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Maria

Ident. Nr.: 8391

ObjID: obj:870818

Details (Expert)

Beteiligte
Joseph Anton Feuchtmayer (1696),
Bildhauer*in
Datierung
Datierung: 1717/1719
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 162 x 74 x 54 cm

Objektbeschreibung

Die Anmut ihrer Bewegung, der noble Ausdruck ihres Gesichtes, ihre modische Frisur und nicht zuletzt die Pracht ihrer Kleidung mögen zur außergewöhnlichen Popularität dieser Gewandfigur beigetragen haben. Und dennoch blieb die Identität der häufig als Maria deklarierten Skulptur wie auch ihre ursprüngliche Verwendung bis heute ungeklärt. Das zur Seite gewendete Haupt mit den nach unten blickenden Augen wie auch der als Wolke gestaltete Sockel weisen auf eine erhöhte Anbringung hin. Für eine Identifizierung als im Himmel schwebende Immaculata, d. h. die jungfräulich Empfangene, fehlen jedoch die Attribute: Solche Marienfiguren stehen in der Regel auf der Mondsichel über der Weltkugel. Überdies haben sie den Fuß auf die Schlange gesetzt, als Zeichen des Sieges über die Häresie. Thematisch am überzeugendsten erscheint die Darstellung als Himmelfahrt Mariens, die, von Engeln getragen, zu den um das offene Grab versammelten Aposteln niederblickt. Zu den wichtigsten Werken Joseph Anton Feuchtmayers gehören die Chorgestühle in den Klosterkirchen in Weingarten und in St. Gallen sowie die Gesamtausstattung in der Wallfahrtskirche in Birnau.

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Blattornamenten

Würfelkapitell mit Blattornamenten

Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)