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Arme Eltern, reiche Kinder

Ident. Nr.: 14155245

ObjID: obj:880473

Details (Expert)

Beteiligte
Herstellung: Claes Jansz. Visscher (1587 - 1652),
Inventor & Stecher
Datierung
Herstellung: um 1608
Geografische Bezüge
Material / Technik
Kupferstich

Objektbeschreibung

Ein vom Alter gebeugtes Paar in altmodischer, einfacher Kleidung wird von der prachtvoll gekleideten, sehr reserviert wirkenden Familie ihres zu Reichtum gekommenen Sohnes empfangen. Der Vater trägt Kittel, lange Hosen und Barett, die Mutter ein schmuckloses Kleid und Haube nach bäuerlich-ländlicher Sitte, während die nachfolgende Generation der zu Beginn des 17. Jahrhunderts aufkommenden französischen Mode folgt. Der Sohn hat den Mühlsteinkragen bereits gegen einen flach aufliegenden Spitzenkragen getauscht, seine Frau trägt zwar noch die Spanische Kröse, dazu aber einen neumodischen Tonnenreifrock und ein in spitzer Taille auslaufendes Mieder. Die erhöhte Platzierung der auf der Treppe vor ihrem Palast stehenden Personengruppe verstärkt den Eindruck ihrer Selbstüberhebung; der Truthahn scheint darauf hinzuweisen, dass die bettelnden Eltern den Zorn des Sohnes herausfordern. (ausführlich siehe Pieter J. J. van Thiel: Poor parents, rich children and Family saying grace. In: Simiolus. Netherlands quarterly for the history of art, 1987, H. 2/3, S. 120) Das Blatt ist vor allem als Warnung an Eltern zu interpretieren, ihren Kindern zu Lebzeiten nicht zu viel zu schenken, um nicht im Alter auf ihre Hilfe angewiesen zu sein, enthält aber auch eine Mahnung an die Undankbaren, sich zu besinnen, da auch ihre Tage gezählt seien. Auch die Inschrift INTYTS SIET TOE (Gib dir beizeiten Mühe) über dem Eingang des Palastes richtet sich mahnend an den Sohn.

Letzte Aktualisierung: 24.06.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstbibliothek