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Junge Dame vor dem Spiegel

Ident. Nr.: 838

ObjID: obj:871449

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Frans van Mieris d. Ä. (1635 - 1681),
Maler*in
Datierung
Ausführung: um 1665
Weitere Titel
Sammlungstitel: Junge Dame vor dem Spiegel
Übersetzung: Young Lady in front of a Mirror
Geografische Bezüge
Holland,
Region
Material / Technik
Eichenholz
Abmessungen
Bildmaß: 31,5 x 24,8 cm
Erwerbung
1843 Ankauf auf der Versteigerung der Sammlung des Verlegers Georg Andreas Reimer, Berlin

Objektbeschreibung

Prüfend blickt die junge Frau in den Wandspiegel. Sie trägt ein aufwendig gearbeitetes Mieder aus weißer Seide mit goldenen Stickereien, Raffungen und blauen Perlen im Schulterbereich. Von derselben Farbe sind die mit einer Goldborte versehenen Seidenschleifen der Schnürung und des Haarschmucks. Ordnend greift die junge Dame mit der linken Hand in die schwarzen Rockschöße um sich Bewegungsfreiheit für die Drehung des Körpers vor dem Spiegel zu verschaffen, während ihre rechte mit anmutiger Geste eine weitere Schleife an das bereits von einer Perlenkette gezierte Dekolleté führt. Zwischen ihr und dem Spiegel steht ein quadratischer Tisch mit einem Orientteppich als Überwurf. Darauf befinden sich eine silberne Schatulle und ein Brief mit gebrochenem Siegel. Im Schatten der Kammer ist eine Schwarze Zofe mit einem weiteren, metallbeschlagenen Holzkästchen an den Tisch herangetreten. Nur die sanften Lichtreflexe auf ihrem Perlenohrring und der exotischen Tracht lenken die Aufmerksamkeit auf das Mädchen. Sein leicht geöffneter Mund und der aufmerksam auf die Herrin gerichtete Blick spiegeln deren Faszination für das eigene Spiegelbild. In den am Sklavenhandel beteiligten Niederlanden wurden afrikanische Hausdiener als exotische Luxusgüter betrachtet und unterstrichen den großen Wohlstand ihrer Besitzer.
Das Bild entstand im Kontext intimer Genreszenen, die sich in den Niederlanden seit der Mitte des 17. Jahrhunderts großer Beliebtheit erfreuten und Personen im privaten Bereich ihrer Wohnungen zeigten. Dazu gehörte das zugleich attraktive und moralisch ermahnende Thema der jungen Frau vor dem Spiegel. Dieser stand als wichtigstes Attribut der Eitelkeit sinnbildlich für den Hochmut (Superbia) und war meist mit der Warnung vor der Vergänglichkeit alles Weltlichen (Vanitas) verknüpft. Neben Frans van Mieris, der sich des Sujets in Variationen mehrfach annahm, widmeten sich weitere niederländische Maler des Bildthemas der jungen Frau bei der Toilette, etwa Gerard ter Borch und Jan Vermeer. Die mitunter großen motivischen Ähnlichkeiten, beispielsweise zu Vermeers Junger Dame mit dem Perlenhalsband, lassen auf einen engen Kontakt der Genremaler dieser Epoche schließen. Neben dem sehr ähnlich angelegten Spiegelmotiv sorgt auf beiden Bildern ein im Bildvordergrund platzierter, angeschnittener Stuhl als kompositorisches Element für mehr Raumtiefe und öffnet den Bildraum zugleich zum Betrachter hin. Die von Mieris über die Stuhllehne geworfene rote Samtjacke mit weißem Pelzbesatz ist ein modisches Accessoire und gibt ihm Gelegenheit, seine illusionistische Perfektion in der Wiedergabe verschiedener Materialien unter Beweis zu stellen. Der Maler verstärkt damit auch die Intimität des Moments, da die junge Frau sich offensichtlich im Prozess des Ankleidens befindet und dem Betrachter ihr tiefes Dekolleté präsentiert.
Rätsel gibt der lesende Mann im Nebenzimmer auf, der durch den Türbogen im rechten Bildhintergrund zu sehen ist. Am Geschehen im Vordergrund gänzlich unbeteiligt, ist er im Gestus melancholischer Innenschau – dem auf die Hand gestützten Kopf – ganz in die Lektüre vertieft. Denkbar ist, dass Mieris diese Figur der Komposition als Sinnbild des entgegengesetzten Lebensprinzips zur oberflächlichen Selbstbeschau der schönen Dame im Vordergrund beigefügt hat. Sarah Salomon | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2019

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The young woman looks inquiringly at the mirror on the wall. She wears an elaborately worked bodice of white silk with golden embroidery, gathers, and blue pearls around the shoulders. The gold-bordered silk bows on its fastening and in her hair are of the same colour. The young lady grasps her black skirts with her left hand to arrange them and free herself to turn her body towards the mirror, while her right hand, with a graceful gesture, takes a further bow to her décolleté, which is already adorned with a pearl necklace. Between her and the mirror stands a square table with an oriental carpet draped over it. On this are a silver casket and a letter with the seal broken. In the shadows of the room, a Black maid carrying another wooden casket with metal fittings has come to the table. Only the gentle reflections of light on her pearl earring and her exotic dress draw attention to this girl. Her slightly open mouth and attentive gaze at her mistress are a mirror of the lady’s fascination with her own mirror image. In the Netherlands, which engaged in the slave trade, African domestic servants were regarded as luxury goods that emphasised the great wealth of their owners. 

This picture was painted in the context of the intimate genre scenes that were highly popular in the Netherlands from the mid-17th century and showed people in their private sphere at home. They included the subject, both attractive and morally admonishing, of the young woman at a mirror. This item was the most important attribute of vanity, symbolising pride (superbia), and was usually linked to a warning about the transitory nature of all that is worldly (vanitas). In addition to Frans van Mieris, who tackled variations on the theme a number of times, other Dutch painters such as Gerard ter Borch and Jan Vermeer took up the subject of the young woman at her toilet. The sometimes striking similarities of motif, for example compared to Vermeer’s Young Woman with a Pearl Necklace, suggest close contact between the genre painters of this era. Alongside the mirror motif with its very similar arrangement, in both paintings a chair placed in the foreground and cropped acts as an element of composition to create greater spatial depth while at the same time opening the space towards the beholder. The red velvet jacket with trimmings of white fur thrown over the back of the chair is a fashionable accessory that gives van Mieris the opportunity to demonstrate his perfect illusionist mastery at depicting different materials. In this way, the artist also enhanced the intimacy of the moment, as the young woman is clearly still engaged in dressing, and presents her wide-open décolleté to the viewer. 

The man reading in the adjacent room, which can be seen through the arched doorway in the background on the right, is puzzling. Completely uninvolved in what is happening in the foreground, he is entirely immersed in reading with a gesture of melancholy introspection, his head supported on his hand. It is possible that van Mieris added this figure to the composition to symbolise a life led on the opposite principle to the superficial self-inspection of the fine lady in the foreground. Sarah Salomon| 200 Masterpieces of European Painting - Gemäldegalerie Berlin, 2019

Letzte Aktualisierung: 30.06.2026

Kontakt

Einrichtung:

Gemäldegalerie

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Kardinal Ludovico Trevisan

Kardinal Ludovico Trevisan

Mantegnas außergewöhnliches Porträt zeigt den in Venedig geborenen Ludovico Trevisan (1401-1465), der auch unter dem Namen Scarampi oder Mezzarota bekannt ist. Es entstand zwischen dem 27. Mai 1459 und dem 8. Februar 1460 während des Fürstenkongresses von Mantua, auf dem Papst Pius II. um Unterstützung für den Kampf gegen die Osmanen warb. Trevisan war als reicher, mächtiger und gebildeter Mann innerhalb der kirchlichen Hierarchie aufgestiegen; 1435 wurde er Bischof von Trau, 1437 Erzbischof von Florenz, 1439 Patriarch von Aquileia und am 1. Juli 1440 Kardinal und zugleich Kämmerer (camerlengo) des Heiligen Stuhls. In der Schlacht von Anghiari stellte er 1440 seine militärischen Fähigkeiten als Befehlshaber der päpstlichen Truppen im Kampf gegen den Mailänder General Niccolò Piccinino unter Beweis. 1457 führte er eine erfolgreiche Seekampagne gegen die Türken im östlichen Mittelmeer und kehrte im März 1459 nach Rom zurück. Auf dem Kongress von Mantua wandte er sich gegen die Kreuzzugspläne Papst Pius’ II. und opponierte öffentlich gegen den venezianischen Kardinal Pietro Barbo, den späteren Papst Paul II. Er stand in Kontakt mit den bedeutendsten Humanisten und Antiquaren seiner Zeit, darunter Niccolò Niccoli, Poggio Bracciolini und Cyriacus von Ancona. Zudem trug er eine außergewöhnliche Sammlung von Kunstwerken und Altertümern darunter Münzen, Kameen, Gemmen und Bronzebüsten zusammen (s. das Inventar seiner Sammlungen in Florenz, publiziert bei Bagemihl 1993). Um 1461 beschäftigte er den Medailleur und Goldschmied Cristoforo di Geremia aus Mantua, der sich in Rom mit Altertümern befasst hatte und dem die Portraitmedaille mit offensichtlichen Rekursen auf römische Münzen (s. unten) zugeschrieben wird.Mantegnas Bildnis ist ein Meilenstein der italienischen Porträtkunst. Qualitäten der klassischen Skulptur werden in dieser Tafel auf die Malerei übertragen, sodass sich die Forderung des Dichters und Humanisten Ulisse degli Aleotti an den Künstler, der »in der Malerei [ein Bild] lebensnah und wahr herauszumodellieren und zu formen habe« wie ein Bildhauer (scolpi in pictura [l’imagine] propria viva et vera; s. Kristeller 1902, S. 488), zu erfüllen scheint. Der rote Klerikermantel oder ferraiolo gibt dem im Dreiviertelprofil gezeigten Brustbildnis Ludovicos auf ähnliche Weise Halt wie die Umhangdraperien (paludamentum) von Mantegnas gemalten Marmorbüsten römischer Kaiser oder Generäle an der Decke der Camera degli Sposi im Castello di San Giorgio des Palazzo Ducale zu Mantua. Zugleich akzentuiert Mantegna die darstellerischen Möglichkeiten der Malerei: in der stofflichen Wiedergabe des Seidenmoirés und dem unter dem weißen, halbtransparenten Chorhemd durchscheinenden Rot des Talars. Beim Vergleich des kompromisslos strengen Porträts des Kardinals Trevisan mit dem delikaten Profilbildnis des jungen Gonzaga-Prälaten oder mit dem naturalistischer anmutenden Bildnis in den Uffizien, dessen Modell meist als Carlo de’ Medici angesprochen wird (Agosti 2005, S. 320–321, 352–354, Nr. 173–177; Ausst.-Kat. Mantua 2006/07, S. 70), zeigt sich das Potenzial seiner malerischen Annäherungsmöglichkeiten an die Persönlichkeit des jeweils Dargestellten (In dem weicher ausgeleuchteten, doch noch klar beschreibenden Bildnis in den Uffizien scheint Mantegna mit dem Naturalismus der niederländischen Portraits zu wetteifern, ohne jedoch die strenge, skulptural begriffene Monumentalität seiner Kunst aufzugeben.). Der Rekurs auf ein klassisches Repertoire, der etwa an das Relief einer römischen Stele denken lässt, wie sie auf den Gütern von Jacopo Marcello in Monselice bei Padua zu finden waren, mäßigt im Fall des Trevisan-Bildnisses einerseits die herbe Erscheinung des Kardinals, den der Mantuaner Chronist Andrea Schivenoglia so beschrieb: »Ein kleiner, schwarzer, haariger Mann von äußerst hochmütigem und finsterem Aussehen« (»homo pizolo, negro, peloxo, com aìero molto superbo e schuro«; Übers. SH); andererseits dient er der Veranschaulichung eines besonderen Wesenszugs Trevisans: der virtù. Wie Kristeller bemerkte, »prägt sich in dem scharf geschnittenen Munde, den fest zusammengezogenen Augenbrauen« ein eiserner Wille aus; »hohe Intelligenz und feurige Leidenschaftlichkeit leuchten aus den klaren, scharfblickenden Augen; etwas Misstrauisches liegt in dem Blick, in der Senkung der Augenbrauen. Energie und Selbstsucht, die Grundzüge dieses Charakters, sind überzeugend in dem Gesichte zum Ausdruck gebracht.« (Kristeller 1902, S. 179–180).Bibliographie:Kristeller, 1901, pp. 170-73; Tietze-Conrat, 1955, pp. 11-12; Lightbown, 1986, pp. 81-82, 408-10; Campbell, 1990, p. 228; Christiansen, in Martineau, 1992, pp. 333-35; de Nicolò Salmazo 2004, pp. 146; Santucci 2004, pp. 98-100; Agosti 2005, p. 28; Poldi and Villa, in Lucco 2006, p. 57.Text aus "Gesichter der Renaissance" 2011, Autor: Keith Christiansen

