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Jesusknabe und Kreuz

Ident. Nr.: 7259

ObjID: obj:871971

Details (Expert)

Beteiligte
Umkreis: José Risueño (1665),
Bildhauer*in
Datierung
Datierung: 1. Drittel 18. Jahrhundert
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 51,5 x 28,5 x 20,4 cm

Objektbeschreibung

Das nackte Jesuskind, das mit erhobenen Armen und auf felsigem Untergrund kniend das Kreuz anbetet, gehört zu der großen Gruppe devotionaler Skulptur, die in Spanien besonders im 18. Jahrhundert weit verbreitet war. Ein wichtiges Zentrum war um 1700 Granada, wo José Risueño (1665/1667–1721/1732) häufig den Typ des Passionsknaben, den ›Niño de Pasion‹, für die lokalen Kirchen und Konvente schuf. Im Mittelpunkt der plastischen Darstellungen steht die Vorwegnahme und Aktualisierung des Opfertodes durch das Jesuskind, das sein Leiden vorausahnt: Gestützt auf einen Totenkopf oder gefesselt an eine Säule ermuntert das unschuldige Kind den Gläubigen zum emotionalen Miterleben seiner künftigen Passion. Der Berliner Knabe verehrt das Kreuz als Zeichen seines Todes für die sündige Menschheit. Seine Armhaltung erinnert dabei an die Darstellungen der Stigmatisierung des heiligen Franz von Assisi, der wie der Knabe den Kreuzestod Christi am eigenen Körper erlebte. Besonders lebendig wirkt die kleine Skulptur durch die eingesetzten Glasaugen, die das einfallende Licht reflektieren.

Letzte Aktualisierung: 31.03.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Blattornamenten

Würfelkapitell mit Blattornamenten

Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)