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Christus und Johannes

Ident. Nr.: 7724

ObjID: obj:870888

Details (Expert)

Beteiligte
Datierung
Datierung: um 1350/1360
Material / Technik
Lindenholz, ohne Fassung
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 88,5 x 24,5 x 50 cm

Objektbeschreibung

Johannes ist wie im Schlaf an die Brust des Herrn gesunken. Sein gelockter Kopf liegt fast waagerecht vor der rechten Schulter, das breite Gesicht mit geschlossenen Augen und leicht geöffnetem Mund ist das eines Schlafenden. Seine linke Hand liegt kraftlos auf dem linken Knie; der weit ausgestreckte rechte Arm und die das rechte Knie Christi umfassende Hand wirken gleichwohl herabgesunken, nachdem sie zuvor in der Rechten des Herrn gelegen haben mögen. Tatsächlich scheint der Moment nach dem innigen Ineinanderliegen der Hände („dextrarum iunctio“) dargestellt zu sein. Christus sitzt hoch aufgerichtet mit frontal nach vorn gewandtem Blick und hat die Linke freundschaftlich auf die Schulter des Johannes gelegt, während seine Rechte liebkosend, segnend und zugleich stützend das Haupt des Jüngers berührt. Die langen Haupt- und Barthaare sind jeweils streng gescheitelt und durch einfache Rillen strukturiert. Beide Figuren tragen ein schlichtes Gewand mit weitem Mantel, der oberhalb der Brust zusammen gehalten wird. Unter den bodenlangen Gewändern schauen die Fußspitzen hervor, anders als bei der älteren Konstanzer Gruppe auch der rechte des Johannes. Der auffallende Gegensatz zwischen der hoch aufgerichteten, wachenden, aktiven Gestalt Christi und dem im Schlaf fast nach vorn fallenden, zusammengesunkenen Johannes ist im Vergleich zu den früheren Darstellungen schärfer betont (siehe Inv. Nr. 7950).

(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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