Zwei angekettete Affen

Zwei angekettete Affen

Das ungewöhnliche Bild entstand im Jahre 1562, kurz bevor Bruegel aus Antwerpen nach Brüssel übersiedelte. Dargestellt sind zwei Affen, die an einen eisernen Ring gekettet sind und in einer gewölbten Fensteröffnung sitzen. Die schweren Ketten, das massive Mauerwerk und die niedrige Fensterwölbung verstärken den Eindruck der Gefangenschaft, aus der ein Entkommen kaum möglich erscheint. Mit großem Einfühlungsvermögen hat Bruegel das Verhalten und die Mimik der Affen charakterisiert, die in der Gefangenschaft ihr lebhaftes Wesen verloren haben. Den äußersten Kontrast zur Enge der verliesartigen Nische bildet der Blick aus dem Fenster. Man erkennt die Stadt Antwerpen mit dem Hafen und dem hoch aufragenden Turm der »Onze Lieve Vrouwekerk «. Davor leitet der breite Strom der Schelde in die Ferne, wo Wasser und Himmel ineinander übergehen. Der Kontrast zwischen der bedrückenden Enge der schattigen Maueröffnung und der lichten Weite der Landschaft mit den am Himmel dahinfliegenden Vögeln und den Schiffen, die von Reisen in ferne Länder künden, läßt die Gefangenschaft der beiden Tiere eindringlich empfinden. Die formalen Anregungen für Bruegel mögen die Stiche der Vier Affen von Israhel van Meckenem oder Dürers Madonna mit der Meerkatze geliefert haben. Von noch größerer Bedeutung müssen jedoch Studien nach der Natur gewesen sein. Bei den von Bruegel dargestellten Affen handelt es sich um die Halsband- oder Rotkopfmangabe (Cercocebus torquatus), deren Verbreitungsgebiet vom Kap Verde im Westen Afrikas bis an den Unterlauf des Kongo reicht. Bruegels meisterhafte Darstellung der beiden Affen beruht also auf exakter Naturbeobachtung. Daß es ihm dabei lediglich um eine Tierstudie ging, darf mit Recht bezweifelt werden. Fraglich ist auch, inwieweit das kleine Bild mit den Lebensumständen des Künstlers, dem bevorstehenden Umzug nach Brüssel, der Heirat und dem Verlust seiner Unabhängigkeit in Verbindung gebracht werden darf. Es ist hingegen denkbar, daß daß Bild für einen Freund gedacht war, den der Künstler in Antwerpen zurückließ. Von seiner symbolischen oder allegorischen Bedeutung her war der Affe Sinnbild für den an seine Triebe geketteten Menschen, der der Gefangene seiner animalischen Begierden ist. Offensichtlich hat Bruegel mit den angeketteten Affen gleichnishaft auf den verblendeten Menschen anspielen wollen, der, wie die zerbrochene Nuß neben den Tieren zeigt, angesichts eines Gewinnes von zweifelhaftem Wert bereit ist, seine Freiheit zu opfern. Die Gefangenschaft der Tiere ist von Bruegel als Paraphrase auf die in tierischer Versklavung lebenden Menschen gedeutet worden, die sich nicht von den christlichen Tugenden leiten lassen und deshalb einem traurigen Ende entgegensehen. Bruegel wäre nicht der Moralist, als der er sich in vielen seiner Bilder zu erkennen gibt, wenn er sich mit der Darstellung des als unabänderlich empfundenen Zustandes zufriedengegeben hätte. In diesem Bild sind die Ketten Sinnbild einer verzweifelten Situation. Erst die genaue Betrachtung zeigt, daß es einen Ausweg gibt. Sie enden nämlich in einem Knebel, der durch einen Ring gesteckt ist. Zöge man den Knebel etwas zurück und brächte ihn in eine senkrechte Position, ließe er sich durch den Ring zurückschieben und die Verbindung wäre gelöst. Da sich die beiden Affen in ihr dumpfes Schicksal ergeben haben, gelangen sie nicht zu der Erkenntnis, daß sie sich selbst befreien könnten. Sie sind außerstande, die ihnen von der Natur verliehenen Gaben sinnvoll einzusetzen und sich selbst zu retten. Ähnlich ergeht es dem Menschen, der aufgrund mangelnder Einsicht sein eigener Gefangener bleibt. Bruegels Botschaft lautet deshalb, daß erst die Besinnung des Menschen auf sich selbst ihn auf den rechten Weg zu führen vermag. Ein in Klugheit und Bescheidenheit geführtes Leben wird ihn dann in die Lage versetzen, die selbstverschuldete Gefangenschaft abzuschütteln und sich aus der seelischen Knechtschaft zu befreien. Diese ethisch-rationalistische Grundhaltung begegnet uns beispielhaft in den humanistischen Schriften des Erasmus von Rotterdam und des Dirck Volckertsz Coornhert. Sie ist Ausdruck einer Moralphilosophie, die viele der tiefgründigen Allegorien Pieter Bruegels erfüllt, den spätere Generationen allzu oberflächlich als »Bauern-Bruegel« bezeichnet haben. Rainald Grosshans | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei – Gemäldegalerie Berlin, 2019SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. links