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Heiliger Bischof

Ident. Nr.: III.37/1

ObjID: obj:870916

Details (Expert)

Beteiligte
zugeschrieben: Cennino di Drea Cennini (1370 - 1440),
Maler*in
Weitere Titel
Sammlungstitel: Heiliger Bischof
Übersetzung: Holy Bishop
Geografische Bezüge
Italien,
Land
Material / Technik
Pappelholz
Abmessungen
Bildmaß: 99,8 x 44,6 cm

Objektbeschreibung

Die beiden Tafeln sind 2008 restauriert und intensiv erforscht worden. Wie viele Zeugnisse spätmittelalterlicher Sakralkunst sind sie als Fragmente auf uns gekommen, die möglicherweise zu einem Altarwerk oder Retabel gehörten. Dort mögen sie zu den Seiten einer größeren, verschollenen Mitteltafel in ein geschnitztes Rahmenwerk eingefügt gewesen sein – als plausibel gilt auch eine Funktion als Türen liturgischer Möbel oder eines Tabernakels. Zwei weitere Tafeln desselben Gesamtwerks sind darüber hinaus bekannt, die die Heiligen Ursula und Barbara zeigen. Die vier Stücke kamen wohl zusammen zwischen 1817 und 1819 in Sollys Berliner Sammlung. Allem Anschein nach waren sie jedoch schon deutlich früher aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang gerissen worden: Nicht nur sind die inzwischen nicht mehr in Berlin erhaltenen beiden Fragmente beschnitten, sondern sie wurden auch nicht als zusammengehörig erkannt. 1820 nahm der Altertumsforscher Ernst Heinrich Toelken die Tafel mit dem Heiligen Papst auf, merkwürdigerweise als »Brustbild«. Bei der Ordnung und Inventarisierung der angekauften Sammlung 1823 verzeichnete sein Kollege Aloys Hirt, der zunächst für die künftige Gemäldeabteilung des zu gründenden Museums verantwortlich war, allein für dessen geplante Schausammlung fast einhundert Altarbilder und Fragmente des Tre- und Quattrocento aus der gerade erworbenen Sammlung Solly. Darunter fanden sich auch unsere Tafeln, die Hirt Spinello Aretino zuschrieb, was von Hirts Nachfolger Gustav Friedrich Waagen – ein seltener Fall – unwidersprochen blieb. 

Die Gemälde stammen aus dem direkten Umfeld des Giotto-Nachfolgers Agnolo Gaddi, der in den 1370er bis 90er-Jahren in Florenz eine ebenso große wie prestigereiche Werkstatt betrieb. Die beiden weiblichen Heiligenfiguren werden heute diesem Meister zugeschrieben. Komposition und Ausführung der Malerei sowie die Punzierung der Heiligenbilder erfolgten nach standardisiertem Muster und teilweise nach Schablonen. Die ungesicherte Zuschreibung an Cennino Cennini beruht auf Stilvergleichen mit Arbeiten, die dem Künstler sicher zugewiesen werden können. Dessen Ruhm gründet sich allerdings weniger auf seine Werke als auf sein Traktat Il libro dell’arte (»Das Buch von der Kunst«). Darin gibt er Einblick in Werkstattpraxis und Selbstverständnis der damaligen toskanischen Maler – »um all jene zu ermuntern, die zur Kunst kommen wollen« – und hinterließ uns so eine der Hauptquellen mittelalterlicher Malereigeschichte.

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Ein Teil einer Seitentafel eines Altarwerkes. Die traditionelle Identifizierung als Augustinus, seit 395 Bischof von Hipp, gilt heute als unsicher, weil persönliche Attribute fehlen. Die Benennung wurde wohl durch Ornat und Buch veranlasst, diese sind aber allgemeines Kennzeichen der Kirchenlehrer. Sie könnten allerdings, unter anderem, auch nur auf die Ausübung des Predigtamtes hinweisen.

SIGNATUR / INSCHRIFT: La prima dell'Annu(n)tiata qua(n)do N(ostr)a Don(n)a vi(si)tò S(an)ta Lisabetta. Chome i magi in su chavagli vanno a offerer. Quando Xpo resu(s)cita Lazaro.

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Gemäldegalerie

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Die Auferstehung Christi

Die Auferstehung Christi

»Nun, da ich die Methoden dieser Kunst zu verstehen beginne, grämt es mich, dass sie mir nicht den Auftrag erteilen, das gesamte Rund der Stadtmauern von Florenz mit Geschichten zu bemalen.« Diese Aussage soll Domenico Ghirlandaio gegenüber seinem Bruder Davide geäußert haben, nachdem er den Chor der Dominikanerkirche S. Maria Novella ausgeschmückt hatte. Die Fresken sind heute nochzu sehen und gehören zu den künstlerischen Höhepunkten eines Florenzbesuchs. Doch Ghirlandaio war nicht nur ein bemerkenswerter Freskant, er ist auch für die Gemälde des Hochaltars verantwortlich, die Anfang des 19. Jahrhunderts veräußert wurden. Die Mitteltafel der Vorderseite, Maria mit dem Kinde und Heiligen, befindet sich heute in der Alten Pinakothek in München; die heute in der Gemäldegalerie in Berlin aufbewahrte Auferstehung nahm die Rückseite des Altarbilds ein, die nur für die Priester sichtbar war. Um die Mitteltafel und an den Seiten waren drei Heiligenpaare angeordnet. Zwei dieser Heiligen befanden sich einst in der Gemäldegalerie und wurden vermutlich im Mai 1945 in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs zerstört (Abb. links).Die Auferstehung zeigt Jesus Christus am Ostermorgen, wie er dem Grab entsteigt und die vier römischen Soldaten, die es bewachen, in Schrecken versetzt. Ghirlandaio wich hier stark vom Inhalt der Heiligen Schrift ab: Das Grab Christi befand sich in einer Höhle und nicht unter freiem Himmel und keinesfalls wies es die Inschrift INRI auf (Jesus von Nazareth, König der Juden), die oben an seinem Kreuz angebracht gewesen sein soll. Auch der Pelikan, der seine Jungen mit demeigenen Blut nährt, entwickelte sich erst viel später zu einem Symbol Christi. Der Maler wollte hier die Theatralik der Szene betonen: Jesus scheint beinahe von einer unsichtbaren Maschinerie in die Luft gehoben, während die Soldaten ihre Überraschung und Angst zu überspielen suchen. Während des 19. Jahrhunderts erfuhr Ghirlandaio für seinen Sentimentalismus große Bewunderung, wurde von einigen Ästheten genau aus diesem Grund jedoch auch stark kritisiert. Der Landschaft in diesem Gemälde gebührt die gleiche Beachtung wie der bemerkenswerten Szene im Vordergrund. Auf der linken Seite nähern sich die drei Marien, die gleich das leere Grab Christi entdecken werden (ihre Namen variieren je nach Evangelium). Dahinter erkennt man im blauen Dunstschleier eine Stadt imflämischen Stil, mit einer besonderen Nähe zur Malweise des Hugo van der Goes. Am 28. Mai 1483 traf Van der Goes’ Bild für den Hochalter von S.’Egidio in Florenz ein (jetzt in den Uffizien), Domenico Ghirlandaio änderte daraufhin seine Vorstellung von Tafelmalerei.Ghirlandaio vollendete weder das Altarbild für S. Maria Novella, noch war es ihm vergönnt, die Stadtmauern von Florenz zu bemalen, wie er gehofft hatte: 1494 starb er im Alter von 45 Jahren an der Pest. Es hat etwas Bewegendes, stellt man sich vor, dass der Tod den Maler während der Arbeit an dieser Auferstehung ereilte, deren Botschaft die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod enthielt. Giorgio Vasari zufolge wurde dieser Teil des Bildes von Ghirlandaios Brüdern Davide undBenedetto fertiggestellt. Kritiker stimmen jedoch darin überein, dass die Landschaft von einem anderen Künstler stammen muss, in dem man Ghirlandaios Schüler Francesco Granacci sah, der heute als Pseudo Granacci bezeichnet wird. Trotz dessen Mitwirkens kann die Auferstehung als eines der letzten Meisterwerke von Domenico Ghirlandaio gelten. Neville Rowley | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2019________________________________________“Now that I have begun to understand the methods of this art, it grieves me that they will not commission me to paint the whole circuit of the walls of the city of Florence with stories.” This is what the painter Domenico Ghirlandaio is reputed to have said to his brother Davide, after having finished decorating the choir of the Dominican Church of Santa Maria Novella. The frescoes are still in place and are one of the highlights of any visitor who discovers Florence. But Ghirlandaio was not only a remarkable fresco painter: he was also responsible for the gigantic altarpiece adorning the chapel, dispersed at the beginning of the 19th century. The Virgin and Child in Glory among Saints which occupied the central compartment on the front side is now to be seen in Alte Pinakothek in Munich; as for the present Resurrection now in the Gemäldegalerie in Berlin, it was on the other side of the altarpiece, only visible to priests. Around the central panels and on the lateral sides of the altarpiece, three pairs of saints were displayed; two of these saints, once part of the collection of the Gemäldegalerie, were probably destroyed in May 1945 in the last days of the Second World War (fig. left).The Resurrection shows Jesus-Christ on Easter morning, coming out of his tomb, to the complete astonishment of the four Roman soldiers charged to guard his sepulture. Ghirlandaio freed himself largely from the Holy Scriptures: Christ’s tomb was set in a cave and not in the open air; and it was certainly not inscribed with the acronym “I.N.R.I.” (Jesus Christ King of Nazareth), placed instead on top of his cross, nor with the Pelican who fed his children with his blood, a symbol of Christ adopted much later (it is true that the inscription appears to have been painted over a former one). What mattered for the painter was to accentuate the theatrical character of the scene: Jesus seems to be pulled into the air by some backstage machinery, while the soldiers over-play their surprise and their fear. During the 19th century, Ghirlandaio was greatly admired for his sentimentalism; and also despised by a few aesthetes for this very reason.The landscape of this painting is to be admired on the same level as the ostentatious foreground. On the left side, we see the three Mary who, soon, will discover the empty tomb of Christ (their identities vary according to the gospels). Further on, one distinguishes a city in a blue mist, painted like in a Flemish style, and close in particular to Hugo van der Goes. On 28 May 1483, the high altarpiece of the church of Sant’Egidio, painted by Van der Goes, had arrived in Florence (it is now in the Uffizi); from that moment on, Domenico Ghirlandaio changed his conception of panel painting.Ghirlandaio did not have time to finish the Santa Maria Novella altarpiece, nor to fresco the whole circuit of the walls of Florence, as he had hoped: he died from the plague in 1494, only aged 45. There is something moving about imagining the painter agonizing while trying to complete this Resurrection, whose religious message is to give hope in a life after death. According to Vasari, this part of the altarpiece was completed by the painter’s brothers, Davide and Benedetto; but critics nowagree that the landscape is due to another artist, long confused with the pupil of Ghirlandaio Francesco Granacci and now known as the “Pseudo Granacci”. Despite the latter’s intervention, one can fully consider the Resurrection as one of the last masterpieces by Domenico Ghirlandaio. Neville Rowley | 200 Masterpieces of European Painting - Gemäldegalerie Berlin, 2019