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Kanzelträger

Ident. Nr.: 8580

ObjID: obj:871477

Details (Expert)

Datierung
Datierung: um 1490
Systematik/Art
Material / Technik
Sandstein
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 115 x 56 x 65 cm

Objektbeschreibung

Die ungewöhnliche Figur, die ihre Parallelen am Sakramentshaus Adam Krafts in St. Lorenz in Nürnberg oder an der ›Tulpenkanzel‹ des Meisters H. W. in Freiberg besitzt, stellt einen knienden Mann dar, auf dessen linker Schulter ein mächtiges, vielteilig profiliertes Werkstück lastet. Dieses war Teil eines Kanzelfußes, über dem sich ehedem der Kanzelkorb erhob. Die Gestalt trug also auch jenen mit. Unter der Last von Werkstück und Kanzel sucht sie Gleichgewicht zu gewinnen. Die enorme Anstrengung teilt sich vor allem in den dumpf wirkenden Gesichtszügen mit. Wecken und Hufeisen deuten darauf hin, dass der Akt, dem sich der Kanzelträger unterworfen hat, Kraft und Beistand des Glücks erforderlich macht – sinnbildliche Darstellung des Baumeisters, der nicht nur die Bürde der Kanzel, sondern des gesamten Kirchenbaus auf sich geladen hat.

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Liturgischer Teller (Patene)

Liturgischer Teller (Patene)

Die Patene gehört zu einer durch zahlreiche ähnliche Objekte relativ gut bekannten Gruppe liturgischer Gefäße, die vermutlich überwiegend in Konstantinopel gefertigt wurden. Auf dem Rand sind die Einsetzungsworte der byzantinischen Liturgie in sorgfältiger Schrift eingraviert: ΛAB(ETE) ΦAΓETE TOYTO AI(C)TIN TO COMA MO(Y) TO Y(ΠE)P YM(ON) (K)ΛOMAINON IC AΦECCIN AMAPTION AMHN (Nehmt und esst, das ist mein Leib, der für euch hingegeben wurde zur Vergebung der Sünden. Amen). Im Zentrum der dreifigurigen Komposition steht der bärtige Christus auf einem Bema in leichter Ponderation, bekleidet mit Tunika und Pallium. In der Linken hält er ein Evangelienbuch, die Rechte ist segnend vor der Brust erhoben. Das langgestreckte Haupt wird von einem Nimbus mit diagonal eingeschriebenem Kreuz umgeben. Zu beiden Seiten der Beischriftkürzel IC XC für »Iesous Christos«. Auf dem Ehrenplatz zu seiner Rechten steht der hl. Stephanos mit Beischrift O (mit eingeschriebenem A) CTEΦANOC (der hl. Stephanos), jugendlich und bartlos, mit Nimbus und bekleidet mit den Gewändern eines Diakons. Mit der Rechten schwenkt er an einer Kette ein Räuchergefäß, in der Linken hält er vermutlich eine Pyxis. Zur Linken Christi steht Kaiser Konstantin d. Gr., der in Byzanz als Heiliger verehrt wurde und daher vor seiner senkrecht angebrachten Namensbeischrift KONCTANTINOC das Kürzel O mit eingeschriebenem A für »der hl. Konstantinos« führt. Er ist mit dem für die mittelbyzantinische Zeit typischen Kaiserornat bekleidet – dem Sakkos und dem kunstvoll drapierten und reich mit angedeutetem Edelsteinbesatz verzierten Loros. In der Rechten hält er das mit einem Kreuz bekrönte Szepter, in der Linken die Sphaira, ebenfalls mit einem Kreuz. Im Unterschied zu den meist großformatigen, oft mit Stifterinschriften versehenen Silberdiskoi der frühbyzantinischen Zeit waren die eher bescheidenen mittelbyzantinischen Patenen aus Kupferblech wohl Massenproduktion für den Bedarf der zahllosen Kirchen.