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Der heilige Andreas

Ident. Nr.: 1157

ObjID: obj:871564

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Unbekannt,
Maler*in
Datierung
Ausführung: um 1500
Weitere Titel
Sammlungstitel: Der heilige Andreas
Übersetzung: Saint Andrew
Geografische Bezüge
Venedig,
Stadt
Material / Technik
Nußbaumholz
Abmessungen
Bildmaß: 21,5 x 15,9 cm oben gerundet

Objektbeschreibung

Wohl aus dem venezianischen Raum stammen diese Tafeln, die einer byzantinischen Maltradition verpflichtet sind. Bevor sie um 1817–19 nach Berlin kamen, hatte sie jemand zu einer Art Tabernakel verbunden: Die beiden Heiligendarstellungen waren rückseitig mit jeweils einer weiteren, nicht zugehörigen Tafel verbunden und mit der Beweinung als Mitteltafel kombiniert. Dieses Pasticcio mag Ende 1820 den Altertumsforscher und Akademieprofessor Ernst Heinrich Toelken fasziniert haben: Er nahm die Tafeln als erste Nummer in sein Verzeichnis auf, mit dem er die noch nicht erfassten Gemälde der seit 1819 unter Pfand genommenen Sammlung Solly im Auftrag des preußischen Kultusministeriums inventarisieren sollte. Drei Jahre später verzeichnete Aloys Hirt das »Altärchen mit Flügeln« für die künftige Museumssammlung ebenfalls unter einer Nummer, in der Klasse der »Byzantiner«. Waagen ergänzte »Griechisch venetianisch« und notierte die Trennung der Tafeln. 1830 hingen sie im Museum wie hier gezeigt zusammen, vorgestellt als venezianische Schule in »byzantinischer Malart« – also einem bewusst gewählten Stil, der inhaltlich mit orthodoxer Ikonenmalerei kaum etwas zu tun hat. 

Schon die lateinischen Bezeichnungen weisen auf eine Entstehung im Westen hin; der lateinische Kirchenvater Hieronymus, noch dazu als Kardinal, spielt in der Ostkirche keine Rolle. Der aufrecht im Grab stehende tote Christus findet zwar als Imago Pietatis Vorläufer in der Ikonenmalerei, ist aber in dieser szenischen Form mit der Gottesmutter und Johannes eine venezianische Bilderfindung: Unsere Beweinung, und das erkannte man schon 1830 in Berlin, kopiert eine Komposition von Giovanni Bellini, der sie selbst mehrfach wiederholte. Mindestens vier weitere Varianten befanden sich ebenfalls in der Sammlung Solly, zwei davon galten den Berliner Experten als wertvolle Originale des Künstlers. Dagegen zählten die gut zwanzig als byzantinisch bezeichneten Werke aus Sollys Beständen – meist Arbeiten aus dem venezianisch-kretischen Raum – nur als historische »Merkwürdigkeiten«. Die Berliner Kunsthistoriker um 1820 suchten sowohl den Gegensatz als auch den Anknüpfungspunkt zur »wiederaufblühenden« Kunst der Renaissance in der bis in die Spätantike zurückreichenden, griechischen Maltradition. Bei diesen Tafeln erschien sie ihnen als in ein anachronistisches Stilkleid verwandelt.

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SIGNATUR / INSCHRIFT: S(ANCTUS) AN/DREAS

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Gemäldegalerie

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