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Die Villa des Maecenas

Ident. Nr.: 73.3

ObjID: obj:870877

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Charles-François de Lacroix, gen. Lacroix de Marseille (1700 oder 1720),
Maler*in
Datierung
Ausführung: 1764
Weitere Titel
Sammlungstitel: Die Villa des Maecenas
Übersetzung: The Villa of Maecenas in Tivoli
Material / Technik
Leinwand
Abmessungen
Bildmaß: 97 x 113 cm
Erwerbung
1973 Ankauf aus der Kunsthandlung Cailleux, Paris

Objektbeschreibung

Das östlich bei Rom gelegene Tivoli mit den Wasserfällen des Flusses Anio war schon in der Antike eine beliebte Sommerresidenz wohlhabender Bürger der Hauptstadt des Kaiserreichs. Es handelt sich hier um eine Vedute, die idealisierte Natur mit einem Symbol weltlicher Macht in Form einer erhabenen Ruine frei miteinander kombiniert. Im Vordergrund wird die Komposition durch eine hell bunte Figurenstaffage belebt. Der Maler hielt sich seit 1754 viel in Italien und der Provence auf. In den 1770er und 1780er Jahren stellte er seine von den Zeitgenossen hoch geschätzten Landschaften regelmäßig in Paris aus. Wie auch sein Gegenstück, eine Ansicht des Vestatempels (Kat. Nr. 73.4), gehört das Gemälde zu einer Vielzahl malerischer Darstellungen der Gegend rund um Tivoli und seiner Sehenswürdigkeiten wie sie von zahlreichen Künstlern des 18. und 19. Jahrhunderts überliefert sind.

SIGNATUR / INSCHRIFT: rechts unten: DeLacroix 1764

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Gemäldegalerie

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Lustige Gesellschaft auf einer Terrasse

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Der aus Südtirol stammende, in den 1720er und 1730er Jahren an der Wiener Akademie ausgebildete und dort arbeitende Johann Georg Platzer orientierte sich an den Antwerpener Kleinmeistern des 17. Jahrhunderts sowie an der Pariser Malerei des 18. Jahrhunderts. Er schuf vorrangig Feinmalereien auf Kupfer, bei denen es sich häufig um beliebte Objekte für anspruchsvolle Kunstkammern handelte. Dazu muss auch das wohl in die Wiener Zeit zu datierende Berliner Gemälde gezählt werden. Es ist ein typisches Beispiel für Platzers in leuchtenden Farben mit feinem Pinsel auf dünner Grundierung ausgeführte Gesellschaftsstücke mit ihren dicht gefüllten Bildräumen.Eine heitere Gesellschaft bevölkert einen durch die Staffageearchitektur rechts und den Brunnen links begrenzten Garten. Links im Vordergrund reicht ein sitzender junger Kavalier  das eben gefüllte Weinglas der neben ihm stehenden Dame, die einen auffälligen, aus einem Blumenkranz, einer Feder und einem transparenten Schleier bestehenden Kopfputz trägt. Ein Knabe bietet dem Paar Früchte in einer reich verzierten Schale dar. Insbesondere die aufgeschnittene Melone verdeutlicht die darin enthaltene Einladung zum sinnlich erotischen Genuss. Hinter der Stuhllehne erhebt ein weiterer Mann scheinbar mahnend den Zeigefinger. Beobachtet wird dieses Geschehen von zwei im zentralen Bogen der Gartenarchitektur stehenden Männern.Frisuren und Kostüme sind nicht zeitgenössisch, sondern scheinen sich an solche der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts anzulehnen. Mit seinem Berliner Bild verweist Platzer auf Genrebilder mit musizierenden, tanzenden und trinkenden Paaren im Freien vor allem der flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts (zum Beispiel Rubens' "Liebesgarten" im Prado, Madrid). Mit diesem in seinem Werk regelmäßig auftretenden inhaltlichen und formalen Rückbezug auf eine frühere Blütezeit der Malerei apelliert der Künstler an den Geschmack einer Sammlerschicht, die mit der Bildsprache dieser Vorbilder vertraut war.In Format und Bildaufbau offenbart das Berliner Bild enge Verwandtschaft zu den ebenfalls in die Wiener Zeit zu rechnenden Pendants "Allegorie des Gehörs" und "Allegorie des Geschmacks" (Graz, Alte Galerie am Landesmusem Joanneum). Zudem ähneln Kleid und Kopfputz der Frauenfigur jenen einer ebenfalls in Graz bewahrten "Tamburinschlägerin mit Flöte spielendem Kavalier". Krapf (2014) ordnet die angeführten Werke innerhalb Platzers Werk in die Gruppe der frühen Konversationsstücke ein.