wie Christus zu einem jungen Reichen sagte: ‚Wenn du perfekt sein willst, geh hin und verkaufe alles was du hast und gib es den Armen und komm mir nach und folge mir und du wirst im Himmel einen Schatz haben.’
Dieses Wort hörend als käme es nicht von einem Mann, sondern von Gott und sich vorstellend als hätte Gott es nur für ihn sagen lassen und sagte es nur für ihn, bezog er diesen Befehl auf sich und nach Hause zurückkehrend entledigte er sich allen Besitzes, ihn verteilend, verkaufend oder an die Nachbarn und Armen verschenkend. Nur für die Schwester bewahrte er einen kleinen Anteil.“
(Fra Domenico Cavalca, Vita di S. Antonio Abbate, zitiert nach: CAVALCA (ED. SORIO / RACHELI, 1858), Kap. 5 (Vita di S. Antonio Abate), S. 17-18)

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Gemäldegalerie

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Simson und Delila

Simson und Delila

Verse aus dem alttestamentarischen Buch der Richter, die von List und Verrat bestimmt sind, wurden hier von dem preußischen Hofmaler Antoine Pesne bildkünstlerisch umgesetzt. Danach (AT) war der Israelit Simson von Gott dazu auserwählt, sein Volk von der Fremdherrschaft der Philister zu befreien. Aufgrund seiner außergewöhnlichen Kraft kämpfte Simson erfolgreich gegen die Besatzer. Seine Stärke verdankte er seinen ungeschorenen Haaren, denn Gott hatte verfügt, dass kein Schermesser je sein Haupt berühren solle. Die bei den altorientalischen Völkern verankerte Vorstellung, dass üppiger Bart- und Haarwuchs Gewähr für männliche Kraft bietet, fand hier ihren Niederschlag.Simson verliebt sich in die schöne Delila und verrät ihr das Geheimnis seiner übermenschlichen Kraft. Delila verrät Simson an die Fürsten der Philister und gewährt ihnen Zugang zum schlafenden Geliebten. Die Philister schnitten Simson im Schlaf seine Locken ab und nahmen ihm so seine Stärke.Die Gruppe der Hauptfiguren bildet ein gedachtes Dreieck, das auf einem Postament angeordnet ist. Hierdurcch wird eine stabile Komposition geschaffen, welche der Unruhe der Assistenzfiguren entgegenwirkt. Unverkennbar sind die koloristischen Anregungen der flämischen und italienischen Malerei des 17. Jahrhunderts.  Der Franzose Pesne, welcher zu diesem Zeitpunkt bereits in Berlin lebte und für den Preußischen Hof arbeitete, bemühte sich 1719/20 um die Aufnahme in die Pariser Académie royale de peinture et de sculpture. Vorab schickte er seinem Freund, dem Maler und Akademiemitglied Nicolas Vleughels, zur Einschätzung eine Skizze dieser Komposition nach Paris. Möglicherweise studierte auch Jean Antoine Watteau Pesnes Federzeichnung. In der Folge entschloss sich Pesne, eine veränderte Gemäldefassung zu schaffen, mit der er sich dann im Juli 1720 erfolgreich um die Mitgliedschaft in der Pariser Akademie bewarb. Es darf angenommen werden, dass Pesne die Berliner Erstfassung nie nach Paris schickte. Sie dürfte sich später im Eigentum seines bedeutenden Schülers Christian Bernhardt Rode befunden haben.

Maria mit dem Kind

Maria mit dem Kind

Die künstlerische Zusammenarbeit war ein zentrales Thema der flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts. So spezialisierten und konzentrierten sich einige Maler auf ganz bestimmte Aufgabenbereiche. Auch in der großen Antwerpener Werkstatt von Peter Paul Rubens kam es häufig zu einem Teamwork von Spezialisten. Ein treffliches Beispiel für diese Form der Zusammenarbeit bietet das Gemälde Maria mit dem Kind.Die Bildidee geht zweifelsohne auf Rubens selbst zurück, der die stehende Gottesmutter hinter einer mit einem persischen Blumenteppich bedeckten Balustrade präsentiert. Sie blättert in einer reich ausgestatteten Handschrift und hält locker mit ihrer rechten Hand das stehende Christuskind, dem sie ihre Brust gibt. Zunächst legte wohl ein Mitarbeiter aus Rubens` gut besetzter Werkstatt, möglicherweise nach einer heute nicht mehr existierenden Skizze des Meisters, das Bild in groben Zügen an. Der Bereich der Gottesmutter und des Christuskindes wurde dann von Rubens` eigener Hand zu guter Letzt noch einmal gründlich überarbeitet. Dadurch erfuhr die Mutter-Kind-Gruppe entscheidende, eigenhändige Veränderungen, so dass sie erst unter Rubens` Pinselführung zur jetzigen Einheit zusammenwachsen konnte.Für die Rosenranken und die mit Frühlingsblumen bestückte Blumenvase bediente sich Rubens eines Spezialisten, dessen Identifizierung bis zum heutigen Zeitpunkt Probleme bereitet. Zur Diskussion stehen Jan Brueghel d. Ä. (1568-1625) und sein Sohn Jan Brueghel d. J. (1601-1678). Lange Zeit datierte man das Gemälde kurz vor Mitte der 20er Jahre und sah bezüglich der Blumen den Schöpfer in Jan Brueghel d. Ä. Heute hält man das Gemälde aus stilistischen Gründen für ein Rubenswerk der Jahre 1625/28. Da mit dem 12. Januar 1625, dem Todestag Jan Brueghels d. Ä., ein terminus ante quem für die Mitarbeit an dem Gemälde vorhanden ist, müsste man die Blumen konsequenter Weise dem Sohne zuschreiben. An der ausführenden Hand des Fruchtkorbes im rechten Vordergrund bestand hingegen in der Forschung nie ein Zweifel. Einhellig sehen in ihm die Experten den Pinselstrich des Stilllebenmalers Frans Snyders (1579-1657), mit dem Rubens eine freundschaftliche Beziehung verband und den er des Öfteren als Spezialisten für Stillleben und Tiere bei seinen Gemälden heranzog.

Roelof de Vos van Steenwijk

Roelof de Vos van Steenwijk

In ungewöhnlich großen goldenen Lettern fasst die Inschrift den Kopf des Dargestellten  (um 1504 - um 1564) ein. Dass der goldene Ring am linken Ringfinger das Wappen der holländischen Familie de Vos van Steenwijk zeigt, wurde schon im 19. Jahrhundert erkannt, allerdings herrschte lange keine Klarheit über die genaue Identität des Porträtierten. Die Identifizierung mit einem gewissen Roelof geht auf den Historiker und Genealogen Albrecht Nicolaas Baron de Vos van Steenwijk (1976) zurück. Diesem zufolge wurde Roelof 1505 als unehelicher Sohn von Reynalt de Vos van Steenwijk und Agnes van Ittersum geboren, im Februar 1537 wurde in Brüssel die Abstammung des damals etwa 31-Jährigen formal in einem Brief von Kaiser Karl V. anerkannt. Bald darauf heiratete er die Kölnerin Catharina Bellinckhausen, 1543 wird eine gemeinsame Tochter erwähnt. Vor 1548 ließ Roelof sich in Antwerpen nieder, wo er vor 1564 gestorben ist. Die aufrecht nach rechts gewandte Haltung des de Roelof Vos van Steenwijk, der aus dem Bild nach rechts und nicht auf den Betrachter blickt, spricht sehr dafür, dass dieses Porträt ursprünglich auf ein Gegenstück hin konzipiert war. Denkbar ist in Anbetracht der Tatsache, dass Roelof zwischen 1537 und 1543 geheiratet hat, dass es als Verlöbnisbild oder aber anlässlich der Eheschließung – mit einem möglichen Pendant der Gattin – in Auftrag gegeben wurde.| Christine SeidelSIGNATUR / INSCHRIFT: ANNO 1541 ETATIS SUAE 37

Friedrich V. von der Pfalz (1596-1632) mit seiner Gemahlin und seinen Kindern (9 Teile)

Friedrich V. von der Pfalz (1596-1632) mit seiner Gemahlin und seinen Kindern (9 Teile)

Medaillonkette mit den Darstellungen von Pfalzgraf Philipp (1627 - 1655), Pfalzgräfin Henriette (Fürstin von Siebenbürgen, 1626 - 1651), Pfalzgraf Moritz (1620 - 1652), Pfalfgräfin Elisabeth (Äbtissin von Herford, 1618 - 1680), Pfalzgraf Karl Ludwig (Kurfürst von der Pfalz, 1617 - 1686), das Herrscherpaar Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz (König von Böhmen, 1596 - 1632), Kurfürsten Elisabeth von der Pfalz (Königin von Böhmen, 1596 - 1662), Pfalzgraf Rupert (1619 - 1682) und Pfalzgräfin Luise Hollandine (Äbtissin von Maubuisson, 1622 - 1709).Sieben der Darstellung sind mit mit den Initialen des Künstlers versehen. Die des Herrscherpaares jedoch nicht, diese weisen auf stilistische Anregungen durch Gemälde von Hoskins d. Ä. oder van Dycks hin. Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz vermählte sich 1613 mit Elisabeth Stuart, der Tochter Jakobs I. von England. Damit waren Hoffnungen auf eine Stärkung der evangelischen Pfalz im Reich verbunden. Im Jahre 1616 heiratete die Schwester des Pfälzers, Elisabeth Charlotte, den brandenburgischen Kurprinzen Georg Wilhelm. 1619 wählte die böhmischen Stände Friedrich V. von der Pfalz zu ihrem König, womit sie die rechtmäßige Herrschaft Kaiser Ferdinand II. mißachteten. Die Unbotmäßigen votierten damit für den Glaubensgenossen Friedrich V. als Haupt der protestantischen Union. Dieser Entscheidung widersetzte sich das Haus Habsburg. Der lebenslustige und risikobereite "Winterkönig" (Freidrich V.) schöpfte die neue königliche Würde reichlich aus. Jedoch weder England noch die Niederlande oder Brandenburg konnten dem Glaubensbruder wegen eigener innenpolitischen Schwierigkeiten beistehen. Auf diplomatischen Druck Englands und Frankreichs hin verhielt sich die protestantische Union neutral, was zu einer Isolierung Friedrich V. führte (3. Juli 1620: Ulmer Vertrag). Am 8. November 1620 stand der "Winterkönig" den Heeren des Kaisers, Kursachsens und Spaniens in der Schlacht am Weißen Berg bei Prag gegenüber. Schon nach einer Stunde beherrschten die Armeen der katholischen Liga unter Tillys Kommando die Walstatt. Friedrich V. und Familie flohen zuerst zum Schwager nach Brandenburg. Im Neumärkischen Küstrin an der Oder wurde noch im selben Jahr (1620) Pfalzgraf Moritz geboren. In Gefangenschaft von Seeräubern ist er später in Algier verschollen. Pfalzgraf Ruprecht studierte 1634 gemeinsam mit dem brandenburgischen Kurprinzen (seit 1675 der Große Kurfürst genannt) in Leiden. Die einstige böhmische Königin und Tante des Hohenzollern, Elisabeth von der Pfalz, lebte seit Beginn ihres Wittums (1632) in Rhenen bei Arnheim.Die Medaillonkette wurde am 19. März 1689 unter der Inv.Nr.53 auf die Kunstkammer im Berliner Schloß gegeben. Schon das Inventar von 1694 meldete den Verlust des Miniaturporträts von Pfalzgraf Gustav, welcher einjährig starb. Inzwischen fehlen zwei weitere Bildnisse. Aleander Cooper (um 1605 London - 1660 Stockholm) - einer der bedeutendsten Miniaturmaler - war seit 1631 im Haag tätig, wo er wohl auch die Berliner Medaillonkette schuf (R.M.).SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. Auf den beiden Deckeln unter einer Königskrone: SHE? (verbunden)Porträts von links:1. rechts unten im Grund: A[C]; Rückseite: Philippus P.P. / Aet: 5: / 26 Octobrio 1632; 2. links im Grund: AC; Rückseite: Herriette P.P. / Aet. 6: / 7 Juli 1632.;3. links im Grund: AC; Rückseite: Mauritius P.P. / Aet: 11: / 6 Januari 1632.;4. Rückseite: Elisabetha, P.P. / Aet: 13: / 26 Nouem: 1632; 5. rechts unten im Grund: AC; Rückseite: Carolus. P.P.E. / Aet. 14: / 22 Decem 1632.;6. Rückseite: Federicus R•B• / AET: 36 / 16 Augus 1632.7. Rückseite: Elisabetha R• B• / Aet 36: / 19 Augus 1632;8. Rechts unten im Grund: AC; Rückseite: Rupertus P•P• / Aet: 12: / 17 Decem 1632.;9. rechts im Grund: A[C]; Rückseite: Louisa P•P•. / Aet: 10: / 8 April: 1632.;10. Porträt verschollen; Rückseite: Eduardus P•P• / Aet: 8: / 6 Octobrio 1632•; 11. Porträt verschollen; Rückseite: Sophia P•P• / Aet: 2: / 14 Octobris 1633•12. Porträt verschollen; Rückseite: Gustavus P•P• / Aet: 1: / 4 Januari 1633