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Göttin der Via Traiana

Ident. Nr.: 2550

ObjID: obj:871462

Details (Expert)

Beteiligte
Umkreis: Pier Jacopo Alari-Bonacolsi (um 1460 - 1528)
Datierung
Datierung: um 1500
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 18,4 x 23 x 13,5 cm

Objektbeschreibung

Zu den kostbarsten Kleinbronzen der Renaissance zählen die Werke des Mantuaner Hofbildhauers Pier Jacopo Alari-Bonacolsi, der sich aufgrund seiner leidenschaftlichen Hinwendung zur antiken Kunst Antico nannte. Den erlesenen Charakter seiner Werke steigerte der Künstler zumeist noch durch eine partielle Vergoldung. Dieses Merkmal weist auch die in seinem Umkreis entstandene, vielleicht sogar auf ein Modell Anticos zurückgehende Göttin der Via Traiana auf, deren Komposition mit dem als Attribut gehaltenen Rad auf Münzen des Kaisers Trajan zu finden ist. Die nur in diesem einen Exemplar überlieferte Berliner Bronze ist wahrscheinlich identisch mit einer im Inventar des Herzogs Federigo Gonzaga von 1542 erwähnten Statuette: »figura piccola di metale che sede cum una rota in mano«.

Letzte Aktualisierung: 19.03.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Blattornamenten

Würfelkapitell mit Blattornamenten

Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)