unten: • BRVEGEL • MDLXII •___________________________________________________________This unusual picture dates from the year 1562, shortly before Bruegel relocated from Antwerp to Brussels. Depicted is a pair of monkeys, both chained to an iron ring and sitting in the opening of an arched window. The heavy chains, the massive masonry, and the low arch of the window strengthen an impression of confinement,from which there is apparently no possibility of escape. With great sensitivity and empathy, Bruegel has characterised the attitudes and expressions of the monkeys, which seem to have been deprived of their liveliness by their imprisonment. There is a powerful contrast between the constriction of the dungeon-like niche and the view through the window. Recognisable is the town of Antwerp with its harbour, and the tall, looming tower of the “Onze Lieve Vrouwekerk” (Church of our Lady). Before the town, the broad stream of the Scheldt River leads into the distance, where water and sky merge. The contrast between the oppressive closeness of theshadowy wall opening and the bright expense of the landscape, with its birds flying in the sky and its ships, which herald journeys to distant lands, allows the holder to empathise all the more strongly with the captive condition of these creatures.Among the stimuli Bruegel drew upon for this painting may have been an engraving entitled Four Monkeys by Israhel van Meckenem and Dürer’s Madonna with the Monkey. Of even greater significance however must have been studies after nature. The monkeys depicted by Bruegel were Collared or Red-capped Mangabeys(Cercocebus torquatus), whose area of distribution ranges from Cape Verde in West Africa to the Lower Congo. Bruegel’s masterful depiction of these animals was based on the precise observation from life. It can hardly be supposed however that he attempted here to produce a mere animal study. Questionable as well is the degree to which this little picture can be related to the artist’s life circumstances, his imminent relocation to Brussels, or his marriage and concomitant loss of independence. On the other hand, it is conceivable that this picture was intended for a friend the artist left behind in Antwerp.Concerning this image’s symbolic or allegorical significance, the monkey was an emblem of the individual who is chained to his desires, a prisoner to animalistic cravings. With the image of the chained monkeys, evidently, Bruegel sought to allude allegorically to deluded people who were prepared – as implied by the broken nutslying next to the animals – to sacrifice their freedom for a gain of dubious value. The captivity of these animals in Bruegel’s picture can be interpreted as a paraphrase of people who exist in bestial enslavement, who are not guided by Christian virtue, and can therefore look forward to a pitiful end. Bruegel would not however have been the moralist we recognise in so many of his pictures if he had been content to merely depict a situation that is conceived as irrevocable. In this painting, the chains are emblems of a desperate situation. And a precise examination of that situation reveals that there is in fact a way out. As it happens, the chains terminate in a toggle, which has been inserted into a ring. If the toggle is retracted and brought into a vertical position, it can be forced back through the ring, disengaging the connection. Having surrendered to their gloomy fate, the two monkeys never arrive at the awareness that they can liberate themselves. They are incapable of meaningfully employing the gifts with which nature has endowed them in order to rescue themselves. Much the same is true of people who, lacking sufficient insight, remain their own prisoners. Bruegel’s message, then, is that only the individual’s self-reflection is capable of leading him onto the right path. A life that is conducted with wisdom and modesty will enable him to shake off his self-imposed imprisonment, to free himself from spiritual bondage. This is the same fundamentally ethical and rationalistic ethic we encounter in exemplary form in the humanistic writings of Erasmus of Rotterdam and Dirck Volckertsz Coornhert. It is an expression of the moral philosophy that is materialised in many of profound allegories of Pieter Bruegel – who was referred to with striking superficiality by later generations as “Peasant Bruegel”. Rainald Grosshans | 200 Masterpieces of European Painting – Gemäldegalerie Berlin, 2019