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Gekreuzigter Christus

Ident. Nr.: 45

ObjID: obj:870633

Details (Expert)

Beteiligte
Antonio Bonvicino (1401/1415),
Bildhauer*in
Datierung
Datierung: um 1425
Systematik/Art
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: Venedig
Abmessungen
Höhe x Breite: 442 x 173 cm (Kreuz)
Länge: Länge des Christus vom Kopf bis zum Zeh 1,94 cm
Breite: Breite des Christus(Arme) 168 cm
Tiefe: 60 cm gesamt
Gewicht: 40 kg (Gesamtmaß)

Objektbeschreibung

Von Antonio Bonvicino war bisher lediglich ein von Jacobello del Fiore bemalter Kruzifixus in der Pfarrkirche Santi Apollinare e Cristoforo in Casteldimezzo, nahe Pesaro gelegen, bekannt. Vor kurzem konnte ihm eine Reihe von Holzbildwerken zugeordnet werden, unter denen der Berliner Kruzifix wegen seiner prominenten Herkunft aus dem Magazin von Santa Maria Gloriosa dei Frari in Venedig von besonderem Gewicht ist. Es wird vermutet, dass das kolossale Bildwerk für den Triumphbogen am Eingang zur ›cappella maggiore‹ dieser Kirche bestimmt war und im Zusammenhang mit der Fertigstellung von deren Vierung gegen 1425 angefertigt worden ist.

Letzte Aktualisierung: 10.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Allegorie des Wahnsinns

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Die auf einem Segmentbogen lagernde Aktfigur eines kahlköpfigen, finster dreinblickenden Mannes scheint in einem Anfall von Wut mit weit geöffnetem Mund zu brüllen. Aufgrund seines unberechenbaren Temperaments sind die Hände an den Gelenken miteinander verkettet. Nicht nur der sanft geschwungene Giebel, auch die Komposition der darauf ausgestreckten Figur erinnert an Michelangelos lagernde, die Zeiten des Tages symbolisierende Gottheiten aus der Medici-Kapelle in San Lorenzo in Florenz. Insbesondere das Motiv des sich auf dem Unterarm stützenden Armes, der die Aufrichtung des Oberkörpers erlaubt, ist Michelangelos Figur des „Abends“ entlehnt.Das bei seiner Erwerbung 1908 zunächst noch Pietro Tacca (1577-1640) zugeschriebene Modell konnte inzwischen mit überzeugenden Argumenten dem dänischen und überwiegend in England tätigen Bildhauer Caius Gabriel Cibber zugewiesen werden. Die hier dargestelte Allegorie des Wahnsinns ist das Pendant zur Liegefigur der Melancholie, die der Bildhauer als Giebelfiguren für das Hauptportal des Royal Bethlem Hospitals in Moorfields schuf. Das 1247 in Bedlam, vor den Toren Londons gegründete Hospital war seit dem Ende des 14. Jahrhunderts ein Heim für Geisteskranke. Als die Stadt 1666 einem Brand weitgehend zum Opfer fiel, ließ man zwischen 1674 bis 1676 einen Neubau nach den Plänen des Architekten Robert Hooke (1635-1703) außerhalb der Stadt in Moorfields errichten, wofür Cibber schließlich die beiden lebensgroßen Liegefiguren in Stein schuf. Bei dem hier ausgestellten Werk handelt es sich um einen ersten künstlerischen Entwurf des Künstlers.