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Anna Parolini Guicciardini

Ident. Nr.: 372A

ObjID: obj:870982

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Agostino Carracci (1557-1602),
Maler*in
Datierung
Ausführung: 1598
Systematik/Art
Weitere Titel
Sammlungstitel: Anna Parolini Guicciardini
Übersetzung: Anna Parolini Guicciardini
Geografische Bezüge
Herstellungsort: Italien,
Land
Material / Technik
Leinwand
Abmessungen
Bildmaß: 96,4 x 76,9 cm
Erwerbung
1882/83 Ankauf aus der Kunsthandlung H. O. Miethke, Wien

Objektbeschreibung

Obwohl behauptet wurde, dass dieses späte Porträt in Rom ausgeführt wurde, ist die Anwesenheit von Agostino Carracci in Bologna für den Monat Mai 1597 dokumentarisch belegt, was sehr wahrscheinlich auch das kommende Jahr betrifft. In der Tat gehörte die dargestellte Person zu einer Familie aus Bologna, Stadt, wo sie auch vermutlich wohnte als Agostino ihr Bildnis ausführte. Offensichtlich war die Dame mit Ortensio Parolini und dessen Neffen Virginio Guicciardini verwandt. Beide Gestalten waren wohlhabende Bürger von Bologna (Zapperi 1987, S. 18-19 Anm. 24).
Agostino ist erst ab Januar 1599 in Rom dokumentiert, am 20. August jenes Jahres scheint er die ewige Stadt schon verlassen zu haben.

"[...] Obwohl es ein Spätwerk ist, zeigt es in der Farbigkeit, dem eigentümlichen bräunlichen Weinrot des Grundes im Zusammenklang mit dem Grau des Kleides und auch in der kräftigen, plastisch gerundeten Modellierung noch den Einfluß von Agostinos Lehrer Passerotti, dem wichtigsten Porträtmaler in Bologna vor den Carracci. Von den rhetorischen Gesten und Posen der Figuren Passerottis unterscheidet sich Agostinos Porträt durch eine gelassene Würde und zugleich unkomplizierte Direktheit, mit der der Blick den Betrachter trifft, durch eine ganz neue Natürlichkeit und "Naturwahrheit [...]" I Schleier I

Es wurde neulich ein Porträt von Virginio Guicciardini, mutmaßlicher Ehemann von Anna Parolini Guicciardini, in einer Privatsammlung gefunden, welches als Pendant des Berliner Bildnis (identisch ist wohl das bräunliche Weinrot des Grundes, wobei auch die Maße sehr ähnlich sind: 100 x 80 cm) fungiert haben könnte (Schleier 2005). Im Inventar (10. April 1612) der Güter der am 23.1.1612 verstorbenen Mutter von Virginio, Paola Parolini Guicciardini, als Autor des Porträts ihres schon am 20. Juli 1609 verstorbenen Sohnes ist Pietro Faccini genannt. Eine Zuschreibung, die als glaubwürdig eingestuft worden ist.

SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. rechts oben: HANNAE PAROLINAE GVCCIARDINAE / IMAGINEM AVGUST. CARRATIVS / PINXIT ANNO 1598

Die aus dem 19. Jh. stammende Aufschrift auf der Rückseite der Doublierleinwand lautet:
´Di Giuseppe Dal Ferro di Bologna`
Von dieser Gestalt ist bisher nichts bekannt.

Letzte Aktualisierung: 20.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Gemäldegalerie

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