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Zweiteiliges braunes Promenadenkleid mit Fransenbesatz

Ident. Nr.: 2003,KR 272 a,b

ObjID: obj:881959

Details (Expert)

Datierung
um 1855
Geografische Bezüge
Abmessungen
Länge: Oberteil VL.49 cm / RL.57 cm cm
Länge: Rock VL./RL. 116 cm

Objektbeschreibung

Ab 1845 wurden die Röcke zunehmend weiter und erreichten in den 1850er Jahren eine gleichmäßige Kuppelform, die häufig mit aufgesetzten Volants betont wurde. Drei Volants mit einem exquisiten, à disposition gewebten Muster quergestellter Ovale schmücken den in der Taille feingefältelten Rock. Die Ovale, in deren Innerem schwarze und weiße Tupfen um einen rötlich-braunen matten Kern gruppiert sind, erinnern an die lebhafte Federzeichnung von Rebhühnern. Der Rock ist ungefüttert, er hat am Saum einen Stoßbortenbesatz. Unter den Volants ist er stoffsparend gestückelt.
Das hochgeschlossene Oberteil zeigt einen modischen Knopfverschluss. Die vorn kurzen und hinten längeren, abgerundeten Schöße bilden die obere Rockverzierung. Ein doppelter, mit Fransen verzierter Besatz in "Rebhuhnmuster" betont die stark überschnittenen Schultern. Darunter setzen die langen Ärmel an, die sich zur Pagodenform erweitern. Auch sie enden in einem doppelten, "rebhuhngemusterten" Volant mit Fransenkante. Das Oberteil ist vollständig mit weißer Seide abgefüttert, die in den Ärmelöffnungen von einer roten Borte betont wird. ChrW

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR